Stand: 24.04.14 16:40 Uhr

Interview

Carl Espen - der Siegeswille des Underdogs

Carl Espen aus Norwegen bei Eurovision in Concert in Amsterdam © NDR Foto: Patricia Batlle

Stille Wasser sind tief: Der ruhige Norweger Carl Espen freut sich darauf, alle ESC-Teilnehmer zu treffen.

Der Norweger Carl Espen ist es nicht gewohnt, im Rampenlicht zu stehen. Beim Event Eurovision in Concert hält sich der zurückhaltende Sänger etwas am Rande, im Gespräch überrascht er dann aber mit dem unbedingten Willen zum Sieg. Ein Gespräch über Gefühle, neue Bekannte und Carls Ziel für Kopenhagen.

Du bist noch nicht so lange im Musikbusiness, wie lange denn?

Carl Espen: Ich war vorher nie Künstler, ich habe zuvor noch nie beruflich etwas mit Musik zu tun gehabt. Bevor ich beim ESC-Wettbewerb in Norwegen teilgenommen habe, war ich komplett unbekannt.

Wie hat sich dein Leben verändert, seitdem du Norwegen beim ESC vertrittst?

Espen: Tatsächlich nicht so stark. Ich gehe ganz normal arbeiten, mache dort mein Ding. Ich werde auf der Straße erkannt, das ist schön. Ich habe die Chance gehabt, dieses unglaublich tolle Event in Norwegen zu machen, das hat viel Spaß gemacht.

Was fühlst du, wenn du deinen Song "Silent Storm" singst, den deine Cousine für dich geschrieben hat?

Espen: Der Song ist sehr persönlich und real. Wenn ich das Lied singe, versuche ich, die Gefühle durch meinen Gesang auszudrücken. Manchmal ermüdet er mich durch die vielen Emotionen. Aber das ist der Vibe dieses Songs, dass er die Leute packt. Die fühlen, dass es ein echter Song ist.

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Probst du viel?

Espen: Ja, ich bin hier in Amsterdam mit meiner Gesangstrainerin. Wir üben zweimal die Woche und konzentrieren uns auf die Techniken.

Norwegen hat letztes Jahr sehr gut abgeschnitten ...

Espen: ... (lacht), ja mit Margaret Berger, sie war sehr schön.

Sie hat eine Performance im Domina-Look mit geflochtenem Zopf gehabt. Was planst du?

Espen: Wir haben noch nichts entschieden.

Aber getanzt wird nicht, oder?

Espen: Nein, nein, nein, ich bin mir ziemlich sicher, dass kein Tänzer auftritt. Es wird wohl dem norwegischen Finale ähneln.

Freust du dich auf einen Künstler dieses ESC-Jahrgangs besonders, den oder die kennenzulernen?

Espen: Ich freue mich echt darauf, jeden einzelnen kennenzulernen. Das war schon in Norwegen Teil des Vergnügens, ich habe all diese fantastischen Leute kennengelernt. Die waren so nett. Ich glaube, das wird beim ESC genauso.

Was für ein Ziel hast du für Kopenhagen?

Espen: Mein Ziel ist natürlich, zu siegen! Ich nehme an einem Wettbewerb teil und werde versuchen, zu gewinnen.

Hier in Amsterdam singen viele ihren Beitrag bereits im Gespräch mit der Presse, ziehen die Medienaufmerksamkeit auf sich. Du sitzt ruhig am Rande der Veranstaltung und lässt die Sache auf dich zukommen ...

Espen: Ich habe gehört, wie die anderen singen. Ich bin in so einer Umgebung eher zurückhaltend. Ich habe nicht das Bedürfnis herauszustechen, ein Jongleur zu sein.

Aber auf der Bühne, da lässt du dann deinen "Silent Storm" wüten?

Espen: Auf der Bühne - das ist ein ganz anderes Kapitel.

Das Interview führte Patricia Batlle.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 10.05.2014 | 21:00 Uhr