Stand: 03.05.14 23:48 Uhr

"Der Druck steigt"

Die Band "Softengine" probt auf der ESC-Bühne. © NDR/Rolf Klatt Foto: Rolf Klatt

In der zweiten Probe läuft es für Softengine besser als in der ersten: Frontsänger Topi Latukka hört sich auf der Bühne selbst, das Problem ist gelöst.

Sie sind zwischen 17 und 19 Jahre alt und damit die jüngsten Kandidaten in diesem Jahr - auf der Bühne merkt man den Jungs vom finnischen Act Softengine davon aber nichts an: In ihrer zweiten Probe wollten Frontsänger Topi Latukka und seine vier Bandkollegen zeigen, dass Rock auf der ESC-Bühne funktionieren kann. Schließlich haben ihre Landsleute von Lordi das schon 2006 bewiesen - auch wenn Softengine im Vergleich zu Lordi nahezu weiche Töne anschlagen.

Etwas schüchterner als auf der Bühne zeigen sich die Bandmitglieder allerdings auf der Pressekonferenz - umso besser, dass wir anschließend noch persönlich mit ihnen über die Erwartungen anderer und ihre eigenen Hoffnungen sprechen konnten.

Ihr habt den finnischen Vorentscheid "UMK", also den "Wettbewerb der Neuen Musik", gewonnen. Wie sehr habt ihr damit gerechnet, heute hier in Kopenhagen zu sitzen, als ihr euch für den Vorentscheid beworben habt?

Ossi: Ich war mir am Abend des Vorentscheids sicher, dass Mikko Pohjola gewinnt. Ich glaube, jeder war sich da sicher. Aber es war wirklich ein unglaubliches Gefühl, als wir dann gewonnen haben.

Was erhofft ihr euch denn von der Teilnahme am Eurovision Song Contest?

Topi: Wir hoffen einfach, dass wir Musik machen können. Dass wir von unserer Musik leben können.

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Finnland war ja beim Song Contest lange nicht wirklich erfolgreich. Das hat sich mit dem ersten finnischen Sieg von Lordi im Jahr 2006 geändert - plötzlich scheint es nicht mehr unmöglich, zu gewinnen. Inwiefern beeinflusst das die Erwartungen, die eure Landsleute in Finnland an euch haben?

Ossi: Sie erwarten, dass wir gewinnen. Das schon. Aber man muss es so sehen: Das hier ist mehr als ein Song Contest. Es ist einfach schwer vorherzusagen, was passiert. Aber wir hoffen ja selbst auch, dass wir so weit kommen wie es geht. Unser Ziel ist es, ins Finale zu kommen. Dann sind wir glücklich.

Fühlt ihr euch durch die Erwartungen unter Druck gesetzt?

Topi: Noch geht es. Aber der Druck steigt natürlich zum Halbfinale hin immer mehr.

Hat sich das Image des Eurovision Song Contest in Finnland durch den Sieg von Lordi verändert?

Ossi: Das war eigentlich schon immer ein großes Spektakel - ein riesen Medienereignis halt. Klar gab es in dem Jahr, als Finnland gewonnen hat, einen ziemlichen Hype. Das ist aber mittlerweile wieder abgeklungen, weil wir einige Jahre nicht so gut abgeschnitten haben. Das ändert sich aber ja hoffentlich dieses Jahr wieder!

Lordi ist damals mit einer Hard Rock-Nummer angetreten und hat gewonnen - trotzdem funktionieren Rock-Songs auf der ESC-Bühne nicht immer. Warum meint ihr, dass euer Song gut ankommen wird?

Topi: Er sticht einfach aus der Menge heraus. Es gibt in diesem Jahr auf der einen Seite total viele elektronische Lieder und auf der anderen Seite eine Menge langsame Songs. Deswegen fallen wir auf - und das hoffentlich auf eine positive Art und Weise.

Seht ihr einen Nachteil darin, dass ihr im Vergleich zu den anderen Künstlern so jung seid?

Ossi: Ich sehe da überhaupt keinen Nachteil. Ich glaube, das ist eher positiv, weil es uns als Band einzigartig macht.

Softengine im Interview © NDR/Rolf Klatt

Seit 2011 gibt es Softengine - doch 2014 war bisher wohl das erfolgreichste Jahr: Die erste eigene Platte und die ESC-Teilnahme bringen die Finnen vorwärts. Jetzt wollen sie in Kopenhagen überzeugen.

In eurem Song geht es um einen alten Mann, der auf sein Leben zurück blickt. Wie kam es denn dazu, wo ihr doch euer ganzes Leben noch vor euch habt?

Ossi: Wir waren mit unseren Großeltern in einer Ferienhütte, da kam uns so in den Sinn, über einen alten Mann zu schreiben. Und dann haben wir die Geschichte drumherum gesponnen.

Topi: Es ist schwer zu erklären, wie das zusammen passt. Auf der einen Seite hat das natürlich nichts mit uns zu tun, weil wir noch so jung sind, aber gleichzeitig steckt ganz viel von uns in dem Song. Es sind trotzdem irgendwie unsere Gedanken, wir haben uns einfach in diese Person reinversetzt.

Wer sind denn eure Favoriten, die euch gefährlich werden könnten?

Topi: Ich mag Griechenland, Armenien, Malta und Ungarn. Aber wir wollen einfach unsere Musik spielen und dann schauen, wie weit es für uns geht.

Das Interview führte Anthrin Warnking.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 10.05.2014 | 21:00 Uhr

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