Stand: 23.02.09 11:00 Uhr

Die Jury steht fest

Wer gewinnt beim Eurovision Song Contest 2009 am 16. Mai in Moskau den Grand Prix? Darüber werden - erstmals seit 1996 - auch wieder nationale Jurys mitentscheiden. Nun steht fest, wer die deutschen Punkte mitvergibt: Die Jury wird sich aus H. P. Baxxter  (Scooter), Jeanette Biedermann, Guildo Horn, Sylvia Kollek und Tobias Künzel (Die Prinzen) zusammensetzen. Die Stimmen der Jurys und der Zuschauer - sie können in allen 43 teilnehmenden Ländern per Telefon und SMS abstimmen - fließen zu jeweils 50 Prozent in das Ergebnis ein.

Die Veröffentlichung der Jurynamen verstößt auch nicht gegen das Regelwerk der EBU. Beim jüngsten Treffen der Reference Group der EBU im März wurden die bereits Anfang des Jahres verfassten Regeln zur Jury bestätigt. Darin heißt es unter anderem, dass die Jury aus fünf Mitgliedern bestehen soll. Außerdem soll sie auch vor dem Finale veröffentlicht werden, der Zeitpunkt ist jedem Teilnehmerland selbst überlassen. Neben der fünfköpfigen Jury gibt es noch eine achtköpfige Backup-Jury. Diese Jury kommt zum Einsatz, wenn es Störungen und Probleme technischer Natur beim Televoting gibt.

Das sind die Jurymitglieder in Deutschland:

H. P. Baxxter (Scooter) 

H. P. Baxxter von Scooter © SCHROEWIG Foto: Jens Koch

H. P. Baxxter ist ohne Frage einer der erfolgreichsten deutschen Musiker. Mit seiner Band Scooter verkaufte er mehr als 30 Millionen Tonträger weltweit, er besitzt eine Sammlung aus über 80 Gold- und Platinplatten. Bekannt wurde er mit Hits wie "Hyper Hyper" oder "Move Your Ass!". Mit einfachen Technostücken, die Scooter aus eingängigen und oft schon bekannten Melodien produzieren, begeistern sie Millionen.

Der am 16. März 1966 in Leer geborene Baxxter muss sich zwar immer wieder der Kritik aussetzen, aber das stört ihn nicht weiter, ganz im Gegenteil: "Erst wenn sich keiner mehr über uns aufregt, können wir nach Hause gehen", so der Leitsatz von Scooter. Erfahrung beim Eurovision Song Contest hat er auch schon gesammelt: Im Jahr 2004 trat Scooter beim deutschen Vorentscheid mit dem Titel "Jigga Jigga" an und wurde hinter Max Mutzke Zweiter.

Jeanette Biedermann 

Jeanette Biedermann © dpa/Maurizio Gambarini

Die Berlinerin Jeanette Biedermann begann ihre Karriere als "Bild-Schlagerkönigin" 1998. Im Jahr darauf gelang ihr der Durchbruch mit der Rolle der Marie Balzer in der Daily-Soap "Gute Zeiten Schlechte Zeiten. Mit Unterbrechung spielte sie die Rolle bis Anfang 2004. Parallel dazu startete sie ihre Gesangskarriere.

Auch Jeanette Biedermann hat erste Grand Prix Erfahrungen: 1999 nahm sie am deutschen Vorentscheid teil und belegte am Ende den vierten Platz. Im Laufe der Jahre bewegte sie sich von der Schlagersängerin immer mehr hin in Richtung Popschiene. Diese Wandlung machte sich bezahlt, ausverkaufte Konzerte und gute Chartplatzierungen waren der Lohn für ihre Arbeit.

Guildo Horn 

Eurovision Song Contest 1998 - Guildo Horn © picture-alliance / dpa Foto: Katja Lenz pool

Guildo Horn wurde unter dem Namen Horst Köhler in Trier geboren. Der Diplompädagoge begann in den 80er Jahren mit seiner Band regelrechte "Schlager-Gottesdienste" in Köln zu veranstalten. Das Erfolgsrezept von Guildo Horn und seiner Band, den Orthopädischen Strümpfen, war die Präsentation deutscher Schlager in einer leichten ironischen Verfremdung und mit rockigem Sound. Der 1,90 Meter große Hüne ließ seine langen, strähnigen Haare fliegen und stakste auch schon mal mit nacktem Bierbauch auf der Bühne umher. Bald schon galten sie als Kultband des deutschen Schlagers und sogar bei "Rock am Ring" begeisterte Horn über 60.000 Fans.

1996 bewarb sich Guildo Horn zunächst erfolglos beim Grand Prix mit dem Titel "Lass das Wunder Liebe sein". Horn startete auch 1998 einen zweiten Versuch, beim Grand Prix dabei zu sein, und am 26. Februar 1998 wurde das Wunder wahr. Mit dem Lied "Guildo hat euch lieb", geschrieben von Stefan Raab (unter dem Pseudonym Alf Igel), erreichte er mit den Orthopädischen Strümpfen in Birmingham den siebten Platz - das zweitbeste Ergebnis für Deutschland seit 1987 - und trug mit seiner spektakulären Bühnenshow zur Neugestaltung des Traditionswettbewerbs bei.

Sylvia Kollek

Sylvia Kollek

Die Musikexpertin Sylvia Kollek wurde am 30. Januar 1970 im polnischen Czarnowąsy (Klosterbrück) geboren. Von 1989 bis 1993 studierte Kollek Betriebswirtschaftslehre an der Universität-Gesamthochschule Essen. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete sie im Bereich Marketing der EMI Group. Sie begann als Produktmanagerin, war zuletzt Managing Director und betreute sehr erfolgreich namhafte Künstler wie Coldplay, Robbie Williams und Tina Turner. Bis 2004 gehörte sie dem Vorstand der Deutschen Phonoakademie an.

Den meisten Fernsehzuschauern wurde sie aber erst im Jahr 2005 bekannt, als sie neben Dieter Bohlen und Heinz Henn in der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" ihre Fachkompetenz unter Beweis stellte. Heute betreibt sie eine Musikconsultant Agentur in Köln mit Namen Ton-Y und betreut unter anderem die Vermarktung von Künstlern wie Herbert Grönemeyer.

Tobias Künzel ("Die Prinzen")

Tobias Künzel von den "Prinzen"

Tobias Künzel wurde am 26. Mai 1964 in Taucha bei Leipzig geboren. Er besuchte wie seine späteren Mitstreiter bei den Prinzen die Leipziger Thomaschule und wurde Mitglied im traditionsreichen Thomanerchor. Nach seinem Abitur studierte er Schlagzeug und Gesang an der Musikhochschule Leipzig. Nach mehreren Bandprojekten in den 80er Jahre holte ihn nach der Wende sein ehemaliger Chorkamerad Sebastian Krumbiegel zur A-cappela-Band Die Prinzen, die durch den Kontakt zur ehemaligen Ideal-Frontfrau Anette Humpe gerade ihre erste Single "Gabi und Klaus" auf dem bundesweiten Markt veröffentlicht hatten.

Nach dem überraschend großen Erfolg der Single wurde 1991 gemeinsam das erste Album "Das Leben ist grausam" aufgenommen und damit begann die unvergleichliche Erfolgsgeschichte der Prinzen. Es folgten weitere überaus erfolgreiche Alben und Charthits wie "Millionär", "Küssen verboten", "Alles nur geklaut" und "Schwein sein". Bis heute sind die Prinzen sich treu geblieben, obwohl jedes Mitglied auch seine eigenen Projekte, vom Kinofilm bis zum Musical, verfolgt. Künzel ist zudem Gastdozent für Popmusik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und an der Universität Leipzig.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 16.05.2009 | 21:00 Uhr

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