Marian van de Wal vertrat Andorra beim ESC 2005 © picture-alliance/ dpa/dpaweb Foto: Ulrich Perrey

Andorra: Marian van de Wal

Dramatischer als im Finale des andorranischen Vorentscheids "Eurocàsting" am 18. Dezember 2004 hätte es kaum zugehen können. Nachdem Fernsehpublikum und Jury über die 32 Teilnehmer abgestimmt hatten, lagen zwei Künstlerinnen mit exakt gleicher Punktzahl auf dem ersten Platz. Ein Blick ins Regelwerk offenbarte, dass in einem solchen Fall das jüngste Jurymitglied zu entscheiden habe. Der Juror waltete seines Amtes und kürte Marian van de Wal zur Siegerin und entschied sich somit für eine Niederländerin als Vertreterin für den Zwergstaat Andorra in Kiew.

Marian van de Wal stammt aus Vianen nahe Utrecht. Seit sechs Jahren lebt die 34-Jährige im andorranischen L'Aldosa, wo sie mit ihrem Mann ein Hotel leitet. Das Singen ist für sie mehr Hobby, denn Profession. "Ich bin kein Fan von Gesangswettbewerben", sagte sie in einem Interview mit esctoday.com und erklärte, dass sie bereits 2004 mit dem Gedanken gespielt hatte, am Vorentscheid teilzunehmen. Sie entschied sich damals gegen eine Teilnahme, was sie nach eigenen Angaben später bereute.

Schneller Up-Tempo-Song statt sanfter Ballade

Für den Eurovision Song Contest 2005 fehlte aber zunächst noch das Lied. Eine professionelle Jury und das Fernsehpublikum entschieden am 22. Januar, dass Marian van de Wal den Titel "La mirada interior" in Kiew singen wird. Zur Auswahl standen drei Lieder in katalanischer Sprache, die der Fernsehsender RTVA für sie komponieren ließ. Im Vorfeld hatte sich die Sängerin einen Song gewünscht, der "etwas Besonderes hat, das ihn auffallen lässt". Dabei dachte Marian van de Wal offenbar an Nicoles Beitrag "Ein bisschen Frieden" aus dem Jahr 1982. "Alle hatten diese trendigen, schnellen Up-Tempo-Songs. Und dann kam plötzlich dieses Mädchen mit der Gitarre und einem sehr einfachen Song, der in drei Sprachen endete. Unsere ganze Familie war sich einig, dass Nicole gewinnen würde."

Die Zuschauer in Andorra hatten für Marian als Wettbewerbs-Song dann doch keine Ballade ausgewählt: "La mirada interior" ist eine folkloristische Up-Tempo-Nummer. Im Halbfinale von Kiew konnte sich der Song nicht durchsetzen. Rang 23.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 21.05.2005 | 21:00 Uhr

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