Emmy
"Boom Boom", 2011 in Düsseldorf (Halbfinale)
Stand: 11.05.2011 23:55 Uhr  | Archiv

Armenien: Emmy

von Stephan Schaar

Armenien hat in seinen wenigen Jahren beim Eurovision Song Contest eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben: Seit ihrem Grand-Prix-Debüt 2006 erreichten die Armenier immer das Finale und landeten am Ende in den Top-Ten. Die bisher schlechteste Platzierung war der zehnte Platz der Schwestern Inga und Anush Arshakyan 2009 in Moskau. Am Besten schnitt die Sängerin Sirusho in Belgrad 2008 ab, die mit dem Titel" Qele Qele" überraschend Platz vier belegte. Zuletzt sang sich Eva Rivas in Oslo mit "Apricot Stone" immerhin auf Platz sieben.

 

VIDEO: Armenien: Emmy - Boom Boom (3 Min)

Kein Wunder also, dass auch 2011 der Titelgewinn das erklärte Ziel der ehrgeizigen Kaukasus-Republik war und ein internes Gremium des Senders AMPTV eine Erfolg versprechende Kandidatin für Düsseldorf ausgesucht hatte. Die 26-jährige Sängerin, Moderatorin und Produzentin Emmy ist in ihrer Heimat ein omnipräsenter Superstar. Mit dem tanzbaren Pop-Titel "Boom Boom" wollte sie sich beim ESC in Düsseldorf gegen ihre Konkurrenten durchsetzen.

 

Die Eurovision Song Checker
Die Sängerin Emmy tritt für Armenien an © www.emmy.am
4 Min

Songcheck: Emmy - "Boom Boom"

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Vom Kinderstar zur Profi-Musikerin

Das künstlerische Talent wurde Emmy Bejanyan, wie sie mit vollem Namen heißt, buchstäblich in die Wiege gelegt. Sie wuchs als Tochter des erfolgreichen Jazz-Pianisten Davit Bejanyan und der Sängerin Nadezhda Sargsyan in einem bürgerlichen Elternhaus auf, in dem viel Wert auf Kunst- und Musikerziehung gelegt wurde. So überrascht es nicht, dass die kleine Emmy schon als Kind eine Berühmtheit war. Als sie im Alter von zehn Jahren als beste Sängerin das in Armenien sehr bekannte Festival Asup Song Competition gewann, wurde sie zum Kinderstar aufgebaut.

Die ehrgeizige Künstlerin strebte schon bald eine professionelle Gesangskarriere an und studierte Musik an der Sayat-Nova Musikschule und Jazz-Gesang am staatlichen Konservatorium in Eriwan. Es folgte eine beachtliche Karriere als Solo-Sängerin und auch als Frontfrau der Band Hayer, mit der sie bis 2007 weltweit auf Tournee war. Zahlreiche Konzerte und TV-Auftritte, auch als Moderatorin, machten Emmy zu einem der bekanntesten Gesichter Armeniens. Inzwischen entdeckt und fördert sie als Betreiberin ihrer eigenen Produktions-Firma auch selbst junge armenische Künstler.

Power-Pop mit Ohrwurm-Qualitäten

Emmys Song für Düsseldorf war ein Werk der armenischen Produzenten-Gruppe Apricota und der Autorin Sosi Khanikyan. Der eingängige Pop-Song mit dem Titel "Boom Boom" erinnerte an erfolgreiche Pop-Hits wie "Waka Waka" von Shakira. Die tanzbare Nummer der Armenierin hatte das Zeug zum Ohrwurm - und avancierte zum Partyhit in den Clubs der ESC-Stadt. Trotzdem war für Emmy in Düsseldorf schon im ersten Halbfinale Schluss. Damit hat sie unfreiwillig ESC-Geschichte geschrieben: Es war das erste Mal, dass Armenien nicht im Finale vertreten war.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2011 | 21:00 Uhr

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