"Aserbaidschan liebt den Song Contest"

Farid Mammadov aus Aserbaidschan trifft sich zwischen seinen Proben auf ein Blitzinterview mit eurovision.de. Der 21-jährige Sänger und Ringer erzählt, was er nach dem Song Contest vorhat, warum er Stevie Wonder bewundert und wer ihn am Finalabend in der Arena begleitet.

Herzlichen Glückwunsch zum Sprung ins Finale. Wie findest du deine Startnummer 20?

Farid Mammadov für Aserbaidschan im zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests © NDR Foto: Kathrin Otto

Ist ganz glücklich mit seinem Startplatz 20: Der Azeri Farid Mammadov.

Farid Mammadov: Die 20 ist eine Glückszahl für mich.

Kommst du mit einem anderen Gefühl als die anderen Teilnehmer her, weil du aus dem Vorjahresgastgeberland kommst?

Farid: Das macht keinen Unterschied für mich. Ich konzentriere mich darauf, die bestmögliche Leistung zu bringen, jetzt, wo ich im Finale bin. Es geht um meinen Namen und meine drei Minuten.

Hat sich in Aserbaidschan etwas verändert, seit 2012 in Baku der Song Contest stattfand. Ist die Unterstützung für die Veranstaltung im Land jetzt größer?

Farid: Aserbaidschan ist verliebt in den Song Contest, beim Finale sind die Straßen leer gefegt, weil alle zu Hause oder im Café vor dem Bildschirm sitzen. Nach dem letzten Jahr lieben wir den ESC noch mehr. Die Leute in Aserbaidschan lesen alles darüber, nicht nur über den nationalen Künstler, sondern auch alles über die anderen Teilnehmer.

Du hast eine außergewöhnliche Choreografie mit einem menschlichen Schattenbild in einem Glasquader. Wie kommt er dort rein?

Farid Mammadov bei einem Probenauftritt im Malmö © EBU Foto: Dennis Stachel

Der Tänzer und Akrobat Sascha steckt im Glasquader.

Farid: Das Geheimnis ist: Wir lassen ihn da nie raus. Wir werfen ihm Essen und Trinken rein und hier in Malmö ist das auch sein Bett (lacht). Das war natürlich ein Scherz. Alexander, also Sascha, und ich sind gute Freunde geworden. Er ist ein toller Tänzer und außerordentlicher Akrobat, wie du vielleicht bemerkt hast. Seine Rolle ist sehr wichtig. Er ist mein Alter Ego, weil er tatsächlich meine Gefühle in dem Quader zeigt. Der ist so etwas wie meine Logik, aber die wird durch die schöne Fremde in Rot gestört. Die Choreografie ist "sophisticated" und simpel gleichzeitig.

Dein Beitrag stammt zum Teil aus dem Mittelmeer-Raum. Der Komponist und der Choreograf sind Griechen, dein Stimmtrainer Zyprer. Hoffst du auf viele Punkte aus diesen beiden Ländern?

Farid: Ich glaube nicht, dass es sich relevant auf die Stimmen auswirkt. Ich war als Teil meiner Promo-Tour natürlich in Griechenland und dort wurde ich ganz toll empfangen und unterstützt. Aber es geht nicht darum, woher mein Team kommt, sondern um die gute Zusammenarbeit und den Glauben an den Song.

Du bist ein großer Verfechter des Ringens, einem Nationalsport Aserbaidschans, und springst mühelos auf den Glasquader. Wie verbindest du den Sport und die Musik?

Farid: Ich bin mit zwei verschiedenen Einflüssen aufgewachsen: Musik und Sport. Mein Vater hat einen schwarzen Gürtel in Judo und meine Mutter ist eine erfolgreiche Gymnastik-Sportlerin. Gleichzeitig spielte mein Vater Keyboard und meine Mutter Klavier. Ich möchte die beiden Sachen auch nicht trennen. Nach dem Song Contest werde ich Aserbaidschan irgendwann als Ringer repräsentieren.

Dein Idol ist Stevie Wonder. Wieso er?

Farid Mammadov für Aserbaidschan im zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests © NDR Foto: Kathrin Otto

Farid möchte sein Land als Ringer repräsentieren.

Farid: Er hat einen enormen Einfluss auf mich gehabt. Er ist nicht nur ein Idol, er ist mein musikalischer Held. Ich würde jetzt nicht da sein, wo ich bin, ohne ihn und seine Musik. Der erste Song, den ich von ihm gehört habe ist "I Just Called To Say I Love You".

Und wen rufst du morgen nach dem Finale an? Deine Familie?

Farid: Meine Eltern sind in der Arena, ich weiß nicht, wen ich anrufen werde (lacht).

Letzte Frage: Einige User haben dich mit David Copperfield auf der Bühne verglichen. Wie findest du das?

Farid: Ah, der Magier! Das ist toll, das finde ich gut. Toller Kommentar, danke.

Die Fragen stellten Kathrin Otto und Patricia Batlle.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2013 | 21:00 Uhr