Bulgarien: Mariana Popova

In Bulgarien war 2006 wie in Deutschland Englisch die Sprache der Stunde: In der Qualifikation sollte Mariana Popova mit "Let Me Cry" ihr Heimatland zum ersten Mal ins ESC-Finale bringen. Bei ihrem ersten Anlauf beim bulgarischen Vorentscheid 2005 war die 27-Jährige zusammen mit Vasil Naidenov sowie Roberta und Orlin Goranov noch gescheitert. Der fünfte Rang des Quartetts war bei der skandalumwitterten Wahl der Band Kaffe im Jahr zuvor allerdings nicht mehr als eine kleine Randnotiz.

Damals kam es während der Show zum Eklat: Das Duo Slavi Trifunov & Sofi Marinova streikte vor laufenden Kameras. Die Gruppe Kaffe werde sowieso gewinnen, sie hätte sich den Sieg mit rund 25.000 Euro für SIM-Karten und der Anwerbung von SMS-Votern erkauft, lautete ihr Vorwurf. Dann verließen die beiden Künstler die Bühne und bekamen trotz des Boykotts ein Drittel der Zuschauerstimmen.

Schlechte Verlierer

Gemessen an diesem Vorfall ging der Vorentscheid 2006 glatt über die Bühne. Beim Sieg von Mariana Popova, die 24 Prozent der Zuschauerstimmen erhielt, beschwerten sich lediglich einige enttäuschte Konkurrenten über angebliche technische Probleme beim Telefon-Voting. Der Fernsehsender BNT hatte für die zehnminütige Wahlperiode die Anzahl der möglichen Anrufe von einem Anschluss aus auf fünf begrenzt. In dieser Maßnahme sahen einige Verlierer die Ursache für ihre Niederlage: Gerade ihre Fans hätten es in dieser kurzen Zeitspanne nicht geschafft, eine freie Leitung zu bekommen.

Ihre Klagen verhallten ungehört und somit hieß der zweite bulgarische Act beim Eurovision Song Contest Mariana Popova. "Let Me Cry" erhielt im Halbfinale die meisten Sympathien aus Albanien und Zypern - in Form von jeweils acht Punkten. Insgesamt sammelten sich aber nur 36 Zähler auf dem bulgarischen Punktekonto und Mariana Popova verabschiedete sich auf Platz 17 vom Contest.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 20.05.2006 | 21:00 Uhr