Stand: 11.02.13 18:00 Uhr

Die Priester & Mojca Erdmann: Kirchenchor trifft Opernstimme

von Sascha Sommer

Ihre erste CD "Spiritus Dei", unter anderem mit einer Version von Xavier Naidoos "Dieser Weg", war 2011 ein voller Erfolg: Über 100.000 verkaufte Alben führten sie durchs ganze Land. Jetzt zieht es die drei katholischen Geistlichen, Diözesanpriester Andreas Schätzle, Pater Vianney Meister und Abt Rhabanus Petri auf die größere Bühne. Mit dem Titel "Ave maris stella" ("Meerstern, sei gegrüßt") treten sie beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest in Hannover an. Vor ihrem Konzert in der Hamburger St. Petri-Kirche hatten die Priester gemeinsam mit Sopranistin Mojca Erdmann noch Zeit für ein Interview mit eurovision.de

Teilnehmer

Der Heilige Geist hört mit

Ihr seid ganz klar die Überraschung unter den Kandidaten und startet mit einer ungewöhnlichen Stilrichtung beim Vorentscheid. Setzt ihr auf genau dieses Überraschungsmoment?

Andreas: Auch wenn wir in Schwarz auftreten und Mojca in Weiß passt dieser sehr bunte Wettbewerb zu uns. Ich glaube, dass wir mit unserem Song einfach auch in dem großen Musikspektrum in Zusammenarbeit mit den anderen Musikern einen besonderen Kontrapunkt setzen dürfen. Und darauf freuen wir uns.

Mojca: Wir stechen tatsächlich raus und werden auf jeden Fall auffallen. Nicht nur wegen unserer Erscheinungen. Die Priester, die natürlich schon mit ihrem Gewand herausstechen. Aber auch mit unserem Beitrag, der eine Zeitlosigkeit hat. Wir verbinden ja das Kirchliche, das Geistliche und das Weltliche erst einmal in der Musik, wo eben dieses alte Lied mit Pop-Elementen und modernen Beats verbunden wird. Dazu aber auch der Operngesang und der Kirchengesang. Insofern ist allein unser Song schon relativ bunt.

Seht ihr euch eher als musikalisches Experiment oder wie definiert ihr euer Genre?

Vianney: Die originäre Definition der Musik ist erst mal Crossover. Da kreuzen sich verschiedene Musik- und Kompositionsrichtungen. Sacro-Pop könnte man sagen. Ich für meinen Teil muss sagen: Ich freue mich, dass in diese Melodien auch sehr viel Gregorianischer Choral einfließt. Das ist meine Leidenschaft seitdem ich im Kloster lebe. Wie könnte ich es modern ausdrücken? Moderner Choral?

Rhabanus: Ich bin sehr froh, dass wir ein Lied mit einbringen können, das nicht nur eine Tradition hat, sondern das auch heute noch gesungen wird und zum Bestand unserer Liturgie gehört, wenn wir die Marienfeste feiern. Natürlich haben wir diesen Hymnus in ein neues Gewand gekleidet. Es ist aber auch eine Botschaft, für die wir leben. Nämlich unser christlicher Glaube, der sich auch in diesem Lied hin zu den Menschen transportiert.

Euer Titel "Meerstern, sei gegrüßt" mutet mit dem Mariengesang eher etwas mystisch an und trifft vielleicht nicht unbedingt das Ohr des Mainstream-Hörers und Zuschauers. Wie überzeugt ihr die Menschen, doch für euch abzustimmen, damit ihr nach Malmö fahren könnt?

Rhabanus: Indem wir versuchen, so gut wie möglich zu singen und authentisch zu sein. Und ich glaube, die Leute werden das spüren.

Vianney: Die meistgestellte Frage war ja immer in den letzten Jahren: Seid ihr echt? Und diese Echtheit wollen wir uns nicht nehmen lassen. Wir zeigen, dass wir Priester von Herzenswegen sind. Dass wir zusammen mit Mojca singen können, ist schon mal eine Note mehr. Und die Letzten zu überzeugen, dass sie für uns voten, überlasse ich dem Heiligen Geist.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2013 | 21:00 Uhr