Cliff Richard beim Grand Prix 1968  Foto: UPI
Stand: 22.03.07 11:30 Uhr

Großbritannien: Cliff Richard

Cliff Richard salutiert © dpa - Report Foto: PA Hanson

Bereits in den 60er-Jahren war Cliff Richard in Großbritannien ein gefeierter Star. 1995 wurde er von Königin Elizabeth II. als erster Popstar zum Ritter geschlagen.

Einen Nummer-Eins-Hit in jedem Jahrzehnt seiner Karriere, die vor knapp fünfzig Jahren begann: das muss Cliff Richard erst einmal jemand nachmachen. Anders als Julio Iglesias brauchte der Brite nicht den Grand Prix, um international bekannt zu werden. Bevor er 1968 mit seiner 41. Single "Congratulations" auf Platz zwei beim Grand Prix landete, hatte Richard den Rock'n'Roll nach Europa gebracht, sich vom Image der Elvis-Kopie emanzipiert, erfolgreich als Schauspieler gearbeitet (etwa in "Summer Holiday", 1963) und der Erfolgswelle der Beatles getrotzt. So erhielt er in Großbritannien in den 60er Jahren die Titel "Top-Singer" und "Mr. Bestseller Nr. 1".

In Indien geboren, zum Sir geadelt

Erfolg und Ruhm sind dem Sohn eines Managers einer Lebensmittelfirma nicht in den Schoß gefallen. Seine Familie lebte in Indien, wo Richard am 14. Oktober 1940 als Harry Roger Webb geboren wurde. Während des indischen Unabhängigkeitskampfes zogen die Webbs nach Großbritannien, mit "nur acht englischen Pfund in der Tasche", wie Richard im Gespräch mit Eurovision.de sagt. Seither engagiert sich der bekennende Christ für bedürftige Menschen und besitzt zwei Wohltätigkeitsorganisationen. 1995 schlug ihn Queen Elizabeth II. als ersten Popstar für sein Engagement im karitativen Bereich zum Ritter. Seitdem trägt er den Titel Sir.

Der "Peter Pan of Pop"

Cliff Richard beim Grand Prix d'Eurovision 1973

Cliff Richard vertritt Großbritannien 1968 beim Grand Prix und belegt den 2. Platz. 1973 belegt er den 3. Platz.

Ein Titel, von dem er beim Komponieren mit seiner ersten Combo "Drifters", die später "Shadows" hießen, nie hätte träumen können. 1975 produzierte Richards seine erste Single im Elvis-Stil, "Move it", auf eigene Kosten, die schnell Erfolg hatte, ebenso wie "Livin' Doll", "Carrie" oder "Remember Me". Insgesamt hat der Sänger und Musicalproduzent ("Wuthering Heigths") mehr als 250 Millionen Platten verkauft, davon in England mehr als Elvis, Madonna, Michael Jackson oder die Beatles.

Er nennt zehn Goldene Schallplatten sein eigen und kann neben seinem zweiten Platz von 1968 beim Grand Prix einen dritten von 1973 vorweisen. Der Sportfan und Nichtraucher hält sich mit Tennis und Schwimmen fit, wegen seines jugendlichen Aussehens wird der 68-jährige Brite in England als "Peter Pan of Pop" betitelt. Den Winter verbringt er auf der Karibikinsel Barbados, im Sommer zieht es ihn auf seine Farm in Portugal, wo er seinen eigenen Wein anbaut.

Neue Version von "Move It" mit Brian May

Sir Cliff Richard beim "Ball der Sterne" © picture-alliance / SCHROEWIG Foto: SCHROEWIG/Jens Koch

Auf seinem neuen Album "Two's Company", mit dem Richard weltweit tourt, singt er Duette mit Stars wie Elton John, Barry Gibb von den Bee Gees oder dem Queen-Gitarristen Brian May. Mit May hat er "Move It" in einer neuen Rockversion aufgenommen, die das deutsche Publikum zu Richards Konzerten in einer Live-Premiere erleben konnte. Wie Sir Cliff sagt, singt er manchmal alte Hits wie "Rote Lippen soll man küssen" auf Deutsch. Sein allergrößter Hit und nach eigenen Angaben sein Lieblingslied darf natürlich auch nicht fehlen: "We Don't Talk Anymore". Nach seiner Welttournee hatte er für 2008 ein großes Ziel: Die Feier seines 50. Bühnenjubiläums mit seiner ehemaligen Band "The Shadows".

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 07.04.1973 | 21:00 Uhr