Euroband aus Island © NDR Foto: Rolf Klatt

Island: Euroband

Was ist schlimmer, als den Eurovision Song Contest im Finale eröffnen zu müssen? Ganz einfach: eines der beiden Seminfinale zu eröffnen! Die Gefahr, dass der erste Titel bis zum Beginn des Votings schon wieder in Vergessenheit geraten ist, ist in beiden Fällen zwar gleich groß, aber wenn der eigene Kandidat schon scheitert, dann wenigstens im Finale. Dann ist immerhin die Ehre des Landes gerettet, weil man "wirklich" dabei gewesen ist. Sollten sich die Isländer darum Sorgen gemacht haben - sie waren unnötig. Island schaffte den Sprung ins Finale und dort reichte es immerhin für den 14. Platz.

Euroband aus Island © NDR Foto: Rolf Klatt

Euroband aus Island.

Euroband eröffnete am 22. Mai das zweite Halbfinale mit einem wahren Dancefloor-Kracher im Stil der 90er Jahre. "This Is My Life" kam mit der typischen Halbwertzeit einer jeden Eurodance-Nummer daher: Ein flotter Techno-Rhythmus, eine poppige Gesangslinie und schon wird der Zuhörer den Song nicht mehr los. Bereits Dr. Alban mit "It's My Life" wusste um die Wirksamkeit dieses musikalischen Rezepts.

Eurodance von Euroband

Verantwortlich für das Eurodance-Revival sind die isländischen Televoter. Nach einem wahren Qualifikationsmarathon, der bereits im September 2007 begonnen hatte, kürten sie im Finale des isländischen Vorentscheids am 23. Februar Friðrik Ómar und Regína Ósk zu den Siegern. Das Duo tritt seit März 2006 unter dem Namen Euroband auf - nachdem beide als Solisten in der damaligen Grand Prix Qualifikation gegen die schrille Show von Silvía Night den kürzeren gezogen hatten: Ósk auf Platz zwei und Ómar als Dritter. Das hinderte den jungen Sänger aber nicht daran, es 2007 noch einmal allein zu probieren. Diesmal wählten die Zuschauer seinen Song "Eldur" auf Rang zwei und schickten stattdessen Eiríkur Hauksson mit "Valentine Lost" nach Helsinki.

Die männliche Stimme

Euroband  Foto: Hordur Sveinsson

"This Is My Life" - ein wahrer Dancefloor-Kracher im Stil der 90er Jahre.

Friðrik Ómar - mit vollem Namen Friðrik Ómar Hjörleifsson - kam am 4. Oktober 1981 in der nordisländischen Stadt Akureyri zur Welt. Seine musikalische Karriere begann im Alter von fünf Jahren, als ihm der ältere Bruder sein Drumset überließ. Später kamen zum Schlagzeug Gitarre und Klavier dazu, und als Zehnjähriger soll der kleine Friðrik seine Familie mit seinem ersten selbstgeschriebenen Lied überrascht haben. Heute mit 26 Jahren kann Friðrik Ómar auf zahlreiche Veröffentlichungen als Solokünstler oder im Duett mit anderen isländischen Künstlern zurückblicken und auf erfolgreiche Engagements in diversen Musicalproduktionen sowie auf einen Auftritt vor dem isländischen Präsidenten.

Die weibliche Stimme

Regína Ósk wurde unter dem Namen Regína Ósk Óskarsdóttir am 21. Dezember 1977 in Reykjavík geboren. Wie bei ihrem männlichen Pendant Friðrik Ómar zeichnete sich bei der heute 30-Jährigen sehr früh eine musikalische Karriere ab. Schon als Teenager nahm Regína Ósk an Gesangswettbewerben teil und sang als Solistin im Schulchor. Nach der Schulzeit trat sie nach Ausflügen in die Klassik und zum Jazz Mitte der Neunziger Jahre der weiblichen Popband "Söngsystur" bei. Später nannte sich die Band in "8-villt" um und musste bald auf die angenehme Stimme von Regína Ósk verzichten. 1999 übernahm sie eine Rolle im Musical "Der kleine Horrorladen". Dann lockte zum ersten Mal der Eurovision Song Contest: In den Jahren 2001, 2003 und 2005 sammelte Regína Ósk als Backgroundsängerin für die isländischen Acts Two Tricky, Brigitta und Selma Björnsdottir erste Erfahrungen beim Contest. Drei Jahre sollten danach vergehen, bis sie als Mitglied der Euroband sich erneut die Fahrkarte zum Grand Prix sichern konnte. Die Zwischenzeit hat die Isländerin gut genutzt und drei Soloalben auf den Markt gebracht. Und im Halbfinale klappte es dann auch, trotz des undankbaren Startplatzes. Mit "This Is My Life" qualifizierte sich Euroband für das Finale am 24. Mai.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 24.05.2008 | 21:00 Uhr

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