Island: Silvía Night

Silvía Night tritt mit märchenhaftem Kopfputz für Island an © NDR Foto: Rolf Klatt

Trickkleider gehören zum Eurovision Song Contest wie null Punkte für Deutschland aus Österreich. Auf das Votum aus der Alpenrepublik mussten die deutschen ESC-Fans in Athen wegen der österreichischen Kreativpause verzichten. Dafür gab es ein Trostpflaster aus Island. Denn der Inselstaat schickte Silvía Night ins Rennen, deren Bühnen-Styling aus einer Mischung von Cindy Lauper und Paul Stanley von Kiss bestand.

Schon bei ihrem Siegeszug während des isländischen Vorentscheids am 18. Februar 2006 stand nicht so sehr ihr Titel "Til hamingju ísland" im Mittelpunkt, sondern die kunterbunte Show. Während Silvía Night sich bei ihrem Vortrag bemühte, ihre Turmfrisur zu balancieren, rissen sich ihre muskelbepackten Background-Tänzer die Trickhosen vom Leib und absolvierten das Finale in glitzernden Pailletten-Hotpants. Der isländischen Fernsehnation hat es offenbar gefallen: Der verantwortliche Sender RUV zählte während der Abstimmung knapp 120.000 Stimmen, von denen Silvía Night 70.190 ergatterte - in Anbetracht von Islands 300.000 Einwohnern eine beeindruckende Zahl.

Pfiffe im Publikum

Am 18. Mai lief die schrille Show schließlich im Halbfinale von Athen. Silvía Night musste als letzter Act auf die Bühne und kassierte vom Publikum, das sich offenbar nicht ernst genommen fühlte, Pfiffe und Buhrufe. Die Zuschauer an den Fernsehschirmen waren etwas milder gestimmt, aber mit insgesamt 62 Punkten und Platz 13 reichte es für die isländische Diva nicht fürs Finale. Wahrscheinlich hätte sie nach dem ersten Spießrutenlaufen sowieso auf einen weiteren Auftritt in der Athener Olympiahalle verzichtet.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 20.05.2006 | 21:00 Uhr

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