Dania von Königwerq © NDR

Königwerq

Baden-Württembergs Politiker machen keinen Hehl aus ihrer Neigung zu einem gewissen Lokalpatriotismus. "Wir können alles. Außer Hochdeutsch", wirbt die Landesregierung seit Jahren und schmückt sich öffentlich gern mit erfolgreichen Einheimischen aus Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur. So auch im Juli vergangenen Jahres, als die Oberen des Landes ihre Imageträger in die Berliner Vertretung zur legendären "Stallwächterparty" luden. Neben einem gestandenen Musiker wie Xavier Naidoo baten die Minister auch eine Newcomer-Band in ihre erlauchten Kreise: Königwerq aus Mannheim.

Dass die Band in diesem hohen Kreise aufspielte, ist bemerkenswert, weil das Quintett noch in den Anfängen seiner musikalischen Karriere steckt. Im Januar 2003 fanden die Musiker, die sich aus der regionalen Szene kannten, zusammen. Die Band war sich schnell einig, den Weg nach oben zügig voranzutreiben und gab bereits nach drei Wochen ihr Bühnen-Debüt. Zahlreiche Live-Auftritte folgten, anfangs auf Stadtfesten, später auf größeren Festivals, im Sommer 2004 im ZDF-Fernsehgarten. Moderatorin Andrea Kiewel war von den Mannheimern so angetan, dass sie der Band eine große Karriere prophezeite und sie als "die absoluten Newcomer im Pop-Poesie-Himmel" beschrieb.

Die Kritiker überschlagen sich

Kiewels Lobeshymne passte ins Konzert der Musikkritiker. Besonders Sängerin Dania König verleitet die Journalisten immer wieder zu wahren Huldigungen. Als "Stimmwunder" und "charismatische Frontfrau" bezeichnete sie der Mannheimer Morgen und war sich mit dem SWR 3 Magazin einig, dass ihr mal kraftvoller, mal sanfter Gesang "unter die Haut" geht. Wie sich beide Eigenschaften in Einklang bringen lassen, machte Dania König in einer deutschsprachigen Version des Police-Klassikers "King Of Pain" vor.

Königwerq, deren Debüt-Album demnächst erscheinen soll, nennen ihre Musik "de_pop!" - als griffige Vokabel für Pop aus deutschen Landen. Doch die Beschreibung "pop" greift zu kurz. Die vier Männer an Dania Königs Seite produzieren einen Sound, der sich irgendwo zwischen Funk, Soul und Pop bewegt. Die Melodien sind dabei schlicht, aber niemals banal. Die Texte offenbaren einen Sinn für Lyrik.

Beim Vorentscheid im Berlin am 12. März stellten Königwerq ihren Song „Unschlagbar“ vor. Auch wenn der Titel anderes prophezeite, kam die Gruppe nicht über die erste Votingrunde hinaus. Dania König konnte es verschmerzen, denn der Höhepunkt der Monate nach dem Vorentscheid lag für sie ohnehin abseits der Musik: Im April 2005 erwartete sie ihr erstes Kind.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 12.03.2005 | 20:15 Uhr

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