Evelina Sašenko
"C'est Ma Vie", 2011 in Düsseldorf (Finale) (19. Platz, 63 Punkte)
Stand: 15.05.2011 03:19 Uhr  | Archiv

Litauen: Evelina Sašenko

von Patricia Batlle

Litauen und Polen sind 1994 gleichzeitig dem Eurovision Song Contest (und Jahre später auch der Europäischen Union) beigetreten. Während Polen ein raketenartiger Start mit Rang zwei gelang, landete Litauen punktlos im Nirgendwo und brauchte fünf Jahre, um erneut teilzunehmen, ohne dabei jemals viel Ruhm zu ernten. Als Repräsentantin des baltischen Staates beim Eurovision Song Contest vereinte sie beide Nationen in sich: Evelina Sašenko ist Kind polnischer Migranten - einer Mathematikerin und eines Musikers, und mit ihren Schwestern in Litauen aufgewachsen. Als Vertreterin ihres Landes stand sie mit dem Titel "C'est Ma Vie" in Düsseldorf auf der Bühne und konnte Platz 19 mit nach Hause nehmen.

VIDEO: Litauen: Evelina Sašenko - C'est Ma Vie (2 Min)

Französische Chansons und weiße Handschuhe

Bereits als kleines Kind sang sie ihren Eltern polnische Lieder vor und gewann später sechs Mal in Folge den Wettbewerb eines nationalen Kinderchors. Es warteten größere Aufgaben auf das junge Mädchen, das am liebsten französische Chansons in Kleidern vortrug, die ihre Oma genäht hatte, dazu stets weiße Handschuhe überstreifte. Die Handschuhe blieben ihr Markenzeichen, während sie am Konservatorium Rudisky Gesang, Klavier und Geige lernte.

 

Die Eurovision Song Checker
Die litauische Sängerin Evelina Sašenko singt die Ballade "C'est Ma Vie". © LRT Euovizija Foto: Š. Mažeika  BFL
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Songcheck: Evelina Sašenko - "C'est Ma Vie"

N-JOY Musikexperte Jan Kuhlmann analysiert den Beitrag aus Litauen. Er räumt Evelina Sašenko mit "C'est Ma Vie" gute Chancen im Finale ein. 3 Min

Sašenko studiert Jazzgesang

Vom musikalischen Weg ist sie nie abgewichen. Unterstützt von ihrer Familie, bei der sie heute noch lebt, hat die Sängerin, die sich selbst als Workaholic bezeichnet, weitere Musikwettbewerbe bestritten und mehrere Länder Europas bereist. So trat Sašenko, die Bobby McFerrin, Chopin und Oper liebt, 2001 auch in München auf. Aktuell studiert sie Jazzgesang an der Musik- und Theaterakademie Litauens. Ihre Vorliebe fürs Französische hat sie in teils selbst initiierten Projekten wie "Love Stories According To Edith Piaf", "Chopin Jazz Inn" oder "Streets of Montmartre" bewiesen. Ebenso beim ESC 2011: Ihr Beitrag trug den französischen Titel "C'est ma vie".

Keine ESC-Unbekannte

Ein wenig täuschte der von Paulius Zdanavičius und Andrius Kairys komponierte Titel, denn den Großteil der bombastischen Musical-Arie á la Andrew Lloyd-Webber sang Sašenko auf Englisch. Sie vertraute ihrer Bühnenpräsenz: Bis auf einen Begleiter am Flügel stemmte die 23-Jährige ihren Auftritt alleine. Mit ihrer Performance verdrängte die Sängerin beim Litauischen Vorentscheid zwölf Konkurrenten. Zwar entschieden sowohl die Televoter und Jury für sie, aber auch für zwei weitere Beiträge. So musste Sašenko anschließend in einer Art Superfinale ein zweites Mal antreten und wurde daraufhin, nunmehr nach drei Stunden Sendung, noch einmal und ausschließlich von der Jury bestätigt.

Damit gelang der Sängerin das Vorhaben, das sie 2010 mit Achtungserfolg, wenn auch sieglos begonnen hatte: ihr erster Anlauf auf den Grand Prix. Beim litauischen Vorentscheid erreichte sie im Vorjahr den dritten Rang. In Düsseldorf trat Sašenko nun beim selben Halfinale an, wie ihre polnische Kollegin Magdalena Tul. Unterschiedlicher konnten die beiden Beiträge kaum ausfallen, wuchtige Ballade gegen sportlich getanzten Discokracher. Von den beiden Kandidatinnen schaffte es jedoch nur die Litauerin Sašenko ins Finale und nahm einen 19. Platz mit zurück in ihre baltische Heimat.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2011 | 21:00 Uhr

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