Mia Aegerter singt ihren Titel "Alive" ins Blumen-Mikro © NDR

Mia Aegerter

Mit neidvollen Blicken verfolgte die Schweiz den deutschen nationalen Vorentscheid. Denn mit Mia Aegerter trat eine Schweizerin bei "Germany 12 Points" an. Dabei hatten die Verantwortlichen der federführenden Fernsehsender Ende des vergangenen Jahres die nationale Musikszene nach einem geeigneten Künstler für den ESC in Kiew durchforstet - erfolglos. Am Ende hatten sich die Sender für das Frauen-Quartett Vanilla Ninja aus Estland entschieden.

Sängerin Mia Aegerter © NDR

Sängerin Mia Aegerter

Nun bekam Mia Aegerter ihre ESC-Chance in Deutschland statt in ihrem Heimatland, und die schweizerische Boulevard-Zeitung "Blick" fragte empört: "Wieso ist man nicht bei uns auf die Idee gekommen?" Die Entrüstung ist nicht unberechtigt, schließlich ist Mia Aegerter ein Multitalent - und ein ausgesprochen arbeitsames noch dazu. Sie singt als Solo-Künstlerin, schauspielert in Kino- und Fernsehfilmen und hat bis zum vergangenen Dezember die Jugendsendung "Bravo TV" im ZDF moderiert. Zudem sitzt sie in einer Castingshow des schweizerischen Fernsehens in der Jury und beurteilt Nachwuchskünstler.

Ein schwere Krankheit als Wendepunkt

Das ist reichlich für eine Frau, die gerade 27 Jahre alt ist. Um zu den Wurzeln ihrer musischen Fähigkeiten zu gelangen, muss man weit zurückblicken. Mia Aegerter singt bereits seit ihrer Kindheit, lernte Gitarre spielen und schrieb eigene Songs. Mit 18 zog sie nach München und studierte an einer Musicalakademie Gesang, Schauspiel und Tanz. Als sie an einem TV-Gesangswettbewerb teilnahm, wurde der Fernsehsender RTL auf sie aufmerksam, der sie für seine Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" einkaufte. Zwei Jahre gab Aegerter in der Serie die Xenia, bis sie - im realen Leben - an einer Lungenentzündung erkrankte und aus der Serie aussteigen musste

Mia Aegerter nutzte die auferlegte Auszeit, um sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen: "Musik machen", habe ihr Herz gesagt, erzählte sie später der Neuen Züricher Zeitung. Sie hörte auf ihr Herz und komponierte die Titelsongs für die erfolgreichste Schweizer Kinokomödie "Achtung, Fertig, Charly". Parallel zu ihrer Arbeit als Moderatorin schrieb sie ihr Debüt-Album "So wie i bi - the way I am", das im Oktober 2004 erschien. Das Album enthält auch den Pop-Song "Alive", mit dem sie am 12.März beim deutschen Vorentscheid antrat. "In 'Alive' geht es darum auszubrechen, sich lebendig zu fühlen und sein Leben selbst zu bestimmen", sagte sie über ihren Titel. Für den Sieg im deutschen Vorentscheid reichte es nicht, Mia Aegerter schied aus.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 12.03.2005 | 20:15 Uhr

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