Nelly Ciobanu für Moldau im Finale des ESC 2009 © eurovision.tv

Moldau: Nelly Ciobanu

Das etwas abseits des Weltgeschehens zwischen Rumänien und der Ukraine gelegene Moldau ist ein kleiner Vielvölkerstaat, der seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 stetig auf der Suche nach seiner eigenen Identität ist. So wundert es nicht, dass sich 2009 im Vorentscheid alle drei Instanzen - die Sender-Jury, die Experten und die Televoter - mit jeweils voller Punktzahl einstimmig für die temperamentvolle und äußerst patriotische Moldauerin Nelly Ciobanu entschieden haben.

Nelly Ciobanu für Moldau im zweiten Halbfinale des ESC 2009 © NDR Foto: Rolf Klatt

Moldau: Nelly Ciobanu - "Hora Din Moldova"

Eurovision Song Contest

Mit viel Temperament vertritt Nelly Ciobanu ihr Heimatland Moldau beim ESC 2009 in Moskau. Mit "Hora Din Moldova" landet sie auf Platz 14.

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Der 34-jährige Rotschopf begeisterte beim moldawischen Vorentscheid mit der rasanten und an Zigeunertänze erinnernden Folklore-Nummer "Hora Din Moldova". Der "Tanz aus Moldau" verkörpert perfekt das einigende kulturelle Band zwischen den verschiedenen Ethnien des Landes. Aber Ciobanus mitreissende Bühnenshow, der kehlige und energiegeladene Gesang und der schnelle Tanzrhythmus riss in Moskau auch das internationale Publikum mit - sie landete immerhin auf einem noch ganz passablen 14. Platz.

Stolze Patriotin und weitgereiste Weltbürgerin

Nelly Ciobanu für Moldau im zweiten Halbfinale des ESC 2009 © NDR Foto: Rolf Klatt

Nelly Ciobanu für Moldau im zweiten Halbfinale des ESC 2009.

Nelly Ciobanu wurde 1974 als rumänische Moldauerin im Südosten des Landes geboren. In Tiraspol schloss sie mit 18 Jahren die Musikhochschule ab und sammelte bereits 1993 erste Bühnenerfahrung, als sie mit ihrem Bruder das Duo "Master Dinamit" gründete. Sie arbeitete mit Musikern aus den unterschiedlichsten Ländern zusammen, interessierte sich immer besonders für die jeweilige musikalische Folklore und ließ sich von diversen Stilen beeinflussen. Die vielseitige Sängerin ist ein wahres Sprachgenie und singt in elf verschiedenen Sprachen, darunter neben ihrer Muttersprache Moldauisch (ein rumänischer Dialekt) auch auf Russisch, Englisch, Italienisch und sogar Koreanisch.

Bei diversen Wettbewerben in Osteuropa und Asien stellte sie seit 1998 ihr Können als Sängerin erfolgreich unter Beweis. So gewann sie zum Beispiel den zweiten Preis beim Yalta Festival in der Ukraine, den großen Preis beim Discovery-Festival in Bulgarien, sie wurde Zweite beim "Voice Of Asia"-Festival in Kasachstan und holte sich die Goldmedaille beim "Spring of April"-Festival in Nordkorea.

Nach der Babypause will sie es nochmal wissen!

Nelly Ciobanu für Moldau im Finale des ESC 2009 © eurovision.tv

Nelly Ciobanu für Moldau im Finale des ESC 2009.

Als etablierte Sängerin tourte sie in den vergangenen Jahren mit vielen russischen Künstlern, aber auch mit internationalen Stars wie Patricia Kaas und Mike Bolton durch ganz Europa. Als Moldau 2005 erstmals am Grand Prix teilnahm, war sie gleich mit von der Partie und landete im Vorentscheid nur knapp hinter den Siegern Zdob şi Zdub, die in Kiew sensationell sechsten Platz ergatterten. Danach zog sie sich zunächst ins Privatleben zurück und brachte am Heiligabend 2005 ihre Tochter Mirella-Christiana zur Welt. Nach der Babypause wagte sie beim moldawischen Vorentscheid ihr Comeback und bewies mit dem Titel "Hora Din Moldova", den sie gemeinsam mit den Musikern Veaceslav Daniliu und Andrei Hadjiu geschrieben hat, ein gutes Gespür für den Geschmack ihrer Landsleute.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 16.05.2009 | 21:00 Uhr

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