Sabrina Setlur

Sabrina Setlur bei den Proben zum deutschen Vorentscheid 2004 © NDR Online

Sie gilt als Riot Girl der deutschen Musikszene, als eine, die genügend Wut anstauen muss, um ihre Songs zu schreiben. Doch wer hinter den Texten von Sabrina Setlur eine bewusste Strategie vermutet, liegt falsch. Vielmehr hat das Texten für die Sängerin heilende Wirkung. "Das Schreiben ist mein Ventil, mich zu therapieren. Andere Menschen töpfern, ich schreibe. Und je ehrlicher ich bin, desto besser und freier fühle ich mich anschließend auch", erzählt sie.

Sabrina Setlur wurde 1974 in Frankfurt am Main als Tochter indischer Einwanderer geboren. Der musikalische Durchbruch gelang ihr mit Hilfe der beiden Produzenten Thomas Hofmann und Moses Pelham, die sie für das Rödelheim Hartreim Projekt entdeckten. 1995 stürmte sie mit dem Hip-Hop-Projekt Schwester S die deutschen Charts. 1997 veröffentlicht sie unter ihrem richtigen Namen das Album "Die neue S-Klasse" mit eigenen Texten, darunter auch die Hitsingle "Du liebst mich nicht".

Rückkehr zur Musik

1999 folgte "Aus der Sicht und mit den Worten von ...", und nach langer Schaffenspause brachte 2004 ihr neues, viertes Album "Sabs" heraus. Nach der kurzen Beziehung mit Boris Becker, der Wahl zur erotischsten Frau Deutschlands, dem Führerscheinentzug wegen Trunkenheit am Steuer und einem Rechtsstreit um eine in der Zeitschrift "Max" abgedruckten Fotostrecke war es der deutschsprachigen Rapperin ein Bedürfnis, endlich wieder zur Musik zurückkehren.

"Es gab so viele Gefühle in mir, die raus mussten", erzählt Setlur über ihr Werk, das an ihren Spitznamen aus Kindertagen erinnert. "Ich wusste, das sich diese Platte machen muss, damit es mir endlich wieder gut geht." Herausgekommen ist ein Album, das schneller und weniger verspielt ist als die vorangegangenen und das einen direkteren Ton anschlägt. "Beim Schreiben bin ich nicht zurückhaltend, vorsichtig oder misstrauisch, sondern lasse mich von meinen Gefühlen leiten", berichtet die Hip-Hop-Sängerin, deshalb ginge die Musik "direkt in die Fresse".

Nachdem sie zuletzt als Jury-Mitglied bei der Casting-Show "Popstars" zu sehen war, trat sie am 19. März 2004 bei der Show "Germany 12 Points!" im Ersten auf. Wie schon bei "Popstars" verrenkte sich Sabrina Setlur auch beim deutschen Vorentscheid nicht, sondern blieb sich selbst treu. Die Zuschauer hörten ein paar deutliche Worte bei ihrem Song "Liebe". In das kleine Finale, der zwei besten Songs kam sie aber nicht.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 19.03.2004 | 20:15 Uhr

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