Paolo Meneguzzi aus der Schweiz © NDR Foto: Rolf Klatt

Schweiz: Paolo Meneguzzi

"Era stupendo" ist Italienisch und heißt frei übersetzt "Das war wundervoll". Auch wenn in dem wundervollen Gesamtpaket, das eine Schweizer Jury für Belgrad geschnürt hatte, eine Menge Italien steckte, warf Paolo Meneguzzi in der serbischen Hauptstadt all sein Können für die Eidgenossen in die Waagschale. Der Sänger wurde 1976 in Mendrisio geboren, einer kleinen Gemeinde im Kanton Tessin in der italienischen Schweiz. Für seine musikalische Ausbildung ging der damals 18-Jährige nach Mailand. Seinen ersten großen Erfolg feierte Paolo Meneguzzi dann auch unter italienischer Flagge. Sein Song "Aria Ario" landete 1996 beim Internationalen Musikfestival Viña del Mar in Chile auf Platz eins und machte ihn in Südamerika zum Star. Das gleiche Kunststück gelang Meneguzzi 2001 auch in Italien. Zwar reichte es beim Finale des San Remo Festivals nur für Rang sieben, aber der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere war gelegt. Beim San Remo Festival gelangten ihm mehrere Top-Ten-Platzierungen, außerdem ist er mehrfach mit Gold und Platin ausgezeichnet.

Drei Sprachen zur Auswahl

Dass die Schweiz mit einem italienischen Titel beim Grand Prix an den Start geht, ist allerdings kein neues Phänomen. Die Eidgenossen haben selbst in Zeiten der Landessprachregelung wegen ihrer drei Hauptsprachregionen das Privileg genossen, Songs auf deutsch, französisch oder italienisch einreichen zu können . Der letzte italienische Beitrag der Schweiz wurde im Jahr 2000 von Jane Bogaerts gesungen. "La vita cos'è" landete in Stockholm mit 14 Punkten nur auf Rang 20 - bei insgesamt 24 Teilnehmern. Trotz dieses bescheidenen Ergebnisses schauen die Schweizer optimistisch nach Belgrad. Kein anderer Kandidat dürfte eine bessere Vorbereitung auf den Grand Prix genossen haben, wie Paolo Meneguzzi. Mit seinem Song "Grande" belegte er am 1. März  beim San Remo Festival den sechsten Rang.

Die Entscheidung für Meneguzzis Popballade "Era stupendo" fiel bereits am 13. November und wie in der Schweiz seit 2004 so üblich hinter verschlossen Türen. Der vorerst letzte Favorit der Schweizer Fernsehzuschauer, Piero Esteriore, scheiterte 2004 im Istanbuler Halbfinale mit null Punkten und veranlasste die Verantwortlichen des Schweizer Fernsehens dazu, in Zukunft lieber auf die Urteilskraft einer hauseigenen Expertenrunde zu vertrauen. Genützt hat es am Ende nichts: Auch Paolo Meneguzzi kam über das Halbfinale nicht hinaus.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 24.05.2008 | 21:00 Uhr

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