Thomas Anders - Geheimtipp für Osteuropa?

Thomas Anders © Guido Karp Foto: Guido Karp

Für alle deutschen ESC-Anhänger, die an die Balkan-Connection glauben, hat es am 9. März beim deutschen Vorentscheid nur eine Wahl geben können: Thomas Anders.

Seit die Zahl der Teilnehmerländer beim Eurovision Song Contest stetig gestiegen ist hält sich hartnäckig das Vorurteil, die Mitgliedsländer aus Osteuropa würden sich gegenseitig die Punkte zuschieben. Darüber hinaus würde ein eigenwilliger Musikgeschmack seit Jahren dafür sorgen, dass kein französischer Chanson, englischer Pop oder deutsches Liedgut beim ESC auf den vorderen Plätzen landen könnte. Soweit die krude Theorie, aber was könnte Thomas Anders mit seinem Titel "Songs That Liver Forever" dagegen in der Praxis tun?

Teilnehmer

You Can Win, If You Want

Zunächst hat der Sänger, der als Bernd Weidung am 1. März 1963 in Münstermaifeld bei Koblenz geboren wurde, mehrfach bewiesen, dass sein Herz für den Eurovision Song Contest schlägt. 2004 verkündete Anders von der ESC-Party auf der Reeperbahn die deutschen Länderpunkte für die Endrunde in Istanbul. Im selben Jahr saß er in der Jury der Stefan-Raab-Sendung "SSDSGPS" und kürte Max Mutzke zum Gewinner. Der Nachwuchssänger gewann anschließend den deutschen Vorentscheid und landete beim Finale in Istanbul auf Rang acht.

Megastar in Osteuropa

Thomas Anders © Guido Karp Foto: Guido Karp

Doch ausschlaggebend für einen ESC-Erfolg könnte die Vergangenheit des Sängers sein. Zwar wandelt Thomas Anders seit der Veröffentlichung seines Album "This Time" (2004) erfolgreich auf Solopfaden, seinen Ruhm begründete er aber in den 80er Jahren als die Stimme von Modern Talking. An der Seite von Dieter Bohlen war Anders nicht nur in Deutschland ein Jahrzehnt lang auf die Top 10 der Charts abonniert. Mit der Hitsingle "You're My Heart, You're My Soul" von 1984 begann für Anders gerade in den damaligen Ostblockstaaten der Aufstieg zum Megastar. Einen Großteil der annähernd 120 Millionen verkauften Modern-Talking-Platten gingen in Polen, in der damaligen Sowjetunion und im ehemaligen Jugoslawien über den Ladentisch.

Geht man also davon aus, dass alte Liebe nicht rostet, hätte Thomas Anders bei einer möglichen Finalteilnahme in Athen auf reichlich Punkte von seinen alten Anhängern in Warschau, Moskau und Belgrad spekulieren können. Aber er musste sich beim deutschen Vorentscheid Texas Lightning geschlagen geben.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 09.03.2006 | 20:15 Uhr