Gülseren vertrat die Türkei beim ESC 2005 © NDR Foto: Rolf Klatt

Türkei: Gülseren

Gülseren vertrat die Türkei beim ESC 2005 © NDR Foto: Rolf Klatt

In den beiden vergangenen Jahren überraschte die Türkei beim ESC mit dem Sieg von Sertab Erener in Riga 2003 und einem vierten Platz der Band Athena in Istanbul 2004. Das Land ließ sich vom Erfolg nicht unter Druck setzen und schlug in diesem Jahr wieder traditionellere Töne an: Musikalische Amateure waren ausdrücklich zugelassen, und alle Teilnehmer wurden dazu angehalten ausschließlich in ihrer Landessprache zu singen. Eine Jury aus Komponisten, Künstlern, Fan-Club-Mitgliedern und Beauftragten des Senders TRT wählte schließlich die Sängerin Gülseren mit ihrem ebenfalls in türkischer Sprache gesungenen Titel "Rimi Rimi Ley" aus, um das Land am 21. Mai im Finale in Kiew zu vertreten.

Sertab Erener, ESC-Siegerin von 2003, hatte bereits im Vorfeld öffentlich an den Erfolgschancen des Titels gezweifelt: "Dieser Song wird uns nicht die Punkte bringen, die wir in den letzten zwei Jahren geholt haben", sagte sie der türkischen Tageszeitung Hurriyet. Ihrer Meinung nach solle die Türkei weiterhin mit Titeln in englischer Sprache antreten. Erener fügte hinzu: "Ich erwarte von Gülseren keine besonders professionelle Performance auf der Bühne."

Dabei ist Gülseren keine Amateurin. Dass sie in der Türkei nur wenigen bekannt ist, liegt vermutlich daran, dass sie seit ihrem siebten Lebensjahr in Paris lebt. Dort studierte sie "Klassische Musik" und machte sich in einem weiteren Studiengang an der Universität für orientalische Künste, Literatur und Kultur mit ihrem Geburtsland vertraut. Heute unterrichtet Gülseren nebenbei Türkisch. Zwischen 1997 und 1999 trat sie allabendlich im berühmten Pariser Jazz-Club "Les Trois Mailletz" auf, 2001 nahm sie ihr Debüt-Album auf.

Als Reaktion auf die Kritik an ihrem Song wurde "Rimi Rimi Ley" neu abgemischt und die Sängerin arbeitete mit diversen Choreographen und Kostüm-Designern an einer perfekten Performance. Beim Finalauftritt in Kiew wurde entsprechend groß aufgefahren. Auf der Bühne wimmelte es geradezu vor bunt gekleideten Tänzern und Trommlern in Fantasiekostümen. Doch aller orientalischer Stimmung zum Trotz - am Ende kam Gülserens Ethnopop-Nummer nur auf Platz 13.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 21.05.2005 | 21:00 Uhr

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