Türkei: Sibel Tüzün

Sibel Tüzün trat 2006 für die Türkei an. © NDR/Rolf Klatt Foto: Rolf Klatt

Der Eurovision Song Contest ist in der Türkei eine Herzensangelegenheit und die Enttäuschung war groß, als im vergangenen Jahr Gülseren mit dem 13. Rang die direkte Qualifikation für das Finale 2006 verpasste. Bei den griechischen Nachbarn sollte ein Eigengewächs des türkischen Fernsehsenders TRT das europäische Publikum überzeugen: Sibel Tüzün mit ihrer Disco-Nummer "Superstar". Die 1971 in Istanbul geborene Sängerin startete ihre musikalische Ausbildung beim hauseigenen Chor von Radio Istanbul - einer der Sender in der großen TRT-Familie.

Musikalisch ist Sibel Tüzün in zwei Welten zu Hause: 1988 schaffte sie die Aufnahmeprüfung für das Staatliche Istanbuler Observatorium und belegte das Fach "Oper und Konzerte". Im selben Jahr trat sie zum ersten Mal beim türkischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an und wurde Neunte. 1992 gelang Sibel Tüzün der endgültige Karriere-Durchbruch mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums "Ah biz kizlar" ("US-Girl"). Fünf weitere Alben später gehört die Künstlerin in ihrer Heimat zu den musikalischen Schwergewichten.

Keine Angst vor Lampenfieber

Für Sibel Tüzün war das Halbfinale nur eine Zwischenstation zum Finale: Mit Rang acht qualifizierte sie sich souverän für die Runde der letzten 24. Kein Wunder bei ihrer Vielseitigkeit - neben ihrer klassisch ausgebildeten Stimme verfügt Sibel Tüzün auch über ein sehr belastbares Nervenkostüm: Sie ist Ko-Pilotin des türkischen Rallyefahrers Ethem Genim und hat unter anderem 2003 an den Läufen zur Weltmeisterschaft bei der Rallye Türkei teilgenommen. Im Finale in Athen stand sie ohne Lampenfieber auf der Bühne. Dennoch landete sie nur im Mittelfeld: Platz elf für "Superstar".

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 20.05.2006 | 21:00 Uhr

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