Stand: 16.05.14 10:56 Uhr

ESC 2015: Stadion, Messehalle oder AKW?

von Jette Studier
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit ESC-Gewinnerin Conchita Wurst. © ORF Foto: Milenko Badzic

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: "Unglaubliche Resonanz aus fast allen Bundesländern"

Nach dem Sieg für Österreich beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen ist das Gerangel um die Location für den ESC 2015 in vollem Gange. Beinahe das ganze Land spekuliert öffentlich über die Chancen einzelner Städte. Das stimmt ORF-Intendant Alexander Wrabetz zufrieden. Er sei froh über die "unglaubliche Resonanz aus fast allen Bundesländern", sagte er der Nachrichtenagentur APA.

Sehr gute Chancen malt sich Wien als Bundeshauptstadt aus. Gleich zwei Locations stünden hier zur Verfügung: Die Wiener Stadthalle könnte bis zu 16.000 Zuschauer unterbringen. Im Vergleich: Die B&W-Halle in Kopenhagen bot Platz für 10.000 Gäste. Eine Alternative wäre das Messegelände, das insgesamt 70.000 Quadratmeter Fläche umfasst. In einer der Hallen könnte auch das Pressezentrum Platz finden. Zudem ist der Standort mit einer eigenen U-Bahn-Station gut an das Verkehrsnetz angebunden.

Conchita Wurst: "Ich bin so dankbar!"

Glücklich und überwältigt stellt Conchita Wurst sich auf einer Pressekonferenz den Fragen der deutschen Journalisten. Wo in Österreich der ESC 2015 stattfinden soll, ist noch unklar.

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Jubiläum unter freiem Himmel?

Andere Städte haben bereits eine Open-Air-Veranstaltung in den Ring geworfen - obwohl der Contest hier bei schlechtem Wetter buchstäblich ins Wasser fallen könnte. Die Stadt Klagenfurt beispielsweise sieht ihr Wörthersee-Stadion als idealen Austragungsort. Der Sportpark bietet Platz für 32.000 Zuschauer. Einen ESC unter freiem Himmel sieht der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider als perfekte Alternative 2015: "Das 60-Jahr-Jubiläum des ESC könnte der ideale Anlass sein, hier neue Wege zu gehen und dem großen Publikumsinteresse Rechnung zu tragen", erklärte er in einer Pressemitteilung.

Salzburg lehnt ab

Auch in Niederösterreich spekuliert man über ein Open-Air-Event. Hier stünde beispielsweise das Gelände des AKW Zwentendorf zur Verfügung, das zwar gebaut, aber 1978 nach einer Volksabstimmung nie in Betrieb genommen wurde. Laut Nachrichtenagentur APA geht auch die Steiermark ins Rennen: So will der Freizeitpark Schwarzlsee bei Graz sein Gelände für den Contest zur Verfügung stellen. Allein Salzburg reißt sich nicht um den Zuschlag: Die Veranstaltung passe nicht in das Kulturprofil des Bundeslandes, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).

Konzept für ganz Österreich gesucht

Das Gelände der Messe in Wien. ©  Reed Messe Wien | Christian Husar Foto: Christian Husar

Auf dem Messegelände in Wien könnte der nächste ESC ausgetragen werden

Welche Stadt letztendlich den Wettbewerb 2015 austragen wird hängt aber nicht nur von der Größe der Location ab. Auch die Anbindung an Flughäfen und der Nahverkehr spielen eine Rolle. Nicht zuletzt sollten in der Umgebung genügend Hotelbetten für die Künstler und ihre Delegationen einerseits, aber natürlich auch für Presse und Fans zur Verfügung stehen. Im Detail müssten alle Anforderungen, die der Contest an das ausrichtende Land stellt, noch abgeklärt werden, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Er setze sich für ein Konzept ein, das nicht nur die Veranstalter-Stadt, sondern ganz Österreich repräsentieren könne.

Dass Österreich die Austragung des ESC noch ablehnt, wie beispielsweise Monaco und Luxemburg in den 70er-Jahren, scheint unwahrscheinlich. Schon am vergangenen Sonntag hatte ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm versprochen: "Jetzt, da wir gewonnen haben, wollen wir auch gute Gastgeber sein." Der ORF schätzt, dass sich die Kosten der ESC-Jubiläumsausgabe auf rund 20 Millionen Euro belaufen werden. Eine endgültige Entscheidung für einen Standort wolle man spätestens in zwei Monaten bekanntgeben.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr