"Versuche mich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren"

Stand: 18.03.2024 14:05 Uhr

Am 11. Mai vertritt Isaak Deutschland beim ESC 2024 in Malmö mit dem Song "Always On The Run". Aber wie aufgeregt ist er schon - und wie bereitet er sich vor? Das erzählt er im Interview mit eurovision.de.

Von der Straßenmusik auf die ESC-Bühne: Warum und wann hast du dich für diesen Schritt entscheiden und gesagt: Ich versuch’s?

Isaak: Es war ja nicht direkt von der Straßenmusik auf die ESC-Bühne. Da waren ja noch einige Steps dazwischen und es hat auch schon irgendwo Sinn ergeben. Es ist ja nicht so, dass ich vorher nur Straßenmusik und sonst nichts anderes gemacht habe und dann auf einmal von 0 auf 100 entschieden habe, dass ich jetzt zum ESC gehe. Erst kamen Single-Releases und es wurde ein Team aufgebaut. Dann wurde alles immer strukturierter und professioneller und dann war es auch irgendwie eine bewusste Entscheidung, dass das ein sehr großer nächster Step sein könnte. Die Idee kam aber tatsächlich gar nicht von mir, sondern von meinen Fans. Mit dem Release von "Water to the Seed" 2021 kamen viele Kommentare, dass ich doch mal für Deutschland beim ESC antreten sollte. Vorher war das gar nicht in meinen Gedanken präsent, dass ich irgendwann mal dahin gehen würde.

Isaak gewinnt den ESC-Vorentscheid und fährt für Deutschland nach Malmö. © NDR Foto: Claudia Timmann
Seinen ESC-Titel hat Isaak nicht mit Blick auf den internationalen Wettbewerb geschrieben.

Ist "Always On The Run" schon mit Blick auf eine ESC-Teilnahme entstanden?

Isaak: Nein, dieser Song wurde nicht auf den ESC geschrieben! Ich schreibe generell keine Songs für irgendwas Bestimmtes. Ich setze mich nicht hin und sage mir: 'Oh, bald ist Ostern, lass mal einen Ostersong schreiben.' Ich schreibe immer Songs über das, was gerade in mir drin ist und dann gerade nach draußen will - ganz unabhängig von Zeiten oder Trends.

Was macht für dich den größten Unterschied aus, auf der Straße Musik zu machen oder vor einem TV-Publikum?

Isaak: Ich glaube, der größte Unterschied ist die Freiheit, die man bei der Straßenmusik hat und verspürt.

Wie liefen die Tage für dich nach dem deutschen Finale ab?

Isaak: Ehrlich gesagt, relativ entspannt. Ich hatte zwar viele Termine, allerdings waren die meisten von Zuhause aus. Ich hatte bisher nur drei Auswärtstermine, die kommen jetzt erst alle richtig. Aber in der Zeit direkt nach dem Finale waren sehr viele Interviews vom Laptop oder Telefon aus, viele strukturierende Gespräche. Aber ich hatte tatsächlich bisher sehr viel Zeit für meine Family und das fand ich sehr schön.

Die Inszenierung deines Auftritts im deutschen Finale war eher reduziert. Kannst du schon etwas über deine Performance für Malmö verraten?

Isaak: Klar kann ich das, mache ich aber nicht!

Abgesehen von der Bühnenshow: Wie bereitest du dich auf Malmö vor?

Isaak: Ehrlich gesagt: gar nicht. Ich bereite mich so darauf vor, dass ich versuche, noch nicht daran zu denken und dass ich noch etwas chille. Mir ist wichtig, dass ich in einem relativ entspannten Modus auf die Bühne gehe. Ich kann es mir in dieser Situation nicht erlauben, mich von einem psychischen Druck fertig machen zu lassen. Ich sehe das als meine wichtigste Aufgabe und zum Glück ermöglicht mir mein Team das auch, die echt eine Menge Zeug für mich übernehmen, sodass ich heftig gechillt auf diese Bühne gehen kann. Das ist meine Vorbereitung.

VIDEO: Isaak im ESC-Bewerbungsgespräch (6 Min)

Du machst den Eindruck, als könnte dich so leicht nichts aus der Bahn werfen. Aber mal Hand auf's Herz: Wie nervös macht dich der Gedanke, dass am 11. Mai über 180 Millionen Menschen weltweit deinen Auftritt sehen werden?

Isaak: Bisher gar nicht so richtig. Die Nervosität wird mit Sicherheit unmittelbar vorher kommen, aber jetzt gerade versuche ich wirklich mich auf mich selbst zu fokussieren und nicht daran zu denken, wie viele Menschen mich da sehen werden. Ich versuche mich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren und mich nicht davon ablenken zu lassen, wie ich wirken könnte oder was Andere von mir denken. In dem Moment bin ich ganz bei mir und mache das, was ich am besten kann.

Deutschlands Ergebnisse in den letzten Jahren waren durchwachsen. Empfindest du eine Art Druck mit Blick auf das Finale in Malmö?

Isaak: Nö!

Du bekommst viel Feedback zu deinem Song - positives, wie auch negatives. Wie gehst du damit um?

Isaak mit "Always On The Run" auf der Bühne beim ESC Vorentscheid in Berlin. © NDR Foto: Claudia Timmann
Isaak bekommt zu seinem ESC-Song viel gutes Feedback.

Isaak: Ich bekomme zu dem Song viel mehr positives als negatives Feedback und da versuche ich wirklich, mich auch überall zu bedanken und mich den Leuten erkenntlich zu zeigen, wenn es irgendwie möglich ist. Ich bekomme sehr, sehr viele Nachrichten und ich habe leider noch lange nicht alle beantwortet. Ich weiß auch nicht, ob ich noch an den Punkt kommen werde, alle beantworten zu können, weil es jetzt immer mehr zu tun gibt und ab dem 11. Mai kommen dann bestimmt nochmal viel mehr Nachrichten dazu. Aber wie gesagt: Ich versuche auf alles zu reagieren, was reinkommt. Wirklich konstruktive Kritik bekomme ich gar nicht so viel. Es sind Leute bzw. Hater dabei, die sagen 'Ey, dein Song ist nichts'. Aber was sollte ich darauf antworten? Dann ist das eben so. Dann findet diese Person den Song eben nicht gut, aber das ist nicht mein Problem, sondern seins.

Deine Mutter ist Isländerin. Gehst du neben den Pre-Partys in Amsterdam, London und Madrid auch auf isländischen Stimmenfang?

Isaak: Da kümmert sich meine Familie drum! Die sind da schon alle voll am Durchdrehen, mobilisieren die Leute und machen richtig Alarm für mich!

Was erwartest und/oder erhoffst du dir von deiner gesamten ESC-Reise?

Isaak: Ich kann nicht wirklich sagen, was ich mir noch erhoffe, weil das, was ich mir erhofft habe, bereits in Kraft getreten ist! Alles was jetzt kommt, ist irgendwie nur die Cherry on the top und selbst wenn ich den letzten Platz machen sollte, würde es die Sache trotzdem wert machen. Für mich ist es so oder so ein Gewinn!

Wer begleitet dich nach Malmö?

Isaak: Das finden wir gerade nach und nach heraus. Auf jeden Fall meine Managerin, meine Frau und meine Eltern. Wir würden auch gerne unseren älteren Sohn mitnehmen, aber da wird der Jugendschutz wohl leider nicht mitspielen. Sonst kommt meine Schwiegermutter noch mit und eine Freundin, die im Publikum sitzen wird. Alles Weitere wird sich in den nächsten Tagen und Wochen aber noch genauer zeigen.

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 11.05.2024 | 21:00 Uhr

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