Stand: 02.08.18 23:59 Uhr

Herzlichen Glückwunsch, Massiel!

Massiel lehnt an einer Steinmauer. Schwarz-Weiß-Foto © picture alliance/dpa Foto: Rowan

1968 gewann Massiel den ESC mit dem Song "La La La".

Bis zum April 1968 war Massiel eine spanische Entertainerin im Nachwuchsbereich, hatte hier und da kleinere Hits. Aber an diesem Sonnabend, dem 6. April, wurde sie in der Royal Albert Hall von London, wenigstens für einige Jahre, zur Berühmtheit weit über ihre Heimat hinaus: Massiel gewann den 13. Eurovision Song Contest mit dem schmissigen Titel "La La La". Am 2. August feierte sie ihren 71. Geburtstag.

Dass sie den Favoriten Cliff Richard mit seinem Song "Congratulations" hinter sich ließ, war ja nicht das Wunder allein: Massiel, 1947 in Madrid als María de los Ángeles Felisa Santamaría Espinosa geboren, wusste bis zwei Wochen vor der ersten Probe nicht, dass sie beim ESC auftreten würde. Manuel Serrat sollte eigentlich den Titel "La La La" präsentieren, aber der Mann aus Katalonien wollte auf Katalanisch singen, was das rechtsdiktatorische Franco-Regime verbot.

Die Chance ihres Lebens

Also kam Massiel zum Einsatz, die sich über die Chance ihres Lebens natürlich mächtig freute. Und sie war eine gute Ersatzkandidatin, eine sehr gute sogar. Ihre Frische in der Performance des glamourösen Arrangements trug ihr viele Punkte ein, vor allem aus Deutschland. Ob da etwas bei den Jurys geschoben worden sei - das wüssten nur die Götter, sagte Massiel vor einigen Jahren. Ist auch egal: Sie ist eine furiose Entertainerin, die zuletzt in einem Stephen-Sondheim-Musical die Rolle einer vergessenen Filmdiva spielte.

Massiel gehört zur Geschichte der Alltagskultur Spaniens im letzten Jahrhundert wie nur wenige andere. Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag!

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 06.04.1968 | 21:00 Uhr