Stand: 02.03.2016 16:25 Uhr  | Archiv

Decora Kei - Der Modestil von Jamie-Lee

Mit knallbunten, eigenwillig kombinierten Klamotten und einem üppigen Kopfschmuck, in den sogar eine kleine Pandabär-Figur eingearbeitet war, hat sich die deutsche ESC-Kandidatin Jamie-Lee Kriewitz bei "Unser Lied für Stockholm" dem Publikum präsentiert. Über den ausgefallenen Geschmack der 17-Jährigen aus Springe bei Hannover hat sich sicher so mancher ESC-Fan gewundert. Doch hinter dem Kleidungsstil steckt mehr: Jamie-Lee ist Fan der japanischen Manga-Kultur.

Fantasiewelten treffen auf wirkliches Leben

Ein Manga-Fan hat sich bei der Animaco in Berlin als Manga-Heldin "Miku Hatsune" verkleidet. © Picture-Alliance / ZB
Als "Miku Hatsune" verkleidet, flaniert dieser Fan über die Animaco-Messe in Berlin.

Mangas sind Comics und Animes (Animationsfilme), die sich durch eine besondere Bildästhetik beispielsweise der Gesichtszüge der Figuren auszeichnen. Manga heißt ins Deutsche übersetzt so viel wie "zwangloses Bild". In Mangas müssen häufig Heldinnen mit ausladenden Frisuren Abenteuer in kunstvollen Fantasiewelten bestehen. In Deutschland wurde die Manga-Kultur dem breiten Publikum vor allen Dingen durch die Anime-Serie "Sailor Moon" bekannt. Die Episoden handeln von der gleichnamigen schönen Mädchenkriegerin, die - mit magischen Kräften ausgestattet - gegen das Königreich der Dunkelheit kämpft. Mittlerweile hat sich ausgehend von Japan auch in Deutschland eine Fanszene entwickelt - zeitlich hinkt diese allerdings den neuesten Trends in Japan immer etwas hinterher. Die Anhänger treffen sich unter anderem im jährlichen Wechsel in Berlin entweder auf der Animaco oder der Mega Manga Convention, beides Jugendmessen mit dem Schwerpunkt auf asiatischer Pop-Kultur. (Anmerkung der Redaktion: Anders als in einer ursprünglichen Version des Artikels behauptet, findet die Animaco nicht jährlich, sondern nur alle zwei Jahre statt.)

Cosplay: Den Helden ganz nah

Ein Manga-Fan hat sich bei der Animaco in Berlin im Stil "Lolita Decora" verkleidet. © Picture-Alliance / dpa
Ganz unterschiedliche Stile gehören zur Szene: Dieser Fan hat sich dem "Lolita Decora" verschrieben.

Ein Teil dieser Manga-Fans sind Anhänger der sogenannten Cosplay-Szene, sie kleiden sich wie ihre Manga-Vorbilder, um ihren Helden ganz nah zu sein und in die Traumwelt der Geschichten abzutauchen. Auch hierbei gibt es wieder unzählige Subkulturen und Stile wie Oshare Kei oder Visual Kei. Jamie-Lee hat sich bei ihren Outfits vom Decora Kei inspirieren lassen. Ins Deutsche übersetzt heißt das so viel wie "Dekorationsstil".

Kennzeichnend für diesen Stil ist unter anderem der sogenannte Layer-Look, bei dem mehrere bunte Kleidungsstücke kombiniert und übereinander getragen werden. Zu kurzen Röcken tragen die "Decora-chan", wie die Anhängerinnen heißen, beispielsweise gerne mehrere verschiedenfarbige Strümpfe oder Stulpen - auch bunte T-Shirt-Schichten sind beliebt. Das prägendste Stilelement ist jedoch, dass auffallend viele Accessoires wie Schmuck oder Spielfiguren aus den Comics getragen werden. Das ließ sich besonders gut an Jamie-Lees Kopfschmuck mit der Panda-Figur wiedererkennen.

Porträt
Jamie-Lee steht in einer märchenhaften Kulisse. © NDR / Rolf Klatt Foto: Rolf Klatt

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2016 | 21:00 Uhr