Urban Symphony © Eurovision.tv

Estland: Urban Symphony

Jung, schön und talentiert: Die 16- bis 21-jährigen Musikerinnen des Streicher-Quartetts Urban Symphony haben mit ihrem Titel "Rändajad" (Pilger) ihre Chancen auf eine Finalteilnahme genutzt und können stolz auf ihren respektablen sechsten Platz sein. Zumindest wenn es nach der Auffassung der überragenden Mehrheit der estnischen ESC-Fans geht. Den Vorentscheid gewannen die vier Schönheiten aus dem nördlichsten der drei baltischen Staaten sensationell mit 82 Prozent der Televoterstimmen und fast einstimmiger Juryentscheidung. Urban Symphonys poetischer Titel "Rändajad" wird selbstbewusst auf Estnisch gesungen. Der Text handelt von mutigen Wanderern in der Wüste, die Hitze und nächtliche Kälte ertragen und dabei ihren Weg nicht aus den Augen verlieren.

Urban Symphony © eurovision.tv Foto: Alain Douit (EBU)

Estland: Urban Symphony - "Rändajad"

Eurovision Song Contest

Die Musikerinnen des Streich-Quartetts singen von mutigen Wanderern in der Wüste. In Moskau holten sie damit den sechsten Platz.

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Ein weiteres Werk des erfolgreichsten Komponisten Estlands

Urban Symphony für Estland im Finale des ESC 2009 © NDR Foto: Rolf Klatt

Urban Symphony für Estland im Finale des ESC 2009.

Geschrieben, komponiert und produziert wurde der Song "Rändajad" vom estnischen Erfolgskomponisten Sven Lõhmus. Der 36-Jährige gilt als der Ralph Siegel Estlands. 2005 startete seine Kreation Vanilla Ninja für die Schweiz beim ESC in Kiew und landete auf dem achten Platz. Im selben Jahr nahm er auch als Komponist des estnischen Beitrags "Let's Get Loud" seiner zweiten Girlband Suntribe teil. Allerdings schied Estland damit bereits im Halbfinale von Kiew aus.

Der umtriebige Lõhmus war bisher bei fast jedem ESC-Vorentscheid mit mindestens einem Act vertreten. Auch diesmal hatte er mit Urban Symphony und der Sängerin Laura (Ex-Suntribe) mehrere Eisen im Feuer, und im ersten Wahlgang hatten die Televoter sogar Laura knapp vor Urban Symphony gewählt. Doch die Jury setzte sich durch und schickte das Streicher-Quartett zusammen mit der Band Traffic in die Endrunde, die dann überraschend klar zugunsten der attraktiven Musikerinnen von Urban Symphony entschieden wurde.

Blauäugige Pokahontas mit Violine

Urban Symphony treten für Estland an © ETV

Violinistin und Sängerin Sandra Nurmsalu von Urban Symphony.

Die auffälligste Erscheinung bei Urban Symphony ist zweifellos die dunkelhaarige Violinistin und Sängerin Sandra Nurmsalu, deren klare Stimme und tiefblaue Augen das Publikum in ihren Bann ziehen. Die schlanke 20-jährige Schönheit hatte schon lange vor, ihre beiden Leidenschaften Gesang und Geigenspiel miteinander zu verbinden und spielte neben ihrem klassischen Musikstudium in mehreren Folk-Bands. Als sie vor zwei Jahren an einem Nachwuchswettbewerb des estnischen Fernsehens als Sängerin teilnahm und dabei gemeinsam mit einer Band ein Stück einstudierte, kam ihr die Idee zu Urban Symphony. Zu singen, Violine zu spielen und dabei klassische mit modernen elektronischen Klängen zu kombinieren war genau das, was sie aus ihrem Talent machen wollte.

Mit Sven Lõhmus hatte sie einen erfahrenen Produzenten und Komponisten an ihrer Seite und bald auch die passenden Mitstreiterinnen gefunden. Die 18-jährige Johanna Mängel und das 16-jährige Küken der Band, Mari Möldre, spielen seit ihrer Kindheit Cello und haben inzwischen auch Bühnenerfahrung mit mehreren Folkbands und Klassik-Orchestern gesammelt. Die Viola-Spielerin Mann Helstein ist mit 21 Jahren das älteste Bandmitglied und war bereits mit großen Orchestern in ganz Europa auf Tournee. Zusammen können die vier jungen Frauen über 40 Jahre Erfahrung als professionelle Musikerinnen vorweisen.

Urban Symphony treten für Estland an © ETV

Das Quartett hat einen beachtlichen sechsten Platz erreicht.

Gemeinsam haben sie den eigentümlichen Stil von Urban Symphony entwickelt. "Die Musik von Urban Symphony soll einen märchenhaften Effekt auf die Zuhörer haben", sagen die vier Musikerinnen, "schlicht, ernsthaft und doch verträumt". Für den Auftritt beim ESC in Moskau wird das Quartett noch um die Background-Sängerinnen Marilin Kongo und Mirjam Mesak ergänzt. Man darf gespannt sein, ob die ungewöhnliche Mischung aus Klassik und Moderne auch in anderen Ländern so gut ankommt wie bei den Esten. Zumindest für den Einzug ins Finale und einen beachtlichen sechsten Platz hat es gereicht.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 16.05.2009 | 21:00 Uhr

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