Giorgos Alkaios & Friends für Griechenland im 1. Halbfinale des ESC 2010 © NDR Foto: Rolf Klatt

Griechenland: Giorgos Alkaios & Friends

von Marco Lambrecht

Griechenland schickte mit Giorgos Alkaios ein Schwergewicht der heimischen Musikszene zum 55. Eurovision Song Contest nach Oslo. Der auf der Peloponnes seit über 18 Jahren gefeierte Sänger bekam aber vom griechischen Fernsehsender ERT keinen Freifahrtschein. Nach der vorzeitigen Disqualifikation von zwei Kandidaten warteten beim Vorentscheid am 13. März 2010 schließlich sechs Konkurrenten darauf, dass der haushohe Favorit ins Stolpern gerate. Sie warteten vergeblich. Als Dritte der Jury-Abstimmung und eindeutige Favoriten der Zuschauer sicherten sich Giorgos Alkaios & Friends mit "OPA" den Sieg.

Griechenland: Giorgos Alkaios & Friends © ERT

Griechenland: Giorgos Alkaios & Friends - OPA

Das Video zum griechischen Beitrag: OPA von Giorgos Alkaiso & Friends.

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Tanzendene Bürogemeinschaft 

Die "Freunde" standen dabei nicht wirklich auf der Bühne. Mit dem Bandnamen ehrt Giorgos Alkaios nicht die Tänzer, die ihn bei seinem Grand Prix Auftritt begleiten, sondern vielmehr die Mitglieder der "Friends Music Factory" - eine Art Bürogemeinschaft, die für Giorgos Alkaios seine kreative Heimat ist.

Der Ruf der Kunst

Fußball, Karate oder Basketball? In jungen Jahren konnte sich Giorgos Vasiliou - seinen Künstlernamen hatte er noch nicht - beim besten Willen nicht entscheiden, in welcher Sportart er ein Star werden wollte. Da traf es sich gut, dass der Teenager vier Sommer in Folge im "Happy Village" in der Nähe von Athen verbrachte. In diesem Camp für Musik und Theater infizierte sich der Sohn eines griechischen Vaters und einer portugiesischen Mutter mit dem Künstlervirus. Zwar absolvierte Giorgos noch eine Lehre als Elektroinstallateur, aber 1989 folgte der damals 17-Jährige seiner wahren Berufung.

Giorgos kommt ans Licht

Giorgos Alkaios & Friends © ERT

Giorgos Alkaios & Friends.

Er nahm mit geschätzten 1.500 anderen Schauspielern, Sängern und Tänzern an der Vorauswahl für die griechische Reality-Show "Komm ins Licht" teil und gehörte zu den 20 glücklichen Bewerbern, die zum Finale eingeladen wurden. Im gleichen Jahr überstand der junge Grieche auch das Vorspielen für sein erstes Theaterstück: Eine Inszenierung des klassischen Dramas "Antigone" von Sophokles im antiken Theater von Epidauros.

Aus Vasiliou wird Alkaios

Im Jahr 1991 benutzte der Sänger beim Musikfestival von Thessaloniki zum ersten Mal den Künstlernamen Giorgos Alkaios. Er gewann den Wettbewerb vor dem späteren zweimaligen ESC-Teilnehmer Sakis Rouvas. Damit wurde sein neuer Name ein fester Bestandteil der griechischen Charts. Bis zu seiner eigenen Teilnahme beim Contest 2010 veröffentlichte Alkaios nicht weniger als 20 Alben, von denen drei mit Platin ausgezeichnet wurden. Einen seiner größten Hits haben aber andere für ihn gesungen.

Opa Opa oder OPA? 

Die bisher einzige griechische ESC-Siegerin, Helena Paparizou, landete mit der Alkaios-Komposition "Opa Opa" im Jahr 2000 einen Verkaufsschlager in Skandinavien - damals war die Sängerin noch Teil des Duos Antique und lebte in Schweden. Der Erfolg von damals schien ein gutes Omen für Oslo zu sein: Zwar ging Giorgos Vasilious dort mit nur einem "OPA" ins Rennen, aber beide Songs zeichnen sich durch die selben Stärken aus: ein animierender Rhythmus gepaart mit griechischen, orientalischen und modernen musikalischen Elementen.

Im ersten Halbfinale kamen Giorgos Alkaios und seine dynamischen Griechen ungefährdet eine Runde weiter. Im Finale wollten sie mit "OPA" dann richtig angreifen, fanden aber ihren Meister in einer 19-Jährigen Hannoveranerin. Somit reichte es für Giorgos Alkaios nur für Platz acht.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 29.05.2010 | 21:00 Uhr