Boaz Mauda aus Israel © NDR Foto: Rolf Klatt
Stand: 15.04.08 11:13 Uhr

Israel: Boaz Mauda

"Jemenitische Nachtigall", "Israelischer Joselito" oder gar "Jemenitischer Cowboy" - die Ehrenbezeichnungen von Boaz Mauda sind ebenso zahlreich wie seltsam, aber dennoch lässt sich eine klare Botschaft erkennen: Der israelische Kandidat für den Grand Prix in Belgrad hat Vorfahren aus dem Jemen, versteht etwas von Rindviechern und - was für den Contest von Bedeutung ist - hat eine herausragende Stimme. Aufgewachsen ist Boaz Mauda in einem Moschaw im Norden Israels. Das ist eine landwirtschaftliche Siedlung, die ähnlich wie ein Kibbuz genossenschaftlich organisiert ist. Der Moschaw, in dem der 20-Jährige groß geworden ist, heißt Elyakim und wurde von jemenitischen Juden gegründet.

Teilnehmer

ESC 2008: Boaz Mauda

Wahrscheinlich würde sich Boaz Mauda dort immer noch um die Viehzucht der Familie kümmern, hätte nicht ein Freund den Ahnungslosen 2007  für die israelische Casting-Show "Kochav Nolad" angemeldet. Denn Mauda verrät zwar in seiner eigenen Biografie, dass er schon als kleiner Junge von einer Gesangskarriere geträumt habe, aber seine einzigen öffentlichen Auftritte hatte er bis dahin in der Synagoge absolviert - beim Singen hebräischer Gebetslieder.

Der Gewinner ist ...

Boaz Mauda aus Israel © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Die Casting-Show "Kochav Nolad" machte Boaz über Nacht nicht nur zum Star, sondern auch zum ESC-Kandidaten.

Die fünfte Staffel von "Kochav Nolad" - auf Deutsch "Ein Star ist geboren" - stellte das Leben von Boaz Mauda komplett auf den Kopf. Mit seiner klaren, hellen Stimme schaffte er es bis in die Runde der letzten Drei. In der Finalshow am 29. August 2007 wählten ihn 50 Prozent der knapp eine Million Zuschauer zu ihrem Favoriten. Zu diesem Zeitpunkt ahnten weder der Sieger noch seine Anhänger, dass damit auch der Kandidat für den Eurovision Song Contest gefunden war.

Dana International schreibt ESC-Song für Nachtigall

Am 14. November 2007 verkündete das israelische Fernsehen überraschend, dass man auf den eigentlich geplanten Vorentscheid verzichten werde. Der Entscheidung war ein öffentlicher Streit vorausgegangen, welche Kandidaten für "Kdam 2008", dem israelischen Vorentscheid, überhaupt in Frage gekommen wären. Die Fernsehgewaltigen zogen kurzerhand einen Schlussstrich unter die Diskussion und nominierten Boaz Mauda als Gewinner von "Kochav Nolad". Fehlte nur noch ein Titel. Den durften die Zuschauer am 26. Februar 2008 auswählen. Die jemenitische Nachtigall präsentierte in einer abgespeckten Kdam-Version fünf Lieder von unterschiedlichen Komponisten. Die meisten Stimmen erhielt die epische Ballade "Ke'ilo", geschrieben von Israels Grand Prix Ikone Dana International und Shai Kerem. In Belgrad galt Boaz Mauda als Geheimfavorit, wurde dieser Rolle aber nicht ganz gerecht. Mit 124 Punkten landete er auf den neunten Platz.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 24.05.2008 | 21:00 Uhr

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