Die Teapacks treten beim ESC 2007 für Israel an. © NDR Foto: Rolf Klatt

Israel: Teapacks

Seit gut 20 Jahren ist die Band Teapacks in Israel im Geschäft. Im Spätherbst ihrer Karriere wollten Leadsänger und Songschreiber Kobi Oz und seine Bandkollegen in Helsinki für ihr Heimatland im Halbfinale "auf den Knopf drücken". "Push The Button" - gesungen auf Englisch, Französisch und Hebräisch - hieß der rotzige Song der Gruppe, der am 27. Februar 2007 vom israelischen Fernsehpublikum zum Grand Prix Beitrag erkoren wurde. Zur Abstimmung standen insgesamt vier Teapacks-Song und beinahe hatte die Wahl zu einem Eklat geführt.

Drohende Disqualifikation

Die Teapacks treten beim ESC 2007 für Israel an. © NDR Foto: Rolf Klatt

Die "Teebeutel" schafften es mit "Push The Button" nicht ins Finale.

Nicht der wilde Stilmix aus Folk, Rock, Chanson und Rap war einigen Grand Prix Organisatoren ein Dorn im Auge, sondern die angebliche politische Stoßrichtung des Songs. Einige Textzeilen seien an den iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad gerichtet, der damit drohe, Israel von der Landkarte verschwinden zu lassen, hieß der Vorwurf. Da das Reglement des Wettbewerbs politische Aussagen auf einer Grand Prix Bühne nicht erlaubt, wurde der Ruf laut, "Push The Button" zu disqualifizieren. Kobi Oz erwiderte in einem Interview seinen Kritikern: "Wir singen über unsere Sehnsucht, in Ruhe zu leben, ohne Terror, ohne Drohungen. Und es ist ein wirklich europäischer Song, weil es überall Terror gibt und es überall verrückte Anführer gibt. Jeder kann den Knopf drücken und Leben beenden".

Happy End für "Push The Button"

Aufatmen dann am 14. März 2007: Svante Stockselius, von der European Broadcasting Union (EBU) mit der Durchführung des Contest beauftragt, erteilte allen eingereichten Beiträgen grünes Licht. Am Ende blieb somit nur einer auf der Strecke: der Keyboarder der Teapacks. Ein weiteres Statut des Contest besagt nämlich, dass bei jedem ESC-Auftritt maximal sechs Personen auf der Bühne stehen dürfen. Teapacks besteht aber aus sieben Musikern.

Tastenmann Noam Yankelevich verzichtete deshalb wie bereits beim israelischen Vorentscheid Eurovil auf seinen Einsatz. Sicher drückte er seinen Kollegen die Daumen, geholfen hat es freilich nichts. Die "Teebeutel" kamen als Sextett nur auf 17 Zähler und fuhren als 24. der Qualifikation wieder zurück in ihre Heimat.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 12.05.2007 | 21:00 Uhr

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