Litauen: Inculto © LRT Foto: Algis Kriščiūnas

Litauen: InCulto

von Marco Lambrecht

Es liegt in der Natur eines jeden Wettbewerbs - und der Eurovision Song Contest macht da keine Ausnahme - dass sich am Ende alle um den Gewinner scharen. Die Geschichte des litauischen Vorentscheids 2010 wäre aber unvollständig erzählt, wenn sie nur von der Siegerband InCulto handeln würde.

InCulto für Litauen im 2. Halbfinale des ESC. © NDR Foto: Rolf Klatt

Litauen: InCulto - "Eastern European Funk"

In kurzen Glitzerhosen präsentieren InCulto ihr Heimatland Litauen beim ESC in Oslo. Ihr "Eastern European Funk" konnte aber nicht überzeugen, im zweiten Halbfinale war Schluss für die Band.

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Sieg und Niederlage

Am Abend des 4. März 2010 richteten sich in Vilnius nach der Punktevergabe vielmehr alle Augen auf die Zweitplatzierte der zwölf Interpreten starken Konkurrenz, Aisté Pilvelyté. Zum achten Mal hatte die 31-jährige Sängerin beim Vorentscheid zum Mikrofon gegriffen und als die Juroren und Televoter unisono InCulto auf Platz eins und Aisté auf Rang zwei wählten, fürchteten nicht wenige um die gesundheitliche Verfassung der erneut Geschlagenen. Diese nahm das Votum jedoch äußerlich gefasst auf - und dank der helfenden Hand von Moderator Giedrius Masalskis legte sie einen würdevollen Abgang hin. Nun war die Bühne frei für die Siegesfeier von InCulto und ihren Song "Eastern European Funk".

Der Aufstieg InCultos

InCulto für Litauen im 2. Halbfinale des ESC.

InCulto für Litauen im 2. Halbfinale des ESC.

Die Teilnahme beim Eurovision Song Contest gehört sicherlich zu den größten Erfolgen der 2003 in Vilnius gegründeten Band, aber InCulto sind nicht ganz ohne Vorschusslorbeeren in die nationale Qualifikation gestartet. Beim wichtigsten litauischen Musikpreis "Bravo" wurden sie 2004 als beste Newcomer ausgezeichnet. Ihr Debütalbum "Post-Sov-Pop" von 2005 verhalf der Band und ihrer wilden Mischung aus Funk, Ska und lateinamerikanischen Rhythmen zum endgültigen Durchbruch. Der Hörfunksender Radiocentras kürte sie zur besten alternativen Band des Jahres und bei der Verleihung des Bravos erfolgte gar der Ritterschlag zur besten Band Litauens. 2007 brachten InCulto ihr lang erwartetes zweites Album "Hits In The Land Of Mary" auf den Markt.

Die dezimierte Band

Das Grand-Prix-Line-up der Gruppe besteht aus Sänger und Gitarrist Jurgis Didžiulis, Aurelijus Morlencas am Bass, Schlagzeuger Sergej Makidon, Nerijus Laukaitis an der Posaune und Trompeter Laurynas Lape. Bandmitglied Algirdas Drema, normalerweise zuständig für elektronische Soundeffekte, stand beim Vorentscheid nicht auf der Bühne - obwohl das Grand Prix Reglement sechs Künstler zulassen würde.

Trickkleider statt Instrumente

Bei ihrem Sieg mit "Eastern European Funk" verzichteten InCulto nicht nur auf Kollege Drema, sondern auch auf ihre Instrumente. Stattdessen kamen karierte Anzughosen zum Einsatz, die sich mit einem geschickten Handgriff entfernen ließen, um zum großen Finale ihres Auftritts die Sicht auf nackte Beine und glitzernde Unterwäsche freizugeben.

Das Ende in Oslo

InCulto aus Litauen © EBU Foto: Giel Domen

InCulto aus Litauen.

Trickkleider sind beim Grand Prix immer in Mode, aber in Oslo reichte es für InCulto nicht für einen Platz unter den Finalisten. Mit ihren Unterhosen konnten sie wohl glänzen, aber der Sound von "Eastern European Funk", der sich einer einfachen Genre-Zuordnung entzieht, kam in Europa nicht an. Für ihren Mix aus Ska, Pop und unzähligen anderen Stilen war im zweiten Halbfinale Endstation.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 29.05.2010 | 21:00 Uhr

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