Gjoko Taneski für Mazedonien im 1. Halbfinale des ESC 2010 © NDR Foto: Rolf Klatt

Mazedonien: Gjoko Taneski

von Marco Lambrecht

Die Bilanz mazedonischer Künstler beim Eurovision Song Contest ist nicht gerade mit Erfolgserlebnissen gespickt. Bei insgesamt neun Teilnahmen seit 1998 sprang für den Balkanstaat bislang keine einzige Top-Ten-Platzierung heraus. Und auch beim 55. Eurovision Song Contest in Oslo sollte der Durchbruch nicht gelingen: Für Mazedonien war nach dem Halbfinale Schluss.

Gjoko Taneski vertritt Mazedonien. © MKRTV Foto: Cedo Popovski

Mazedonien: Gjoko Taneski - Jas ja imam silata

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Das Skopje Fest 2010

Die Kandidatensuche in Mazedonien fand am 20. Februar 2010 mit dem Skopje Fest seinen Abschluss. Die Macht der Entscheidung überließ das mazedonische Fernsehen jeweils zur Hälfte einer Expertenrunde und den Zuschauer an den Bildschirmen zu Hause. 16 Kandidaten standen zur Wahl, zuvor ausgesiebt in zwei Qualifikationsrunden. Nach der finalen Punktevergabe herrschte zwischen den beiden Sängern Gjoko Taneski und Vlatko Ilievski Gleichstand an der Spitze. Da die Stimmen der Jury bei einem Patt den Ausschlag geben sollten, freute sich am Ende Gjoko Taneski über das Ticket zum Grand Prix.

Ein unschlagbares Angebot

Gjoko Taneski vertritt Mazedonien. © MKRTV Foto: Cedo Popovski

Gjoko Taneski vertritt Mazedonien.

Der 33-jährige Sänger stammt aus Ohrid, einem beliebten mazedonischen Touristenort nahe der albanischen Grenze. Seine Karriere als professioneller Musiker startete Taneski bereits 1996. Neben seinem Engagement in zahlreichen Bands hat er bislang zwei Soloalben veröffentlicht. Seine Teilnahme beim Grand Prix verdankt er Kristijan Gabrovski. Der Komponist habe ihm angeboten, mit dem Song "Jas ja imam silata" beim mazedonischen Vorentscheid anzutreten, erklärt Taneski in einem Interview mit escdaily.com.

Im selben Gespräch wird deutlich, warum Gjoko Taneski dieses Angebot nicht ausschlagen konnte: "Mein favorisierter Musikstil ist Rock und Poprock", verrät der Sänger und beschreibt damit haargenau den Stil von "Jas ja imam silata". Die Melodie seines Siegertitels bewegt sich zwischen Pop und Rock und gipfelt schließlich in einem Gitarrensolo, das sogar einer Heavy-Metal-Band gut zu Gesicht stehen würde. Etwas aus dem Rahmen fällt dagegen der Sprechgesang bei Minute zwei, für die Gjoko Taneski den Rapper Billy Zver als Verstärkung auf die Bühne holt.

Kein gutes Omen

Gjoko Taneski vertritt Mazedonien. © MKRTV Foto: Cedo Popovski

Gjoko Taneski vertritt Mazedonien.

Rock, Pop und Rap? Bis zur Punktevergabe im ersten Halbfinale in Oslo konnte über die Erfolgsaussichten des Songs nur spekuliert werden, aber schon die Omen sprachen gegen "Jas ja imam silata". 2009 scheiterten die mazedonische Gruppe Next Time mit einer Poprock-Nummer knapp im Halbfinale. Und im Jahr zuvor erlitt Tamara das selbe Schicksal, obwohl sie ihren Titel mit den Rappern Vrcak und Adrian aufgepeppt hatte. Und auch in diesem Jahr kam es, wie es kommen musste: Der neueste mazedonische Titel fiel bei Zuschauern und Juroren durch.

Aber um Gjoko Taneski brauchen wir uns nach dem Ausscheiden trotzdem keine Sorgen zu machen. In einer der Antworten im oben genannten Interview verrät er: "Natürlich gucke ich den Eurovision Song Contest jedes Jahr". Er wusste also vorher, worauf er sich einließ - und nicht zuletzt heißt sein Songtitel übersetzt "Ich bin stark genug".

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 29.05.2010 | 21:00 Uhr