Global.Kryner präsentieren ihren Alpen-Latino-Sound © NDR Foto: Rolf Klatt

Österreich: Global.Kryner

Unstimmigkeiten hatte es in Österreich gegeben, nachdem die Band Global.Kryner aus dem nationalen Vorentscheid als Sieger hervorgegangen war. Der Grund: Wenige Tage vor dem Vorentscheid hatte der verantwortliche Sender ORF die Regeln geändert, was den österreichischen Kabarettisten Alf Poier vermutlich den Sieg kostete.

Global.Kryner vertraten Österreich beim ESC 2005 © NDR Foto: Klatt

Im Halbfinale traten die Österreicher mit dem Titel "Y Asi" an.

Ursprünglich war geplant, den Gewinner in zwei Runden per Televoting zu ermitteln. Die neue Regelung sah vor, dass jedes der neun Bundesländer per Festnetz über den Sieger abstimmte, ein fiktives "10. Bundesland" setzte sich aus den Anrufen über Mobil-Netze und SMS zusammen. In absoluten Zahlen war Alf Poier mit rund 106.000 Stimmen gegenüber etwa 61.000 Votes für Global.Kryner der klare Gewinner des Abends. Nach dem neuen Votingverfahren ging jedoch Global.Kryner als Sieger hervor. Der Grund: Alf Poier erhielt im "10. Bundesland" mit Abstand die meisten Stimmen, die jedoch nur ein Zehntel des Endergebnisses ausmachten. Poiers Manager kommentierte laut der Standart.at: "Lieber der moralische Sieger sein, als einen billigen Sieg zu erreichen."

"Eierlegende Wollmilchsau"

Das Sextett Global.Kryner, das nun für Österreich nach Kiew reiste, besteht aus Christof Spörk, der das Sextett gründete und seinen Kollegen Sebastian Fuchsberger (Posaune), Edi Koeldorfer (Gitarre), Anton Sauprügl (Akkordeon) und der Trompeter Karl Rossmann. Alle fünf sind ausgebildete, erfahrene Musiker. Neu bei Global.Kryner ist seit diesem Jahr die 22-jährige Sängerin Sabine Stieger. Die Niederösterreicherin absolvierte am Bruckner-Konservatorium eine Ausbildung in Jazz- und Populargesang und wurde nach einem zufälligen Treffen mit der Band im Tonstudio vom Fleck weg engagiert.

Die Band stürmte in Österreich im vorigen Jahr die Charts und ist auch in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. Die Süddeutsche Zeitung schrieb: "Kommerziell gesehen haben die sechs eine eierlegende Wollmilchsau aufgestöbert. Auf so eine Idee müsste man auch mal kommen." Die Idee heißt: Pop-Hits und Jazzklassiker, Beatles-Songs und Operettenschlager im Oberkrainer-Stil à la Slavko Avsenik veredeln und dann mit ungebremster Spielfreude und technischem Können die Massen begeistern.

Eine Kubanerin in Österreich

Im Halbfinale von Kiew traten Global.Kryner mit dem Titel "Y Asi" an, einem Stil-Mix aus Latino-Pop und Alpen-Folklore - samt Posaunentönen und Jodeleinlage. Der Song, von Sabine Stieger im Dirndl auf englisch und spanisch gesungen, handelte von einer Kubanerin in Österreich. Für den Einzug ins Finale reichte der originelle Alpen-Sound nicht. Global.Kryner landeten auf Rang 21 und schieden aus.  

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 21.05.2005 | 21:00 Uhr

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