Stand: 11.05.13 13:46 Uhr

"Pferde sind auf der Bühne leider nicht erlaubt!"

Die Band El Sueño de Morfeo im Interview mit Irving Wolther  Foto: Irving Wolter

El Sueño de Morfeo fahren entspannt auf einem Kreuzfahrtschiff nach Malmö und haben viel Zeit, Fragen zu beantworten.

Während die meisten der übrigen 38 Delegationen mit dem Flugzeug anreisen, schippern die Bandmitglieder von El Sueño de Morfeogemächlich auf einem Kreuzfahrtschiff ihres Sponsors nach Schweden. Irving Wolther ist in Hamburg zugestiegen und hat Raquel, Juan und David auf ihrer Reise nach Malmö begleitet.

David, du bist Pilot. Die Strecke Hamburg - Malmö würde mit dem Flugzeug nicht einmal eine Stunde dauern, jetzt fahren wir einen ganzen Tag. Wie geht es dir dabei?

David: Es fühlt sich schon ein wenig komisch an, aber ich mache gerne neue Erfahrungen. Ich habe sogar schon mit dem Gedanken gespielt, meinen Bootsführerschein zu machen, denn ein Flugzeug oder ein Schiff zu führen ist kein so großer Unterschied. Aber jetzt genieße ich erst einmal die Kreuzfahrt.

Raquel, Juan, seid ihr schon einmal mit David geflogen oder vertraut ihr ihm nicht so ganz?

Raquel: Ich schon, aber Juan ist noch ein wenig misstrauisch… (lacht)

Songcheck: El Sueño de Morfeo - "Contigo hasta el final"

Eurovision Song Contest -

Der spanische Song setzt auf Gefühl, heißt übersetzt "Mit dir bis zum Ende". Er hat auch keltische Einflüsse, die Tim Frühling von hr3 überrascht haben, aber doch gut passen.

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Ihr werdet auf dem Schiff in einem sehr intimen Setting vor kleinem Publikum auftreten. Samstag in einer Woche vor über 10.000 Zuschauern in Malmö und über 100 Millionen in der ganzen Welt. Was gefällt euch besser?

Die Band El Sueño de Morfeo bei einem Auftritt auf einem Kreuzfahrtschiff  Foto: Irving Wolter

Ein kleiner Auftritt auf dem Schiff als Einstimmung zum ESC-Spektakel in Malmö.

Raquel: Das kann man eigentlich gar nicht vergleichen. Es ist etwas Besonderes vor wenigen Zuschauern zu singen und sie unmittelbar zu erreichen, ihre Reaktionen zu erleben, mit ihnen zu interagieren. Und es ist etwas Besonderes, auf einer großen Bühne zu stehen und nur die vielen Köpfe der Menschen in der Zuschauermenge zu sehen. Beides hat seinen Reiz.

Ihr tretet zum ersten Mal auf einem Kreuzfahrtschiff auf. Gibt es noch andere außergewöhnliche Auftritte, die euch besonders in Erinnerung sind?

David: Wir tragen eine Menge unglaublicher Erinnerungen in unseren Herzen. Persönlich erinnere ich mich an einen Auftritt in Puerto Rico. Wir waren kaum auf der Bühne und die 6.000 Leute dort fingen schon an, unsere Lieder zu singen. Das war ein echtes Wow-Erlebnis, wir waren ziemlich geplättet.

Ihr seid bereits Superstars in Spanien und der Spanisch sprechenden Welt. Was kann der Eurovision Song Contest denn eigentlich noch für euch tun?

Juan: Es ist vor allem eine völlig neue Erfahrung. Wir wissen, dass es ein sehr bedeutender Wettbewerb ist und wir freuen uns darauf, die anderen Künstler kennenzulernen, zum Beispiel Bonnie Tyler aus dem Vereinigten Königreich, die ja ein großer Star ist. Wir wollen dort eine schöne Zeit verbringen, das ist für uns das Wichtigste.

David: So etwas passiert einem ja nicht jeden Tag, daran erinnert man sich ein Leben lang.

Ihr seid bereits im Vorfeld des ESC im Vereinigten Königreich aufgetreten, was ist denn für die Zeit nach Malmö geplant?

David: Wir touren gerade durch Spanien, im Herbst sind Auftritte in Lateinamerika geplant, um dort unser neuestes Album "We Have A Dream" zu promoten. Es ist ein Greatest-Hits-Album, das wir gemeinsam mit befreundeten Künstlern aufgenommen haben.

Eure Musik ist sehr ungewöhnlich, sehr asturisch, wenn man so sagen darf. Wie schwierig war es, diese besondere Stimmung in die englische Version rüber zu retten? Werden wir ESDM künftig häufiger auf Englisch hören?

Raquel: Es fiel mir nicht besonders schwer, denn wir haben den Song in Los Angeles produziert und ich hatte Unterstützung durch englische Muttersprachler. Ob wir das in der Zukunft wiederholen werden, weiß ich noch nicht, aber für den amerikanischen Markt möchten wir schon gerne immer wieder mal einen Song auf Englisch aufnehmen.

"Contigo hasta el final" (Mit dir bis zum Ende/Finale) oder "Dame tu voz" (Gib mir deine Stimme) - eure Songs bei der nationalen Vorentscheidung hatten Titel, die wie maßgeschneidert für den ESC klingen. War das so beabsichtigt?

David: Nein, wir haben einfach ein paar Songs komponiert und die Verantwortlichen haben sich daraus etwas ausgesucht. Wir sind ja keine Eurovisions-Insider und wollten einfach unsere keltisch geprägte Popmusik präsentieren.

Juan: Wir verbringen viel Zeit in Davids Studio, um gemeinsam an neuen Songs zu arbeiten. Der Beitrag dieses Jahr hätte auch ein ganz regulärer Track auf einem unserer Alben sein können.

Raquel, im Videoclip sieht man, dass du eine gute Reiterin bist. Wo hast du das gelernt?

Die spanische Band El sueño de Morfeo. © RTVE/Pedro Castro

Raquel macht im Video eine gute Figur auf dem Pferd, dabei hat sie beim Dreh zum ersten Mal auf einem Pferd gesessen.

Raquel: (lacht) Gar nicht. Ich habe bei den Dreharbeiten zum ersten Mal auf einem Pferd gesessen. Das Pferd hieß übrigens Flicka und war auch nicht besonders groß…

David: Doch, war es. Ich hatte Angst (lacht). Aber Raquel hatte auch einen guten Lehrer, einer meiner besten Freunde, der passionierter Reiter ist.

Euer Video ist sehr atmosphärisch. Wie werdet ihr diese Atmosphäre in Malmö auf der Bühne transportieren?

Raquel: Wir wollen die gleiche Magie rüber bringen, das gleiche Licht. Der Regisseur des Videos, Pedro Castro, wird uns auch mit der Beleuchtung und der Performance in Malmö behilflich sein.

David: Pferde sind auf der Bühne ja leider nicht erlaubt… (lacht)

Juan, du bist Modedesigner. Hast du auch euer Outfit für Malmö entworfen? Wie lässt sich die Arbeit als Designer mit der Musik vereinbaren?

Juan: Ich hatte die einmalige Gelegenheit, für unsere Kostüme mit dem spanischen Modeschöpfer Lander Ortigo zusammenzuarbeiten. Er macht sehr elegante Herrenmode. Doch die Arbeit als Designer und als Musiker unter einen Hut zu bringen ist Horror. Ich arbeite wirklich sehr, sehr viel. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich die Finger davon gelassen. Aber ich habe viele Freunde, die mich unterstützen. Und ich hoffe, dass ich niemals in die Situation komme, mich zwischen beidem entscheiden zu müssen. Wahrscheinlich würde ich mich dann lieber auf ganz etwas anderes konzentrieren, vielleicht Fotografie.

David, du hast am 16. Mai Geburtstag. Wie werdet ihr feiern? Und was wünschst du dir - außer den ESC zu gewinnen?

David: Die beiden haben schon etwas für mich geplant, eine schwedische Party. Wir machen jetzt seit zehn Jahren Musik zusammen. Die Bands, die mit uns zusammen angefangen haben, sind mittlerweile alle von der Bildfläche verschwunden. Ich wünsche mir, dass wir noch lange mit dem weitermachen können, was wirklich wichtig für uns ist – Musik.

Die Fragen stellte Dr. Irving Wolther.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2013 | 20:15 Uhr