Das Tessiner Duo beim Schweizer Finale 2011 siegt mit dem Titel "Unbreakable" © SRF Foto: Daniel Ammann

Schweiz: Sinplus

von Lisa Dust

Es sah alles danach aus, dass es nur besser werden könnte. 2011 landete die Schweiz mit Anna Rossinelli und dem Song "In Love For A While" auf dem letzten Platz. Allerdings hatte sie es immerhin ins Finale geschafft - das war für die Schweiz schon ein großer Erfolg, nachdem das Land in den Jahren zuvor gleich viermal hintereinander im Halbfinale gescheitert war. Eine Schmach für das ESC-Gründungsmitglied, das 1956 immerhin den ersten Grand-Prix überhaupt für sich entschied. Lys Assia überzeugte damals mit dem Lied "Refrain". Allerdings musste sie damals auch nur sechs andere Länder ausstechen.

Schweiz: Sinplus - "Unbreakable"

Alles geht, wenn man nur will - so in etwa lautete die Botschaft für den ESC 2012. Sinplus sollten für ihr Land wenigstens den Finaleinzug schaffen. Das hat aber nicht geklappt.

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Sinplus triumphiert über Lys Assia

2012 wollte Lys Assia - mittlerweile 88-jährig - wieder im Finale dabei sein und das mit einem Song von Ralph Siegel. Aber die Grande Dame des ESC musste sich dem Rockduo Sinplus geschlagen geben, das die Schweiz in Baku vertrat. Für die beiden Brüder aus dem Tessin war das internationale Teilnehmerfeld dort um einiges größer als damals für Frau Assia in Lugano. In Baku treten schließlich 42 Länder statt nur sieben gegeneinander an. Im ersten Halbfinale am 22. Mai waren es immerhin noch 17 andere Länder, mit denen die Schweizer um den Einzug ins Finale kämpften - und denen sie sich letztlich geschlagen geben mussten.

Eine positive Botschaft für Baku

Vielleicht hilft ihnen da die Botschaft ihres Songs: "Unbreakable" (Unzerbrechlich) handelt davon, dass man alles schaffen kann, egal wie schwer es ist. Vielleicht in diesem Falle auch, sich von keiner Niederlage aus der Bahn werfen zu lassen. Ivan und Gabriel Broggini fanden diese Aussage einfach perfekt für den ESC, weil sie so positiv und allgemein verständlich sei. Sie haben das Lied allerdings nicht extra für den ESC komponiert: Die Entscheidung sich für Baku zu bewerben fiel ganz spontan, während sie das Stück schrieben. "Unbreakable" ist ein eingängiger Rocksong, viel E-Gitarre, melodiöser Gesang. Beim Schweizer Vorentscheid präsentierte das Duo den Song schlicht, in Jeans und locker sitzenden Uniformjacken. Ganz so locker schafften sie die Qualifikation für Baku aber nicht: Mit nur einem Prozentpunkt Vorsprung konnte sich Sinplus gegen die Zweitplatzierten IVO behaupten.

Erfolgreich mit einem Eishockeysong

Schon früh lernten die Brüder verschiedene Instrumente und spielten bereits als Jugendliche in - damals noch verschiedenen - Bands. Erst als Gabriel, der 29-jährige Sänger der Combo, nach einem USA-Aufenthalt nach Hause zurückkehrte, gründete er mit seinem 25-jährigen Bruder Ivan als Gitarristen die gemeinsame Band inFinity, die sie später in Sinplus umbenannten. Zu ihren größten Erfolgen gehört der Song "Shoot", der zu einer der Hymnen der Eishockey-Weltmeisterschaft 2009 wurde. Dennoch war die Band in der Schweiz bis zur Qualifikation für Baku weitgehend unbekannt.

Die Brüder Gabriel (links) und Ivan Broggini (rechts) der Band Sinplus feiern nach ihrem Sieg beim Schweizer Vorentscheid am 10.12.2012 in Kreuzlingen. © dpa - Bildfunk Foto: Ennio Leanza

Sinplus waren die ersten Kandidaten, die sich auf Baku freuen durften - die Schweiz hat sich bereits im Dezember entschieden.

Sinplus hatten von allen ESC-Kandidaten am längsten Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, in Baku dabei zu sein - das Schweizer Finale am 10. Dezember 2011 war der erste nationale Vorentscheid für den ESC 2012. Die Zeit bis zum Showdown in Baku nutzten die Brüder zum Beispiel dazu, ihr Debütalbum "Disinformation" zu veröffentlichen und diverse Auftritte in verschiedenen TV-Shows zu absolvieren. So traten sie zum Beispiel auch beim lettischen ESC-Vorentscheid mit "Unbreakable" auf - auch ohne Einzug ins Finale war ihre Teilnahme sicher eine gute Werbung für sie. 

Backstage mit Lys Assia und Ralph Siegel

Zwei Altmeister ganz persönlich: Videoblogger Roman traf Grande Dame Lys Assia beim Schweizer Vorentscheid 2011 am Bodensee. Auch Musikproduzent Ralph Siegel zeigte sich ungewöhnlich offen.

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 26.05.2012 | 21:00 Uhr

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