Die weisrussische Band Litesound

Weißrussland: Litesound

von Marco Lambrecht
Litesound

Im zweiten Anlauf für Weißrussland nominiert: Die Band Litesound.

Seit 2004 nimmt Weißrussland mehr oder weniger erfolglos am Eurovision Song Contest teil und hat dadurch der Grand-Prix-Familie bislang eine zermürbende Diskussion erspart: "Die letzte Diktatur Europas" - so die Einschätzung des deutschen Außenministers Guido Westerwelle - als Ausrichter eines nach den Statuten unpolitischen Musikwettbewerbs? Ein Sieg Weißrusslands wäre ohne Zweifel ein politisches Dilemma.

Deshalb dürfte so manchem Fan und den Organisatoren des Contest ein Stein vom Herzen gefallen sein, als beim weißrussischen Vorentscheid am 14. Februar 2012 die Sängerin Alena Lanskaja zur Siegerin gekürt wurde. Ihre konventionelle Powerballade "All My Life" schien nicht das Potenzial für einen Sieg in Baku zu haben.

Die heldenhafte Überraschung

Doch es kam alles anders. Mit wiederholten Winkelzüge hat sich Weißrussland in den vergangenen Jahren den Ruf erworben, bei der Kandidatensuche unberechenbar zu sein. So auch diesmal: Die Verantwortlichen des Fernsehsenders BRTC präsentierten zehn Tage nach Lanskajas Kür plötzlich einen neuen Act für Baku: die Boygroup Litesound. Sie hatte beim Eurofest 2012 mit ihrem Titel "We Are The Heroes" das Votum der Jury gewonnen. Alena Lanskaja wurde nachträglich disqualifiziert. Der offizielle Vorwurf lautete, dass sich das Lager der Sängerin die Mehrheit der Zuschauerstimmen schlicht erkauft habe.

Die Band Litesound aus Weißrussland mit dem Song "We Are The Heroes". © Eurovision TV Foto: Thomas Hanses

Weißrussland: Litesound

Eine weißrussische Boygroup sorgte beim Vorentscheid 2012 für ordentlich Wirbel: Erst nach Zuschauerprotesten und dem Verdacht auf ein manipuliertes Voting durften sie zum ESC - Litesound.

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Auf Wiedersehen Baku, Willkommen in Minsk?

So kam es, dass am 24. Mai die Brüder Dmitry und Vladimir Kariakin mit ihrer Band Litesound im Halbfinale standen. Begleitet wurden sie von ihren Mitstreitern Jacopo Massa, Alex Kolchin und Ignat Yakovich. Ihre eingängige Pop-Rock-Hymne "We Are The Heroes" konnte die Televoter allerdings nicht überzeugen, Litesound schied im Halbfinale aus.

Sie sind die Helden

Die Brüder Kariakin begannen ihre musikalische Karriere 2002 als Duo und konnten in Übersee damit sogar den ersten Preis beim Festival MOVA Songwriters' Competition in Huntsville, Alabama einheimsen.

Es sollte jedoch bis zum Winter 2004 dauern, bis sich die Kariakins mit einem Schlagzeuger und Bassisten zur Band Litesound zusammentaten. In dieser Originalbesetzung und mit Titel "My Faith" traten Litesound bereits 2006 beim weißrussischen Vorentscheid an, mussten sich aber mit einem Platz im Mittelfeld begnügen. Es folgten von 2007 bis 2009 drei weitere enttäuschende Anläufe mit wechselnden Line-Ups und den Songs "Summer Trip", "Do You Believe" und "Carry On" beim Eurofest. Immerhin glückte der Band im Dezember 2008 die Veröffentlichung ihres Debütalbums "Going To Hollywood", das sich zu einem Bestseller in Weißrussland entwickelte.

Weißrussland zeigt sich international

Seit 2010 ist Litesound eine internationale Boygroup: Damals entschloss sich der Italiener Jacopo Massa (Gesang und Bass) dazu, seine musikalische Karriere nach Minsk zu verlagern. 2011 komplettierten der russische Gitarrist Alex Kolchin und Schlagzeuger Ignat Yakovich aus Weißrussland die aktuelle Besetzung von Litesound.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 26.05.2012 | 21:00 Uhr

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