Stand: 14.04.18 00:01 Uhr

Peter Urban: Die deutsche Stimme des ESC

von Sascha Sommer
ESC-Moderator Peter Urban im Studio von eurovision.de © NDR Fotograf: Patricia Batlle

ESC-Vollprofi und bereits seit 1997 Kommentator für die ARD: Peter Urban.

Ein ESC-Urgestein? Ja. Dr. Peter Urban kennt den Eurovision Song Contest wie wohl kaum ein anderer. Bereits seit dem ESC 1997 in Dublin kommentiert der Journalist, Radio- und TV-Moderator den größten Musikwettbewerb der Welt. Der am 14. April 1948 in Bramsche geborene Radiomacher studiert in Hamburg Anglistik und Geschichte, bevor er 1977 promoviert. Sein Thema: die Texte der anglo-amerikanischen Populärmusik. Seine Dissertation erscheint unter dem Titel "Rollende Worte - Die Poesie des Rock".

Das Erste: Eurovision Song Contest

Platten, Plaudern, Punktevergabe

Ein Leben für das Pop-Radio

Beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg beginnt er schon während seines Studiums zu arbeiten. Als Autor und Moderator steht Urban ab 1974 bei "Musik für junge Leute" oder auch für die legendäre Sendung "Der Club" im NDR 2 Studio. Seit 1988 gehört er zur Musikredaktion der Popwelle. Bei NDR Info verantwortet er seit 2003 als Redakteur auch die Sendungen "Nachtclub" und "Nightlounge" und moderiert weiterhin Musik-Specials bei NDR 2.

Peter Urban und Rod Stewart © Peter Urban

Unzählige Stars hat Peter Urban in seiner Karriere bereits interviewt - darunter auch Rod Stewart.

Ob Rod Stewart, The Who, John Lennon, Stevie Wonder, Joni Mitchell oder Keith Richards: Die Liste der Stars, die Peter Urban porträtiert hat, ist endlos. Features, Radioserien und Interviews sind sein Spezialgebiet. Er kommentiert 1985 für den Hörfunk das Live-Aid-Konzert, spricht 1988 die TV-Kommentare für das "Concert for Nelson Mandela".

Und auch nach seiner offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2013 kann er nach 40 Dienstjahren die Finger nicht von Mikrofon und Reglern lassen: Als freier Mitarbeiter moderiert Urban weiterhin die Musikformate "Nachtclub" bei NDR Info sowie "Die Peter Urban Show" bei NDR 2, in der er nationale und internationale Neuerscheinungen auf dem Musikmarkt vorstellt.

Lustige Sprüche von "Mr. Grand Prix"

Seit 1997 sitzt Urban für die ARD als Kommentator am Mikrofon, wenn der Eurovision Song Contest live im Fernsehen übertragen wird. Und mit trockenem norddeutschem Humor reißt er dabei so manchen lustigen Spruch über schräge Kandidaten oder bizarre Bühnenshows. Nur im Jahr 2009 in Moskau legt er eine Zwangspause ein. "Mr. Grand Prix" muss wegen einer nicht verschiebbaren Operation an der Hüfte aussetzen. "Es bricht mir das Herz, dass ich dieses Jahr nicht dabei sein kann", sagt er traurig in einem Interview.

In den folgenden Jahren ist Peter Urban aber wieder mit von der Partie. 2013 kommt noch eine ganz neue Aufgabe auf ihn zu: Er sitzt beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest in Hannover in der Jury. "Ich freue mich, dass ich nicht nur in der Kommentatorenkabine, sondern auch mal in der Jury sitzen darf. Ich möchte gern dabei helfen, einen starken Song für Malmö auszuwählen", sagt Urban vor seinem ersten Jury-Einsatz.

Flinke Finger am Piano

Privat haut Peter Urban auch selbst gerne mal in die Tasten. So steht er gelegentlich mit seiner Band Bad News Reunion auf der Bühne und spielt Piano und Orgel. Beim ESC-Finale in Oslo 2010 überrascht er Sänger Johannes Oerding in einer Hotellobby mit einer spontanen Piano-Session und einem Cover von Prince. Nicht nur über Musik berichten kann Urban, er ist auch selbst von ganzem Herzen Musiker.