Stand: 08.02.17 16:24 Uhr

Feddersens-Kommentar: "Wir wollen Mut machen"

Die Kandidaten und Moderatorin Barbara Schöneberger für Unser Song 2017 bei der Pressekonferenz in Köln. © Brainpool / Willi Weber Foto: Willi Weber

Verständlicherweise etwas aufgeregt präsentieren sich die Kandidaten bei der Pressekonferenz.

Pressekonferenz in den TV-Studios von Köln-Mülheim am Tag vor der Entscheidung von "Eurovision Song Contest - Unser Song 2017". Alle fünf Kandidaten, in den Worten von Moderatorin Barbara Schöneberger fünf Mädchen, eines davon mit Bart, geben Auskunft. Vier Dutzend Fotografen und ein paar Statements. Axel Maximilian Feige spürt eine Erkältung anziehen und lutscht unentwegt Salbeibonbons. Yosefin Buohler ist bester Dinge, Felicia Lu Kürbiß sagt, dass sie Elektro-Pop besser als alle andere Musik findet, Helene Nissen ist quietschfidel und erzählt, wenn sie selbst Lieder schreibt, dass sie sich meist um Liebe und Freundschaft drehen. Isabella Levina Lueen merkt man stimmlich, von Schöneberger gelobt, die Auftritte in Bars an, weil ihr Timbre wirklich rauchig klingt.

Worauf es ankommt

Worum geht es ihnen stärker, fragen wir: Zu gewinnen oder schon in der ersten Runde auszuscheiden? Alle fünf einigen sich darauf, es komme darauf an, auf sich selbst und seine Stärken zu achten, nicht auf die Platzierung zu gucken. Nur Yosefin Buohler flachst, dass es doch wohl immer um den Sieg und nichts anderes gehe. Alle sagen jedoch: "Wir haben unterschiedliche Stärken, wir sind alle verschieden, wir sind miteinander eigentlich messbar."

Florian Silbereisen, Lena Meyer-Landrut und Tim Bendzko (von links) bei der Pressekonferenz zum deutschen Vorentscheid "Eurovision Song Contest - Unser Song 2017". © dpa - Bildfunk Foto: Henning Kaiser)

Wollen den Kandidaten Mut machen - die Juroren des deutschen Vorentscheids.

Aus dem hinteren Teil des Foyers der TV-Studios von Brainpool in Köln hören sich die Juroren diese leicht lampenfiebrigen Statements an: Florian Silbereisen, Lena und Tim Bendzko. Und der Mann der Volksmusik, der bekennende Schlagerfan Florian Silbereisen, sagt: "Wir haben nicht abzustimmen, aber wir sprechen miteinander über die Lieder. Am meisten zählt für uns, allen Kandidaten Mut zuzusprechen. Ich weiß, wie aufgeregt jetzt alle sind - so ging es mir mit 22 Jahren auch, als ich die erste Samstagabend-Show moderierte." Lena ergänzt: "Ich war 2010 überfordert von der Gesamtsituation. Ich habe einfach gemacht, was dann passierte. Ich denke, man darf es nicht zu hart nehmen. Wie es im Englischen heißt: If you're tryin' too hard" - wenn man es zu sehr will, wird es nichts, heißt das wohl. Lena, die vor sieben Jahren Deutschland den zweiten ESC-Sieg in Oslo verschaffte, sagt auch noch dies: "Ich bin dankbar für das, was damals war. Obwohl aus heutiger Sicht alles auch sehr weit weg ist."

Ermutigung, nicht Kritik um jeden Preis

Tim Bendzko berichtet von seinem ersten Megaauftritt in der Berliner Waldbühne. Dorthin qualifizierte er sich bei einem Casting vor Xavier Naidoo: Obwohl er nicht damit rechnete, ausgewählt zu werden, wurde er es doch. Und fügt zu seiner Rolle bei "Unser Song 2017" an: "Wir wollen in unserer Beratung möglichst sagen, was wir denken." Aber eben nicht: mit Kritik das Positive verdrängen. Ermutigung der Künstlerinnen, darauf komme es an.

Schöneberger trägt bei dieser Pressekonferenz das bunteste Tageskleid der ARD seit Menschengedenken: ein Pulli in Orange über einem leicht schwingenden Rock. Poetry in motion sozusagen. Gefertigt wurde der Fummel, so verrät sie uns, von Rianna & Nina, Designerinnen in Berlin-Mitte. Aus der gleichen Schneiderinnenwerkstatt kommt auch die "Unser Song 2017"-Robe des Abends morgen. Letzte Frage: Wie lang kann man auf solchen High Heels gehen? Schöneberger: "Oh, die sind ja wie Hausschuhe. Wenn man Fernsehen macht, geht es nicht darum, dass ich mich wohlfühle. Sondern dass es gut aussieht."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 09.02.2017 | 20:15 Uhr