Stand: 28.11.13 17:13 Uhr

Kleines Teilnehmerfeld in Kopenhagen

Vorigen Freitag war der Anmeldeschluss für alle ESC-Länder: Bis zum 22. November sollten sie ihr Interesse an einer Teilnahme in Kopenhagen bei der EBU signalisiert haben. Bis zum Jahresende können zwar alle, die ihre Wettbewerbsabsicht erklärten, noch zurückziehen; das aber ist nicht wahrscheinlich.

Eine dänische Flagge weht im Wind. ©  picture alliance / DUMONT Bildarchiv Foto: Holger Leue

Der ESC 2014 in Dänemark: Die Anzahl der Teilnehmern ist noch offen.

Eine Auflistung jener Sender (also Länder), die sich für Dänemark 2014 angemeldet haben, wurde aber nicht veröffentlicht. Denn offiziell sei noch nichts, sagt Sietse Bakker, Sprecher des ESC-Projekts bei der EBU – dies werde erst im Januar verkündet. Eurovision.de schrieb er: “All lists you see on the internet are unofficial and based on speculation. We will release the final list of participants in early January. Until then – as every year – we will work with those broadcasters who are experiencing challenges to find a solution.”

Nach allem, was man wissen kann, darf man aber schon sagen: Der 59. Eurovision Song Contest wird, seit es die Einführung von Semifinals gibt, ein kleinerer als in den Vorjahren sein.

Die meisten Länder nahmen 2008 in Belgrad teil: Es waren 43, ebenso viele wie 2011 in Düsseldorf. 42 Länder kamen nach Moskau und Baku, 39 jeweils nach Oslo und Malmö. In Kopenhagen könnten es nun nach inoffiziellen Zählungen lediglich 37 Länder sein. So viele wie zuletzt 2006 in Athen. Abgesagt haben für diese ESC-Saison ja schon die Türkei, Kroatien und Zypern. Nun verzichten auch Serbien und Bulgarien.

Es werden also folgende Länder sein, die – bisher noch nicht offiziell – ins Rennen gehen werden: Island, Irland, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Belgien, die Niederlande, Frankreich, Spanien, Portugal, Malta, Italien, San Marino, die Schweiz, Österreich, Ungarn, Rumänien, Israel, Griechenland, Armenien, Georgien, Aserbaidschan, Moldau, die Ukraine, Weißrussland, Russland, Albanien, Mazedonien, Bosnien & Herzegowina, Slowenien, Montenegro, Deutschland sowie Dänemark – natürlich, als Gastgeber.

Polen ist ungewiss; meine nicht zitierbereiten Quellen sagen jedoch, dass dieses nur beim Debüt 1994 in Dublin ruhmreiche Eurovisionsland nicht wieder ins Spiel möchte. Die finanziellen Risiken seien zu groß, das Publikumsinteresse mager – was auch nicht wundert, weil aus Warschau zuletzt eher schwache Acts kamen, die es nicht ins Finale schafften. Und wie immer heißt es seitens der ESC-Verantwortlichen: Wir arbeiten daran, dass sie wieder zurückkommen – zumal für jenes Jahr, an dem vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg in Europa begann.

Vom Entertainment her bedeutet das eher geschrumpfte Teilnehmerfeld, dass aus den Semifinals nur jeweils ein Drittel ausgesiebt wird. Und für die sogenannten Big Five – Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland – hat das ohnehin alles keine Relevanz: Sie sind fürs Finale gesetzt und sind, was das Publikum anbetrifft, das sie repräsentieren, an kleinen Ländern nicht so interessiert. Dass die Türkei wieder nicht mitmacht, wird stark bedauert: 80 Millionen Leute, die die europäische Show nicht sehen werden. Das wird die Sponsoren, die für die Verbreitung ihrer Marken bezahlen, so gar nicht freuen.

P.S.: Um die Quantität muss sich, etwa bei der Zahl der Länder, jedoch niemand Sorgen machen. In den ESC-Foren wird schon spekuliert: Wenn schon Serbien fehlt, könnte dafür der Kosovo offiziell sein Interesse bekunden. Und Schottland, wie einer schrieb? Klingt absurd, aber: Dieser nördliche Teil des Vereinigten Königreichs strebt im kommenden Jahr nach staatlicher Autonomie – und könnte damit schon 2015 dabei sein.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2013 | 21:00 Uhr