Stand: 07.08.14 17:15 Uhr

Unstoppable Vienna

Das Riesenrad im Wiener Prater. © Picture-Alliance / Chromorange

Das Riesenrad im Prater dreht sich in Richtung ESC 2015: Wien hat das Rennen als Austragungsort gewonnen.

Aus österreichischer Perspektive - wenngleich mit der Ausnahme von Grazern und Innsbruckern - ist nun die fast zwangsläufigste Wahl in Sachen ESC-Stadt 2015 getroffen worden: Wien, hieß es immer wieder, Wien muss es werden - wo soll es denn sonst stattfinden? Anders als Deutschland ist die Hauptstadt des einstigen Imperiums derer zu Habsburg (Sissi!) immer noch von so übermächtiger Bedeutung, dass sie es nun wird.

In Deutschland konnte eine Landeshauptstadt wie Düsseldorf mit den (eher desinteressierten) Metropolen Berlin und Hamburg konkurrieren - das Angebot war einfach zu gut. Ein Stadion, ein touristisches, auf Fans ausgerichtetes Beiprogramm: Das war von stärkstem Gewicht.

Zählte Conchita Wursts Meinung?

Ob Wien (und seine Stadthalle) nun wirklich besser waren als Innsbruck und Graz, werden wir nie erfahren: Die Bewerbungsunterlagen bleiben verständlicherweise unter Verschluss. Die Stadt in Tirol wie die in der Steiermark mussten wie Wien selbst noch in der vorigen Woche etliches an Papier nachliefern - mit Budgetvorstellungen.

Conchita Wurst bei ihrer Ankunft am Flughafen Wien. © dpa / Georg Hochmuth Foto: Georg Hochmuth

Leidenschaftliche Fürsprecherin: Schon sehr früh hat sich ESC-Gewinnerin Conchita Wurst für Wien als Austragungsort ausgesprochen.

Vermutlich drang der ORF darauf, dass die Miete für die jeweilige Halle so gering wie möglich ausfällt, um die Produktionskosten für die drei Shows so minimal wie es geht zu halten. Ob es schließlich eine echte Konkurrenz gab, ob also Graz und Innsbruck ernsthaft sich etwas ausrechnen konnten - ich möchte es ein wenig bezweifeln. Auch wenn Conchita Wurst nur dem Anschein nach die neue Sissi von Österreich ist, so blieb auch das als Eindruck hängen: Die ESC-Siegerin von Kopenhagen bevorzugte sehr früh sehr eindeutig Wien - und sonst keine Stadt.

Show in nüchternem Zweckbau

Aber ich möchte nicht verhehlen: Graz hätte ich originell gefunden (so wie Düsseldorf 2011), aber Wien wird schon eine perfekte ESC-Stadt sein. Nicht die Hofburg wie vor 48 Jahren, also 1967, sondern die Stadthalle, ein an Nüchternheit kaum zu toppender Allzweckbau, ist der Austragungsort. Im Fernsehen später wird man nicht merken, dass diese Arena eher zu den kleineren der jüngsten ESC-Geschichte zählt, die Skonto-Riga-Trainingshalle 2003 fasste noch weniger Publikum.

Zu Pfingsten wird der ESC in Wien stattfinden. Eine gute Nachricht, herzlichen Glückwunsch allen, die in dieser schönsten Hauptstadt Europas alles für den ESC in ihrer Stadt getan haben!

Über die Kosten, die möglicherweise aus dem Ruder laufen werden, wird dann hinterher zu sprechen sein, wie in Kopenhagen neulich.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 10.05.2014 | 21:00 Uhr

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