Stand: 13.08.14 14:35 Uhr

Wien macht das Rennen als ESC-Austragungsort

Außenansicht der beleuchteten Stadthalle in Wien © Bildagentur Zolles

Die Wiener Stadthalle wird sich beim ESC-Finale am 23. Mai mit bis zu 13.500 Fans füllen.

Die österreichische Hauptstadt Wien richtet 2015 den 60. Eurovision Song Contest aus. Das teilte der Österreichische Rundfunk (ORF) am Mittwoch mit. Das Finale wird am 23. Mai in der 13.500 Besucher fassenden Wiener Stadthalle ausgetragen. Graz und Innsbruck waren ebenfalls im Rennen um den Austragungsort, konnten sich mit ihren Konzepten jedoch nicht durchsetzen. "Nach sorgfältiger Prüfung und genauer Abwägung aller relevanten Parameter ist unsere Wahl auf Wien gefallen", erklärte ORF-Chef Alexander Wrabetz. Wien stehe "in besonderem Ausmaß für Musik und Weltoffenheit", so Wrabetz weiter. Positiv nahm auch ESC-Supervisor Jon Ola Sand die Entscheidung auf. Er sei "sehr erfreut" über die Wahl Wiens als Gastgeberstadt. Dragqueen Conchita Wurst hatte den Eurovision Song Contest 2014 mit dem Titel "Rise Like A Phoenix" für Österreich gewonnen.

Innsbruck war ebenfalls heißer Kandidat

Die Entscheidung sollte ursprünglich eigentlich bereits im Juli fallen. Wie österreichische Medien berichteten, soll es jedoch innerhalb des ORF bis zum letzten Augenblick eine starke Fraktion gegeben haben, die Tirols Landeshauptstadt Innsbruck gerne als Gastgeberin gesehen hätte. Die Stadt war bereits Austragungsort Olympischer Winterspiele und hätte mit der 12.000 Fans fassenden Olympiaworld-Halle ebenfalls über eine gute Infrastruktur verfügt. Außerdem hatte die Kommune dem ORF ein finanziell attraktives "Rundum-Sorglos-Paket" angeboten. "Wir hatten drei sehr interessante Angebote, die alle über unseren Erwartungen lagen", so Wrabetz. Vor der Entscheidung hatten bereits Conchita Wurst und Udo Jürgens, der den ESC 1966 für Österreich gewann, eine Lanze für Wien gebrochen. "Die Welt erwartet sicher Wien", erklärte Jürgens.

Wien beteiligt sich an den Kosten

Der ORF kalkulierte für den Wettbewerb bislang eigene Kosten in Höhe von etwa 25 Millionen Euro und Einnahmen von rund zehn Millionen Euro. Im Oktober 2014 soll das genaue Budget bekannt gegeben werden. Die österreichische Hauptstadt selbst greift ebenfalls tief ins Stadtsäckel. Laut Stadtrat Christian Oxonitsch lassen sich die Wiener den Eurovision Song Contest etwa zehn Millionen Euro kosten. Von dieser Summe sollen allein neun Millionen Euro in den Umbau der Stadthalle fließen. Angesichts der Ausstrahlung in rund 40 Länder mit etwa 140 Millionen TV-Zuschauern erhoffen sich die Stadtväter einen enormen touristischen Werbeeffekt. Der österreichische Kandidat für den ESC 2015 wird - anders als bei der Teilnahme von Conchita Wurst - in einem Vorentscheid ermittelt. Dieser wird sich nach Angaben des ORF von Januar bis März 2015 auf mehrere Shows aufteilen, bei denen bekannte Künstler gegen unentdeckte Talente antreten sollen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 10.05.2014 | 21:00 Uhr