Stand: 13.03.10 16:00 Uhr

USFO-Finale: Lena hebt ab mit "Satellite"

Am Abend des 12. März 2010 stand es fest: Lena Meyer-Landrut würde Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo am 29. Mai vertreten, so hatten es die Zuschauer entschieden. Mit ihrem Siegertitel "Satellite" hatte sich die 18-jährige Hannoveranerin am Ende einer denkwürdigen Finalshow gegen die gleichaltrige Jennifer Braun aus Eltville durchgesetzt. "Das ist wahnsinnig, ich bin überwältigt und ich habe gar keine Worte für das Gefühl, weil ich das noch nie hatte. Ich bin dankbar und ich bedanke mich bei so vielen Menschen", beschrieb Lena ihre Emotionen auf der anschließenden Pressekonferenz.

Historie

Die schönsten Bilder vom Finale

Vier Songs, zwei Sängerinnen

Die beiden Finalistinnen präsentierten in der Show jeweils drei Lieder, zweimal denselben Song sowie einen Titel, der speziell für die jeweilige Kandidatin geschrieben wurde. Songs und Komponisten waren bis zur Show streng geheim. Jennifer eröffnete den Finalabend mit dem melodischen Sommersong "Bee", komponiert von Rosie Golan und Christian "Boots" Ottestad. Es folgte Lenas Interpretation von "Bee", dann ging wieder Jennifer auf die Bühne - diesmal mit "Satellite", Lenas späteren Siegertitel. Beide Finalistinnen interpretierten den Song auf ihre ganz eigene Weise. Jennifer sang "Satellite" als rockige Ballade, Lena drückte dem Titel einen ganz anderen Stempel auf und sang ihn als schwungvolle und mitreißende Britpop-Nummer. In der Jury, die diesmal neben Stefan Raab aus Xavier Naidoo und Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß bestand, fanden beide Versionen Anklang: Stefan Raab verlieh Jennifer kurzerhand den Titel "Königin der langen Töne", Stefanie Kloß lobte: "Mit deinen 18 Jahren kannst du stolz drauf sein, dass du das hier so stehst und mit so einer Stimme daherkommst."

"Satellite" schlug Raabs Eigenkomposition

"I Care For You" hieß Jennifers dritter, speziell auf sie zugeschnittener Song, an dem Max Mutzke mitgearbeitet hat. Lenas dritter Song, der ebenfalls nur für sie geschrieben worden war, hieß "Love Me" - ein echter Gute-Laune-Lena-Song. Wie sich nach der Show herausstellte, hatte sie den Titel gemeinsam mit Stefan Raab geschrieben. Doch den Zuschauern gefiel Lenas "Satellite"-Version besser: Während sie Jennifer in der letzten Runde noch einmal mit "I Care For You" hören wollten, entschieden sie sich bei Lena per Televoting für "Satellite", einer Komposition aus der Feder des Dänen John Gordon und der US-Amerikanerin Julie Frost.

Beide Kandidatinnen traten in der letzten Runde noch einmal mit den ausgewählten Songs an, dann ging es an die letzte Abstimmung: Die Zuschauer entschieden sich für Lena. Die letzten Minuten der Show gehörten der Abiturientin, die unter Tränen noch einmal ihren Siegersong sang. Eine Verschnaufpause gab es danach für sie nicht: Während ihre Co-Finalistin mit anderen Teilnehmern von "Unser Star für Oslo" den Abschluss des Show-Marathons feierte, nahm Lena noch in der Nacht ihr offizielles ESC-Video mit dem Siegertitel "Satellite" auf.

Begeisterung bei "El Presidente"

Auch wenn Stefan Raab die Enttäuschung darüber, dass nicht sein Song "Love Me", sondern "Satellite" das Rennen gemacht hatte, anzusehen war, zeigte er sich begeistert vom Finale. "Wir haben zwei sehr unterschiedliche und fantastische Künstlerinnen gesehen. Sowohl Lena als auch Jennifer haben eine unglaubliche Show unter diesem Druck abgeliefert." Vom Stil her seien die beiden Sängerinnen schwer miteinander zu vergleichen, "das war eine geschmäcklerische Frage", brachte Raab es auf den Punkt. Und Lena hat offenbar den Geschmack der Zuschauer mit ihrer Darbietung von "Satellite" genau getroffen - aber auch ihr selbst gefiel der Titel: "Ich schwankte immer zwischen 'Love Me' und 'Satellite'. Ich bin bereit für 'Satellite'", erklärte sie nach der Sendung.

Privat-öffentlich-rechtliche Liebesheirat

Bei "Unser Star für Oslo" hatten erstmals ein privater und ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender zusammengearbeitet und eine gemeinsame Show auf die Beine gestellt. "Aus meiner Sicht war das der Traum einer Zusammenarbeit", sagte der ARD-Koordinator für Unterhaltung, Thomas Schreiber. Stefan Raab stimmte in das Lob mit ein, sprach von einer "Liebesheirat" und nannte die ARD "unseren Schwestersender". Und auch Andreas Bartl aus dem Vorstand von ProSiebenSat.1 zeigte sich sehr zufrieden: "Ein schöner Erfolg, wir sind sehr stolz darauf. Wir wollten einen Kandidaten finden, der die Nation in Spannung versetzt und das haben wir geschafft."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 21.03.2010 | 20:15 Uhr