Stand: 04.07.17 14:25 Uhr

Levina: "Man sollte ESC nicht so verbissen sehen"

Levina lächelt © NDR Fotograf: Christoph Pellander

Das schlechte Abschneiden beim ESC in Kiew ist für Levina kein Grund, sich von ihrem Ziel, als Sängerin Karriere zu machen, zu verabschieden.

Knapp zwei Monate nach ihrem Auftritt beim Eurovision Song Contest in Kiew steckt Levina voller Tatendrang. Trotz des enttäuschenden vorletzten Platzes mit "Perfect Life" verfolgt sie weiter ihren Plan - den Plan A vom Musikmachen. Wir haben mit Levina über ihre ESC-Zeit gesprochen, wie sie das schlechte Abschneiden verkraftet hat und wie es nun mit ihr weitergeht.

Die ESC-Zeit war eine sehr spannende Zeit für dich. An welchen Moment denkst du besonders gern zurück?

Levina: Ich denke an ganz viele Momente total gerne zurück: den Moment als ich den Vorentscheid gewonnen habe, die tollen Reisen, die ich erlebt habe, die Zeit im Studio als ich mein Album aufgenommen habe und natürlich die Tage in Kiew, mein Treffen mit Klitschko und die große ESC-Bühne, werden mir immer in Erinnerung bleiben. Besonders muss ich schmunzeln, wenn ich an den Moment zurück denke, als ich eine Schule in Georgien besucht habe und die Schüler mir Fragen stellen durften. Die beste Frage war definitiv von einem ungefähr elf Jahre altem Jungen: 'Meine Eltern sagen, dass alle Menschen die tätowiert sind auch kriminell sind. Was sagen Sie dazu?' Die außergewöhnlichste Interviewfrage, die mir in dieser Zeit gestellt wurde.

ESC-Teilnehmerin Levina zu Besuch in Armenien © NDR

Videoblog: Levina ist beeindruckt von Armenien

Eurovision Song Contest -

Ein paar Fetzen Landessprache, freundliche Menschen und herzliche Begegnungen - das sind die Erinnerungen, die Levina aus Armenien mitnimmt. Wir haben sie in Eriwan begleitet.

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Mit welchen drei Adjektiven würdest du die Finalwoche in Kiew beschreiben?

Levina: Drei Worte....das geht nicht! Aufregend, lustig, hektisch, sonnig, ungewöhnlich, unvergesslich, emotional, musikalisch.....

Die deutsche ESC-Teilnehmerin Levina, der österreichische ESC-Teilnehmer Nathan Trent und ein Gitarrist im Studio © NDR

Mit dem österreichischen Kandidaten Nathan Trent hat Levina noch immer Kontakt.

Gibt es Teilnehmer aus Kiew, zu denen du noch Kontakt hast?

Levina: Ja, mit Jowst aus Norwegen, Martina aus Tschechien, mit Nathan aus Österreich und noch einigen mehr über Social Media.

Wie ging es nach deiner Rückkehr weiter? Bist du nach den vielen Terminen und Interviews vorher dann erstmal in ein großes Loch gefallen? Ist eine Rückkehr in das "normale Leben" überhaupt so schnell möglich?

Levina: Nein, ich bin nicht in ein Loch gefallen. Natürlich war das Ergebnis enttäuschend und es braucht ein paar Tage um alles zu verarbeiten. Es ist eine Umstellung, wenn diese ganze Zeit rund um den ESC auf einmal vorbei ist. Aber das heißt ja nicht, dass die Musik für mich vorbei ist - ich fühle mich eigentlich so als würde es jetzt erst richtig los gehen! Ich habe meine zweite Single "Stop Right There" veröffentlicht, ein Musikvideo gedreht und Konzerte gespielt, auf denen ich auch die anderen Songs vom meinem Album performen konnte, was total Spaß macht.

Wirst du noch oft auf der Straße angesprochen, nach Autogrammen gefragt oder ähnliches?

Levina: Ja, das passiert - eine Sache, an die ich mich immer noch gewöhnen muss. Erst vor kurzem saß ich mit meiner Schwester in einer Bar in Stuttgart und wunderte mich, ob mich die Mädels nach dem Weg fragen wollen.

Welchen Rat würdest du deiner ESC-Nachfolgerin oder -Nachfolger für das nächste Jahr mitgeben?

Levina: Ich denke, es ist unglaublich wichtig, diese Zeit wirklich zu genießen und Spaß zu haben. Man sollte sich auf diese tolle Erfahrung einlassen und es nicht zu verbissen sehen!

Welche ganz persönliche Erfahrung nimmst du aus der ESC-Zeit mit?

Die deutsche ESC-Teilnehmerin Levina © NDR Fotograf: Walter Glöckle

Die Tätowierung auf dem Unterarm ist Programm, denn Levina hat nur einen Plan: Plan A.

Levina: In meiner Zeit beim ESC habe ich unglaublich tolle Menschen kennen gelernt, und mich selbst als Künstlerin weiterentwickelt. Ich habe viel gelernt, gerade was es bedeutet, in der Öffentlichkeit zu stehen, Interviews zu geben und auf großen Bühnen zu stehen. Diese Erfahrungen sind so wichtig für mich gewesen, da sie zu einer Karriere als Sängerin dazugehören. Die Erfahrung hat mir auch nochmal bestätigt, dass Musik mein Plan A ist, und dass ich auch nach Niederlagen immer weiter machen will.

Bitte vervollständige den Satz: Wenn ich noch einmal am ESC teilnehmen würde, dann ...

Levina: ... würde ich am liebsten einen meiner eigenen Songs singen!

Wie geht es jetzt weiter mit Levina? Welche Pläne hast du? Können dich deine Fans demnächst vielleicht auf Tour erleben?

Levina: Wir sind gerade noch in der Planung, was die Live-Auftritte angeht, aber hoffentlich kann ich da bald mehr zu sagen. Alle Daten kann man demnächst auf meiner Facebookseite sehen und ich werde auch alles auf meinen Social-Media-Kanälen ankündigen. Auf meinem YouTube-Channel wird es auch bald Neues geben, also Augen auf! Ich bin außerdem jetzt auch als Fernsehmoderatorin bei DW (Deutsche Welle) zu sehen - ich moderiere das Musikmagazin "PopXport" mit den neuesten News der deutschen Musikszene, also: wer mehr von mir sehen will, der sollte da gerne einschalten!

Das Interview führte Sabine Leipertz.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | Eurovision Song Contest | 22.07.2017 | 19:05 Uhr