Stand: 17.07.16 02:00 Uhr

Zoë: "Ich fühle mich geehrt und bin dankbar"

Zoë aus Österreich auf der ESC Bühne. © NDR Foto: Rolf Klatt

Die Östereicherin Zoë hat die Fans nicht nur beim ESC in Stockholm verzaubert, sondern auch beim Eurovision Weekend in Berlin.

Die österreichische ESC-Teilnehmerin Zoë war 2016 in Stockholm einer der Fanlieblinge. Mit ihrem französischen Chanson "Loin d’ici" schaffte sie es auf Platz 13. Auch beim Eurovision Weekend in Berlin war sie besonders populär: Die Fans ließen sich nicht lange bitten, ihr bei "Poupée de cire, poupée de son" textlich zu helfen. Es gab mitreißenden Applaus für die 19-Jährige. Kurz vor ihrer Performance war sie in Berlin angekommen, noch sichtlich müde von Auftritten in ihrer Heimat. Sie macht ihre Sache gut. Tief in der Nacht hat sie dann Zeit für ein Interview.

Geht es Ihnen - einige Wochen nach dem ESC in Stockholm - gut?

Zoë: Ja, sehr.

Ein Blick zurück: Hatten Sie damit gerechnet, mit "Loin d’ici" ins Finale zu gelangen?

Zoë: Nein. Ich hoffte ja, aber ich hatte wirklich nicht garantiert damit gerechnet.

Österreich: Zoë - "Loin d'ici"

Eurovision Song Contest -

Die Österreicherin Zoë versucht mit "Loin d'ici" die Jury und das Publikum für sich zu gewinnen. Sie schrammt mit Platz 13 knapp an einer Top-Ten-Platzierung vorbei.

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War Ihr Lampenfieber vor dem Halbfinale größer oder vor dem Finale?

Zoë: Vor dem Halbfinale natürlich. Das war viel schlimmer. Das Finale war mein Ziel, nicht mehr. Beim Finale war ich relativ entspannt.

Woher rührte Ihre Nervosität vor dem Halbfinale?

Zoë: Nicht wegen meines Auftritts. Ich dachte, da würde schon nix passieren. Aber wie die Bewertung werden würde, das wusste ich nicht. Das war eine unglaubliche Anspannung. Und ich fragte mich: Wie sieht man das, wenn ich im Halbfinale hängen bleibe.

Österreichische Medien sind besonders streng?

Zoë: Nicht so sehr, würde ich sagen, nicht mehr als andere. Aber in meinem Land ist das Erreichen des Finales schon wie ein Sieg. Mehr wird gar nicht erwartet. Nur nicht im Halbfinale scheitern - darum geht es. Dann sind die Leute zu einem wirklich nicht nett.

Was ja einige österreichische Künstler beim Scheitern selbst erlebt haben: Das wollten Sie nicht erleiden?

Zoë: Auf gar keinen Fall. Ich war mit dieser Nervosität nicht allein. Allen Künstlern in den Halbfinals geht das so: Bloß ins Finale kommen, der Rest ist dann nicht egal, aber zweitrangig.

Die österreichische Sängerin Zoë  jubelt im Greenroom. © NDR Foto: Rolf Klatt

Großer Jubel im Green Room in Stockholm als für Zoë und ihr Team klar war, nicht auf einem der letzten Plätze zu landen.

Wie war es für Sie im Green Room?

Zoë: Dort saß ich ja, weil ich ziemlich zum Schluss des Finales gesungen habe, nicht lange. Ich erinnere, dass schnell klar wurde, wir werden nicht Allerletzte. Dass wir schließlich durch das Televoting so viele Stimmen bekommen haben, machte mich glücklich - und, ja, dankbar.

Den ESC haben Sie nicht auf die leichte Schulter genommen?

Zoë: Nein, oh, nein, wirklich nicht! Ich wusste von der ersten Sekunde, dass der ESC eine einmalige Chance ist. Für jeden, der teilnimmt.

Hat es sich für Ihre Karriere danach gelohnt?

Zoë: Das würde ich sagen, ja. Nach Stockholm gab es viele Aufritte, am Abend vor dem Eurovision Weekend in Berlin war ich in Österreich auf der Bühne, und auch danach geht es weiter. Mein Album hat außerdem, was inzwischen sehr selten ist, Gold bekommen. Ich fühle mich sehr geehrt und bin dankbar.

War der ESC ein Abenteuer für Sie, das Sie mal probieren wollten?

Zoë: Nein, ein Abenteuer war es nicht. Den ESC muss man fühlen, das darf man nicht als Konzert nehmen, das man mal so eben absolviert. Ich habe den ESC so lange ich denken kann geguckt - und dann war es so groß, so mächtig. Das ist nicht so nebenbei zu schaffen.

Hat Ihnen ein Lied, neben Ihrem eigenen, in Stockholm besonders gefallen?

Zoë: Viele, aber besonders "No Degree Of Separation" der Italienerin Francesca Michielin. Deshalb habe ich es heute Abend auch gesungen.

Wie geht es nun weiter?

Zoë: Ich habe Engagements und auf meinem Album gibt es mehr als "Loin d’ici". Ich bin jung und habe noch viel zu entdecken.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 25.02.2016 | 20:15 Uhr

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