Farid Mammadov, eine Tänzerin und Tänzer in einem Glaskasten auf der Bühne beim ESC 2013. © NDR Foto: Rolf Klatt
Stand: 22.05.13 12:22 Uhr

Porträt

Aserbaidschan: Farid Mammadov

von Anja Kelber

Aserbaidschan? Das liegt doch gar nicht in Europa. Wieso ist das eigentlich beim Eurovision Song Contest dabei? Es ist immer die gleiche Frage seit 2008, als die Kaukasusrepublik beim Grand Prix debütierte. Die Antwort: Ein Teilnehmerland muss nicht geografisch zu Europa gehören, sondern Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sein.

Der gehört Aserbaidschan an - und macht in Sachen Grand Prix seit nunmehr fünf Jahren offenbar alles richtig. Die Acts aus dem ESC-Außenposten kommen jedes Mal extrem gut an in Europa: fünfmal teilgenommen, ein achter Platz, dreimal in den Top Five und natürlich der Sieg 2011. Beim Finale in Düsseldorf holten Ell/Nikki den Grand Prix nach Baku, wo sich Sabina Babayeva dann erneut weit nach oben auf Rang vier sang. 2013 geht der Sieg dann beinahe wieder ans Kaspische Meer: Farid Mammadov erreicht in Malmö mit seiner Ballade "Hold Me" einen fantastischen zweiten Platz.

Farid Mammadov für Aserbaidschan auf der Bühne beim ESC 2013. © NDR Foto: Rolf Klatt

Farid Mammadov - "Hold Me"

Eurovision Song Contest -

Beim 58. Eurovision Song Contest 2013 im schwedischen Malmö performt Farid Mammadov für Aserbaidschan seinen Song "Hold Me" - und erringt Platz 2.

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Kleine Kaukasusrepublik mit großen Erfolgen

Farid Mammadov bei einem Probenauftritt im Malmö © EBU Foto: Dennis Stachel

Farid Mammadov ringt mit seinem Alter Ego im Glaskasten.

Farid Mammadov ist der erste männliche Solointerpret, der für Aserbaidschan an den Start geht. Der 21-Jährige hatte von vornherein gute Voraussetzungen: Er gilt als einer der besten Sänger, den die aserbaidschanische Musikszene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Im Vorentscheid setzte er sich gegen neun Mitfinalisten durch. Als begeisterter Anhänger des aserbaidschanischen Nationalsports, dem Ringen, hat er natürlich Kampfgeist. Und sein gutes Aussehen ist natürlich auch kein Nachteil.

Außerdem stimmt bei Mammadov offenbar die Grundeinstellung: Erst als er wirklich das Gefühl hatte, einen Contest bestehen zu können, soll er sich entschlossen haben, bei der Castingshow "Big Stage" und danach beim nationalen ESC-Vorentscheid mitzumachen. Dabei gab er sein erstes öffentliches Konzert bereits mit acht Jahren. Da sang er etwas von seinem Idol Stevie Wonder. Geprägt haben ihn Soul, Jazz und Pop - und Mugham, die traditionelle Folkmusik in der Region, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Komponist ist ein erfahrener Grieche

Am 16. Mai, beim zweiten Halbfinale in Malmö, präsentierte das Gesangstalent seinen Song "Hold Me" mit Erfolg vor einem Millionenpublikum. Die kraftvolle, beinahe schmissige, und eingängige Ballade stammt aus der Feder von Dimitris Kontopoulos, einem der bekanntesten Komponisten Griechenlands. Mit seinen Dance-Pop-Nummern ist er dort regelmäßig in den Charts vertreten und auch der ESC ist nichts Neues für ihn: Kontopoulos war mit Beiträgen in den nationalen Vorentscheiden mehrerer Länder vertreten und für Griechenlands ESC-Star Sakis Rouvas schrieb er "This Is Our Night", das 2009 auf dem siebten Platz landete.

Ein Gesangstalent, ein höchst erfahrener Komponist und ein Teilnehmerland mit Dauerglückssträhne. Diese Kombination hat 2013 wieder zu einem sensationellen Ergebnis geführt: Farid Mammadov belegt Platz zwei in Malmö.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2013 | 21:00 Uhr