Chanée & N'evergreen für Dänemark im 2. Halbfinale des ESC.

Dänemark: Chanée & N'evergreen

von Marco Lambrecht

Die Zuschauer des dänischen Vorentscheids Melodi Grand Prix erlebten 2010 im wahrsten Sinne des Wortes einen Kampf der Elemente. Wind und Wasser fegten über die Showbühne und als sich am Ende der Sturm gelegt hatte, stand das Duo Chanée & N'evergreen als Sieger fest.

Dänemark: Chanée & N'evergreen - "In A Moment Like This"

Ob die Windmaschinen sie auf einen guten Platz geweht haben? Chanée & N'evergreen landen in Oslo mit "In A Moment Like This" auf Platz 4.

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Schwerstarbeit für die Interpreten

Sechs von zehn Kandidaten wurden zunächst in einer Qualifikation ausgesiebt. Die verbliebenen vier mussten dann pärchenweise im K.O.-System antreten. Chanée & N'evergreen und der Sänger Bryan Rice nahmen auch diese Hürde, um im Finale zum dritten Mal ihre Songs vorzutragen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss Rice seine Choreografie verflucht haben. Die ersten Strophen seines Songs "Breathing" sang er in einem wiederkehrenden künstlichen Regenschauer.

Dagegen hatten sich Chanée & N'evergreen für ihre Popballade "In A Moment Like This" für Windmaschinen entschieden. Während ihr Gegner im vorauseilenden Gehorsam als begossener Pudel zur finalen Abstimmung erschien, nahm das Duo frisch gefönt die Siegerglückwünsche entgegen.

Der altbekannte Mann im Hintergrund

Dänemark: Chanée & N'evergreen © DR 2010 Foto: Bjarne Bergius Hermansen

Das Duo Chanée & N'evergreen.

Der Mastermind hinter Chanée & N'evergreen ist Thomas G:son. Fast 50 Titel hat der 42-jährige Schwede von 1999 bis heute zu Vorentscheiden eingereicht. Zu den Ländern, die bereits in den Genuss von G:sons Kunst kamen, zählen Schweden, Norwegen, Finnland, Lettland, Rumänien, Polen und Spanien – und nun der Sieg in Dänemark. Für den umtriebigen Komponisten ist es die vierte Teilnahme bei einer Grand Prix Endrunde: 2001 und 2006 repräsentierten seine Songs Schweden und 2007 reiste er unter der Flagge Norwegens. Zum aktuellen Team Dänemark gehören neben G:son seine Produzenten-Kollegen Henrik Sethsson und Erik Bernholm und nicht zu vergessen die beiden Künstler auf der Bühne.

Eine handverlesene Sängerin

Christina Chanée empfahl sich für den Grand Prix Job unter anderem als Solistin bei Kid Creole & The Coconuts und im Orchester des bekannten dänischen Kapellmeisters und Hobbykochs Jan Glæsel. Ihr Showtalent bewies die weibliche Hälfte von Chanée & N'evergreen außerdem mit kleinen Rollen in den dänischen Fernsehserien "Klovn" und "2900 Happiness". Trotzdem musste die Künstlerin mit thailändischen Vorfahren – ihr richtiger Name ist Christina Birch Wongskul – ein Casting mit 50 anderen potenziellen Kandidatinnen überstehen, bevor Thomas G:son sie für "In A Moment Like This" ans Mikrofon ließ.

Liebesgrüße aus Moskau

Chanée & N'evergreen beim dänischen Vorentscheid. © DR 2010 Foto: Bjarne Bergius Hermansen

Tomas N'evergreen heißt im richtigen Leben Tomas Christensen. Obwohl der Sänger 1969 in Århus geboren wurde, war seine Teilnahme am dänischen Vorentscheid keine Selbstverständlichkeit. Christensen lebt mittlerweile in Moskau und auch seine größten Erfolge feierte er in seiner Wahlheimat. Seichte Popsongs hatten in dieser Dekade in Russland offenbar Konjunktur und so verbuchten seine Hits "Since You've Been Gone" und "Just Another Love Song" Topplatzierungen in den Charts. 2009 versuchte er mit "One More Try" sogar sein Glück beim russischen Vorentscheid, schaffte es aber nicht unter die ersten Drei. Thomas G:son lockte ihn zurück in seine Heimat und zum ESC. Pflichtschuldig versicherte der Exilant in einem Interview mit der Boulevardzeitung "Ekstra Bladet": "Mein Herz schlägt für Dänemark." Da hatte er den Vorentscheid bereits gewonnen.

Osloer Achtungserfolg

Die Frequenz seines Herzschlag dürfte sich bei Tomas N'evergreen dann im zweiten Halbfinale von Oslo zum ersten Mal deutlich erhöht haben. Der Song "In A Moment Like This" hatte starke Konkurrenz, aber Juroren und Televoter machten den Weg frei fürs Finale. Dort schalteten Chanée und N'evergreen wie bereits beim dänischen Vorentscheid die Windmaschinen ein und lieferten eine fehlerfreie Performance ab. Aus Irland, Island, Polen, Rumänien und Slowenien gab es dafür zwölf Punkte, so dass sich das Duo zusammen mit Komponist Thomas G:son am Ende über einen vierten Platz freuen durfte.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 29.05.2010 | 21:00 Uhr

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