Stand: 20.04.11 09:59 Uhr

Interview

Daria Kinzer: "Ein großartiges Gefühl"

von Patricia Batlle

Mit "Celebrate" tritt Daria Kinzer für Kroatien an: Beim Eurosongkonzert in Amsterdam spielte sie ihren ESC-Song live. Als die Deutsch-Kroatin dort auf ihre Konkurrenten aus weiteren 20 Teilnehmerländern traf, wurde ihr klar, dass sie selbst bald zum ESC fährt. Wie es dazu kam, erzählt die Sängerin im Interview.

Daria Kinzer repräsentiert Kroatien beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf © NDR Foto: Patricia Batlle

Daria Kinzer ist beeindruckende 1,81 Meter groß und tritt für Kroatien an.

eurovision.de: Liebe Frau Kinzer, als Erstes müssen Sie verraten, wie groß Sie sind, Sie überragen nämlich einige Ihrer Konkurrenten um Längen!

Kinzer: (lacht) 1,81 Meter. Mit meinen Stöckelschuhen 1,90 Meter.

eurovision.de: Sie haben eine spannende Überholspur beim kroatischen ESC-Vorentscheid Dora eingelegt, von der Außenseiterin zur Siegerin. Wie kam es dazu?

Kinzer: Mein Vater ist Deutscher, meine Mutter Kroatin und ich bin eigentlich in Österreich aufgewachsen. Nach meinem Studium habe ich mich in Kroatien bei der Dora beworben. Somit war ich da ein neues Gesicht, bin neu aufgetreten und man hat mir keine großen Chancen zugesprochen. Ich habe es einfach probiert. Anscheinend hat mich das Publikum doch liebgewonnen.

eurovision.de: Was erwarten Sie als Halbdeutsche in Düsseldorf, ein bisschen Heimvorteil?

Kinzer: Es ist schwierig zu sagen. Ich bin im ersten Halbfinale, Österreich ist im zweiten Halbfinale und Deutschland kann nicht einmal für mich voten im ersten Halbfinale. Das ist halt schade. Da erhoffe ich mir nicht allzu viel. Aber es wäre ein großer Erfolg, wenn ich ins Finale komme.

eurovision.de: Sie haben vorhin ihren Uniabschluss erwähnt. Haben Sie nicht sogar mehrere?

Kinzer: Abgeschlossen habe ich mit 22 Jahren ein Managementstudium, vor etwa einem halben Jahr, jetzt studiere ich Theater, Film und Medienwissenschaft. Das habe ich vor zwei Jahren begonnen und bin in einem Jahr fertig, und habe nebenbei in Wien das Konservatorium besucht und mich privat weitergebildet. Ich habe zehn Jahre Gesangsausbildung genossen. Wie Sie sehen, habe ich überall so meine Fühler ausgestreckt.

eurovision.de: Was kommt nach dem Song Contest, egal, wie sie abschneiden?

Kinzer: Auf jeden Fall werde ich die erste Single nach "Celebrate" herausgeben, das erste Album folgt im Herbst. Das alles zunächst einmal am kroatischen Musikmarkt. Vielleicht entwickelt sich das weiter, dass ich eventuell auch in Deutschland oder Österreich meine Karriere anstreben werde. Aber ich freue mich auf jeden Fall auf Düsseldorf.

eurovision.de: Wie hat Ihnen das Zusammentreffen der 21 ESC-Künstler in Amsterdam gefallen?

eurovision.de: Ich habe durch den Ausflug nach Amsterdam begriffen, dass ich wirklich zum Song Contest fahre. Es ist ein großartiges Gefühl.

eurovision.de: Was halten Sie von der deutschen Titelverteidigerin Lena?

Kinzer: Ich finde sie ganz toll, letztes Jahr hatte man ja schon angepriesen, dass sie sehr weit kommen wird. Und sie hat den Wettbewerb dann wirklich nach Deutschland gebracht, das finde ich großartig. Ihren Song "Taken By A Stranger" finde ich besonders. Das hat etwas ganz Exklusives. Gespannt bin ich auf die unterschiedliche Interpretation und Performance verglichen mit ihrem Auftritt letztes Jahr.

eurovision.de: Welche anderen Teilnehmer gefallen Ihnen noch?

Kinzer: Am meisten freue ich mich auf den Liveauftritt von Ell/Nikki aus Aserbaidschan, weil mir ihr Duett "Running Scared" sehr gut gefällt und mich ihre Bühnenperformance sehr interessiert. Ich hatte bereits die Möglichkeit, sie bei einer Promoreise nach Malta kennenzulernen. Außerdem liefert Alexey Vorobyov eine tolle Performance, Slowenien und Österreich haben stimmgewaltige Sängerinnen. Glen Vella aus Malta hat einen mitreißenden Song.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2011 | 21:00 Uhr