Mørland & Debrah Scarlett auf der ESC-Bühne in Wien. © NDR Fotograf: Rolf Klatt
Stand: 24.05.15 02:11 Uhr

Zwei Einzelgänger auf Duett-Pfaden

Früher begann eine große Geschichte oft mit einem Brief oder einem Anruf. Heute beginnt sie mit einer SMS. Debrah Scarlett bekommt an einem Novembertag eine Nachricht von Kjetil Mørland auf ihr Handy, der die Sängerin fragt, ob sie mit ihm an einem Musik-Projekt arbeiten wolle. Da ahnt sie noch nicht, dass mit dieser Zusammenarbeit etwas ganz Besonderes auf sie warten würde: die Teilnahme am Eurovision Song Contest.

Mørland & Debrah Scarlett auf der ESC-Bühne in Wien. © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Norwegen: Mørland & Debrah Scarlett - "A Monster Like Me"

Eurovision Song Contest -

Norwegens Duo Mørland und Debrah Scarlett ging im Finale mit einer düsteren Ballade an den Start. "A Monster Like Me" wirkte auch durch die schlichte Inszenierung.

4,45 bei 87 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Britische und schweizerische Einflüsse

Viel internationaler könnte ein Kandidaten-Duo kaum sein. Kjetil Mørland stammt aus dem südnorwegischen Grimstad, verbringt aber die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens in Großbritannien. Debrah Scarlett wächst zunächst in Nittedal, einem Ort nördlich von Oslo auf, erlebt den Großteil ihrer Jugend aber in der Schweiz. Nun starten die beiden als Mørland & Debrah Scarlett für Norwegen beim weltgrößten Musikwettbewerb - mit einem englischen Song.

Die düstere Ballade "A Monster Like Me" stammt aus Kjetil Mørlands Feder. Sie handelt von einem ungewöhnlichen und bedrückenden Thema: einem im Kindesalter begangenen Mord. Beim norwegischen Melodi Grand Prix 2015 ersingt sich das Duo mit diesem Song und einem hauchdünnen Vorsprung auf den Zweitplatzierten die Gunst der Zuschauer.

Solo-Karriere auf Eis gelegt

Dabei hat Kjetil Mørland eigentlich ganz andere Pläne, als er 2014 nach Oslo zieht. Er  will seine Solokarriere vorantreiben. Als Solokünstler streicht er seinen Vornamen, nennt sich von nun an nur noch Mørland und arbeitet an einem eigenen Album - das für 2015 angekündigt ist. Aber wie so oft kommt dann doch alles ein bisschen anders und anstatt solo unterwegs zu sein, fährt Mørland nun als Teil eines Duos zum Eurovision Song Contest.

Auch Scarlett zieht 2014 aus der Schweiz nach Norwegen zurück, um ihre Musikerkarriere in Schwung zu bringen. Ihre Liebe zum Gesang entdeckt sie schon früh: Bereits als Dreijährige singt sie ständig in das Mikrofon ihres Kassetten-Rekorders. Aus dem Kinder-Hobby macht sie schließlich eine Profession. Seit 2013 ist Scarlett vielen Norwegern aus der TV-Show "The Voice of Norway" bekannt. Nach ihrer Teilnahme bei dem Casting-Format tritt sie immer wieder in ihren beiden Heimatländern auf: in Norwegen und in der Schweiz.

Die Internationalität von Mørland & Debrah Scarlett dürfte den norwegischen ESC-Kandidaten keinesfalls geschadet haben - schließlich stimmen beim Song Contest nicht die Menschen aus dem eigenen Land ab, sondern aus den anderen Ländern. Und zumindest in der Schweiz und im Vereinigten Königreich dürften Mørland und Scarlett einige Fans aktiviert haben, für sie anzurufen. Sie ziehen ins Finale ein und schaffen es auf Platz acht.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr

Songtext: Mørland & Debrah Scarlett - "A Monster Like Me"

Lyrics

Honey, I'm telling the truth
I did something terrible in my early youth
My mind went blank, I lost control
I was just a little boy, I did not know
I better let you go ...

To find the prince you thought you found in me
I better set you free and give you up
Just wave and say goodbye and let you live
Without a monster like me

Honey, what am I to you
Now I have pulled the trigger on this awful truth
Oh hold me now, cause I'm burning up
Sing me something beautiful, just make it stop
I better let you go ...

To find the prince you thought you found in me
I better set you free and give you up
Just wave and say goodbye and let you live
Without a monster like me

Komponist und Texter: Kjetil Mørland