Die Spanierin Pastora Soler bei "Eurovision in Concert" in Amsterdam © NDR Foto: Patricia Batlle

Spanische Kollaboration mit nordischen Hitschreibern

von Patricia Batlle

"Bleib bei mir. Wenn du nicht da bist, geht die Sonne nicht auf!" So fleht Pastora Soler in ihrem Eurovisionsbeitrag "Quédate Conmigo". Das Lied vom Autorentrio Thomas G:son (eine Art schwedischer Ralph Siegel, der auch an den aktuellen Beiträgen der Schwedin Loreen und des Norwegers Tooji mitgewirkt hat), Tony Sánchez-Ohlsson und Erik Bernholm war Solers bevorzugtes Lied von ursprünglich drei Beiträgen für ihren Auftritt in Baku. Bei einer feierlichen Fernsehgala beim staatlichen Sender TVE wählten Jury und Televoter diese Ballade, die voll auf Solers großes Stimmvolumen angelegt ist.

Die spanische Sängerin Pastora Soler © RTVE

Spanien: Pastora Soler - "Quédate Conmigo"

Eine große Ballade für eine echte Diva - Spanien setzt auf ein klassisches ESC-Erfolgsrezept. Mit "Quédate Conmigo" erlöst Pastora Soler Spanien von den letzten Plätzen im Finale.

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Ihr Charakteristikum: Mix aus Flamenco und Pop

Das Stimmvolumen kommt nicht von ungefähr. Bereits mit fünf Jahren trat die am 28. September 1978 bei Sevilla als Pilar Sánchez Luque Geborene öffentlich auf, mit acht Jahren nahm sie Gesangsunterricht. Mit 16 veröffentlichte sie ihre erste Platte mit Versionen traditioneller spanischer Lieder. Eine gute Platzierung in den Charts gelang der Sängerin jedoch erst mit ihrem dritten Album, das Elemente des Flamenco mit Popmusik kombinierte. Damit gelang ihr auch in der Türkei ein Hit.

Per Wildcard auf Startplatz 19 im Finale

Pastora Soler © RTVE Fotograf: Javier Herraez

Soler freut sich über den späten Startplatz im Finale.

Seit nunmehr 17 Jahren bereist die Künstlerin Bühnen Europas, hat acht Studioalben aufgenommen und mit Größen wie David Bisbal, Alejandro Sanz und Raphael gearbeitet. Spanien vermied damit im ESC-Jahrgang 2012 Experimente, nachdem es in den Vorjahren bei der Kandidatenwahl auf das Votum der Internetgemeinde gesetzt hatte. Mit Platz 23 für Solers Vorgängerin Lucía Pérez wollte man sich bei RTVE jedoch nicht zufriedengeben und nominierte die populäre Künstlerin Soler intern.

Auch beim Auftritt im Finale in Baku ging die Big-Five-Nation auf Nummer sicher. Bei der Auslosung der Plätze erwischte Spanien, wie bereits 2011, die Wildcard und wählte Platz 19 - das war die Starternummer des Siegers Aserbaidschan in Düsseldorf. Damit trat Pastora Soler direkt vor Roman Lob auf - offenbar ein geschickter Schachzug. Spanien landete in der Zuschauergunst am Ende des Abends auf Rang zehn.

Für ihr offizielles Video, das sich abgesehen von zwei Tänzern ganz auf die Sängerin konzentriert, sowie für die endgültige Abmischung ihrer Ballade fuhr Pastora nach Stockholm. Dort verpassten Techniker wie Henrik Janson, der auch schon für Céline Dion, Pink und Britney Spears gearbeitet hat, und Björn Engelmann, der 2009 die Endabmischung für Alexander Rybaks "Fairytale" machte, dem Song den Feinschliff. Der Aufwand hat sich am Finalabend ganz offensichtlich ausgezahlt.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 26.05.2012 | 21:00 Uhr