Der ungarische ESC-Teilnehmer Freddie mit Sonnenbrille vor einer Häuserfront © MTVA / Gergő Grób
Stand: 15.05.16 02:40 Uhr

Freddie: Vom Basketballer zum Schmusesänger

Wer so einen Blick wie Freddie beherrscht, braucht um die Gunst der Televoter nicht zu fürchten. Dichte Augenbrauen rahmen den haselnussbraunen, treuen Dackelblick des ungarischen Sängers Freddie ein, wenn er schmachtend beim Singen in die Kamera blickt. Ob er mal so einen Erfolg erlebt wie der spanische Superstar Julio Iglesias? Ihre Karrieren beginnen zumindest ähnlich. Nach einer schweren Verletzung entdecken beide beim Genesungsprozess die Macht der Musik.

Freddie aus Ungarn auf der ESC Bühne. © NDR Foto: Rolf Klatt

Ungarn: Freddie - "Pioneer"

Eurovision Song Contest -

Die Reibeisenstimme von Freddie aus Ungarn beeindruckte schon von Beginn an. Passend zum lässigen Outfit aus Jeans und weißem T-Shirt begleiten ihn drei pfeifende Background-Sänger. Nur die Mega-Trommel will da nicht so recht hineinpassen.

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Verhinderte Basketball-Karriere

Eigentlich will Freddie, der am 8. April 1990 im ungarischen Győr als Gábor Alfréd Fehérvári geboren wird, Basketballspieler werden. Der Ballsport nimmt einen großen Stellenwert neben der Schule ein. Nebenbei übersetzt er bereits in jungen Jahren Songtexte und dichtet auf Ungarisch wie auf Englisch. Ein schwerer Unfall macht der angehenden Sportkarriere jedoch einen Strich durch die Rechnung. So lernt Freddie nach seinem Schulabschluss zunächst Hotelmanagement und beginnt, Gitarre zu spielen.

2014 wird er landesweit bekannt durch seine erfolgreiche Teilnahme an der Castingshow "Rising Star", bei er den vierten Platz belegt. Sein Markenzeichen ist dabei (außer dem treuherzigen Blick) eine rauchige Stimme mit dem Schmusefaktor eines Bryan Ferrys. Seine erste Single "Mary Joe" entwickelt sich 2014 zum Radiohit und klebt einige Wochen lang beharrlich auf Platz eins der Charts. Der Song stammt von einem ESC-Bekannten: András Kállay-Saunders, der 2014 in Kopenhagen mit "Running" den fünften Rang belegte. Auch Freddies zweite Single "Neked nem kell" wird ein Hit.

Zusammenarbeit mit einem ESC-Routinier

Sein Kollege Kállay-Saunders versucht 2016 erneut, beim ungarischen ESC-Vorentscheid "A Dal" zu siegen. Doch sein Schützling Freddie überzeugt die Televoter und die Jury mit dem Titel "Pioneer". Der 26-Jährige erhält dadurch das ungarische Ticket nach Stockholm. Dort singt er im ersten Halbfinale die Ballade, die vom Glauben an sich selbst handelt.

Freddie

Bürgerlicher Name: Gábor Alfréd Fehérvári
Geburtstag: 8.4.1990
Geburtsort: Győr
Land: Ungarn
Sternzeichen: Widder
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Das beherrscht der ehrgeizige Freddie offensichtlich selbst recht gut. Nebenbei modelt der Ungar und ist Werbegesicht für eine bekannte europäische Jeans-Marke. Kein Wunder also, dass der Künstler 2015 die Auszeichnung einer Modezeitschrift als Nachwuchstalent erhält. Mit seiner Ballade "Pioneer" aus der Feder von Szabó Zé mit Text von Borbála Csarnai, die einen einprägsamen Refrain hat und mit kurzem Pfeifen eingeläutet wird, hat es Freddie geschafft im Finale zu landen.

Zuletzt schafften besagter Kállay-Saunders und davor der Sänger und Journalist ByeAlex mit seiner Liebesballade "Kedvesem" den Sprung in die Top Ten. Zur Erinnerung: Aus Deutschland erhielt er damals zwölf Punkte. Für die Zeit nach dem Song Contest hat Freddie bereits Pläne: Er wird an seinem ersten Album arbeiten. Dass er in Stockholm nur auf Platz 19 kommt, wirft den zielstrebigen Ungarn deshalb sicher nicht aus der Bahn.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 14.05.2016 | 21:00 Uhr