Kristína Peláková für die Slowakei. © NDR Foto: Rolf Klatt

Slowakei: Kristína Peláková

von Marco Lambrecht

Nach drei erfolglosen Anläufen in den 90er-Jahren und elf Jahren selbstverordneter Abwesenheit hatte die Slowakei erst 2009 sein Comeback beim Eurovision Song Contest gefeiert - nur um im Moskauer Halbfinale erneut auf der Nase zu landen. In Oslo schaffte Kandidatin Nummer fünf, Kristína Peláková, es wieder nicht in die Endrunde. Droht jetzt für 2011 ein erneuter Rückzug der Slowaken?

Im ersten Halbfinale glänzten Frontfrau Peláková und ihre Tänzer mit ihren ausgefallenen Wald-Kostümen und einem perfekt inszenierten Auftritt. Doch nach Meinung von Jury und Televoter nicht perfekt genug fürs Finale.

Slowakei: Kristína Peláková - "Horehronie"

In ihrem Song besingt Kristína Peláková eine gleichnamige Provinz in ihrer slowenischen Heimat. Damit konnte sie nicht begeistern und flog im zweiten Halbfinale in Oslo raus.

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Enge Entscheidung

Wer die vorherige Kandidatensuche des Landes verfolgt hatte, der fand noch keine Anzeichen von Resignation. Das slowakische Fernsehen organisierte sechs Vorrunden, zwei Semifinale und blies am 27. Februar 2010 mit allen Fanfaren zum großen Finale. Zwölf Interpreten stellten sich dem Votum der Televoter und Juroren. Deren gemeinsames Urteil sorgte an der Spitze für einen Patt zwischen zwei Sängerinnen. Bei Gleichstand sollten die Stimmen der Zuschauer den Ausschlag geben und so triumphierte am Ende Kristína Peláková über ihre Konkurrentin Mista.

Kein kopierter Ethno

Slowakei: Kristína Peláková © STV Foto: Milan Krupcik

Slowakei: Kristína Peláková.

Die 22-jährige Siegerin feierte ihren Erfolg mit einer für den Song Contest durchaus typischen Mischung von Pop und Ethno-Klängen. Die Up-Tempo-Nummer stammt aus der Feder von Martin Kavulič und Kamil Peteraj und leiht sich ihren Namen "Horehronie" von einer sehenswerten Tourismus-Region der Slowakei mit der Stadt Brezno im Zentrum.

Die ethnischen Töne des Titels sorgten allerdings für einige Aufregung. Das slowakische Fernsehen sah sich genötigt, noch vor dem Finale zwei anerkannte Musikwissenschaftler zu Wort kommen zu lassen. Eventuelle Plagiatsvorwürfe sollten im Keim erstickt werden. So seien zwar Elemente des Volksliedes "Mazedonische Mädchen" wiederzuerkennen, diese fänden sich aber in unzähligen Werken wieder – beispielsweise in "Oj devojce" von Synthesis & Tose Proeski aus dem Jahr 2004. "Horehronie" sei, so lautete das Urteil der Experten, dennoch weit davon entfernt, eine Kopie zu sein.

Das Mädchen aus Svidník

Kristína Peláková vertritt die Slowakei beim ESC 2010 © STV Foto: Milan Krupcik

Kristína Peláková vertritt die Slowakei beim ESC 2010.

Obwohl Kristína Peláková beim Grand Prix Werbung für die Region Horehronie macht, stammt sie selbst aus dem Nordosten der Slowakei. Sie wurde am 20. August 1987 in Svidník geboren. Für ihre musikalische Ausbildung zog es sie aus der Provinz in die slowakische Großstadt Košice. Dort traf sie während ihres Studiums am örtlichen Konservatorium auf Martin Kavulič. Als Mentor verhalf er der jungen Sängerin 2007 zu ihrer ersten Single "Ich bin dein" und hatte maßgeblichen Anteil an ihrem Debütalbum von 2008. Und was 2010 folgte, wissen wir schon: Zusammen mit dem Texter Kamil Peteraj schrieb Kavulič den Song "Horehronie" und machte seinen Schützling Kristína zur strahlenden Siegerin des slowakischen Vorentscheids.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 29.05.2010 | 21:00 Uhr