Stand: 29.02.16 13:30 Uhr

Kommentar: Zustimmung für Jamie-Lee Kriewitz

Jamie-Lee Kriewitz und Barbara Schöneberger auf der Bühne. © NDR Foto: Rolf Klatt

Nach "The Voice" gewinnt Jamie-Lee auch den deutschen ESC-Vorentscheid.

Es war ja nicht unbedingt die allerbeste Laune bei der Vorentscheid-Show "Unser Lied für Stockholm" zu erwarten gewesen. All die misslichen Geschichten vom vorigen Jahr, Andreas Kümmert der Sieger, dann doch entnervt auf den ESC verzichtend, danach die beklagenswert in Wien mit null Punkten abgestrafte Ann Sophie, schließlich die Nominierung von Xavier Naidoo und deren Rückzug wenige Tage darauf: Das hätte eine Vorentscheidung mit Makel sein können. Sozusagen eine mit starkem Bedrücktheitsfaktor. Tatsächlich wurde das Feld der zehn Acts gelobt, von den Fans, in Köln und im Netz auch in internationaler Hinsicht. Und: "Unser Lied für Stockholm" hatte nicht nur eine erstaunlicherweise höhere Zuschauerzahl als die Qualifikationsrunde voriges Jahr in Hannover - auch die Siegerin Jamie-Lee Kriewitz findet überall interessierte Gewogenheit. Man gucke nur auf die Tweets, die während und kurz nach der Show am Donnerstag in die Welt geschickt wurden.

Jamie-Lee Kriewitz mit "Ghost"

Eurovision Song Contest -

In den Charts war "Ghost" bereits erfolgreich. Mit dem melancholischen Popsong "Ghost" punktet Jamie-Lee auch beim deutschen ESC-Vorentscheid und löst das Ticket nach Stockholm.

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Positive Reaktionen auf Jamie-Lee Kriewitz' Sieg

ESC 2010: Sieg für Lena ! © Picture Alliance/dpa Foto: Lien Kyrre

Jamie-Lee wird immer wieder mit der ESC-Siegerin Lena verglichen.

Mancherorts wird ihr in manchen Augen exzentrische Look bestaunt, andere glauben, dass sie keine zweite Lena wird - als ob es darum gehen könnte. Hauptsächlich dominiert Wohlgefallen: Man sympathisiert mit der Siegerin von "The Voice of Germany" und ihrem Lied "Ghost". Nur die "Süddeutsche Zeitung" mäkelt ein wenig, aber das tat sie schon immer. Autor Jan Kedves mochte sich offenbar auf den Charme der Siegerin nicht so recht einlassen. Peter-Philipp Schmitt in der "FAZ" schrieb hingegen: "Dass sie ausgerechnet aus Hannover stammt, genauer aus der Stadt Springe in der Region Hannover, wie Lena Meyer-Landrut, die zudem nur wenig älter war, als sie 2010 den ESC in Oslo mit 'Satellite' gewann, kann sie nicht schrecken. Sie vergleicht sich sogar ganz gerne mit dem damaligen Sommermädchen: 'Ich versuche einfach, genauso mein Ding durchzuziehen.'"

Jamie-Lee sollte sie selbst bleiben

Ähnlich äußerte sich Thomas Schreiber, TV-Unterhaltungskoordinator der ARD und deutscher ESC-Koordinator im Kurzinterview mit der "taz". Danach gefragt, worauf es nun bei Jamie-Lee Kriewitz ankomme, beantwortet er: "Dass sie auf dieser großen Bühne bei der wichtigsten Live-Musikshow weltweit sie selbst sein kann." Insgesamt hat sich eine gewisse Zuversicht breitgemacht, einerlei, ob "Ghost" Punkte erntet oder wieder unter ferner sangen gruppiert wird. ESC-klimatisch herrscht eine erheblich andere, viel weniger lustgedämpfte Atmosphäre als in den vorigen Jahren.

Alex Diehl vor Avantasia

In diesem Trubel sind ein paar Sachen zu "Unser Lied für Stockholm" freilich untergegangen, und es sind keine Nebensachen. Etwa, dass Alex Diehl sich in der Finalrunde noch vor Avantasia gesetzt hat - dass der junge bayerische Musiker nun von einer weiteren Karriere träumen darf, ist sein gerechter Lohn. Demnächst kommt sein neues Album heraus, seine Plattenfirma wird das Projekt jetzt nicht mehr stornieren. Offenbar haben beim deutschen ESC-Vorentscheid politische Botschaften, die sich gegen rechtspopulistische Töne wenden, ein lohnendes Forum finden können.

Siegel-Song auf viertem Platz der ersten Voting-Runde

Die Sängerin Laura Pinski auf der Bühne. © NDR Foto: Rolf Klatt

Die 19-Jährige Laura Pinski ging mit einem Siegel-Song ins Rennen.

Und noch etwas, das gewürdigt werden muss: Ralph Siegels Komposition "Under The Sun We Are One", gesungen von Laura Pinski, fand sich im nach der Show veröffentlichten Gesamtresultat auf dem vierten Platz der ersten Voting-Runde wieder. Es war ein Siegel-Klassiker, man erkannte seine hymnische Kompostionsart nach anderthalb Tönen. Knapp, wenn man so will, an der Finalrunde gescheitert: 85.642 Televotingstimmen kamen für diesen Act zusammen - das muss die Jurastudentin aus Düsseldorf als Ansporn für weiteres Engagement im Unterhaltungsssektor verstehen. Und Ralph Siegel wird es als Antrieb nehmen, es im nächsten Jahr neuerlich zu probieren. Dass der letzte Platz der ersten Voting-Runde Woods of Birman mit "Lift Me Up" zukam (12.332 Votings), mag die Musiker enttäuschen, aber sie sind viel am Theater beschäftigt: Sie werden nicht hungern müssen!

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 25.02.2016 | 20:15 Uhr